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HAW Hamburg koordiniert neue Forschungseinrichtung für Nachhaltigkeit © www.mediaserver.hamburg.de/Aufwind-Luftbilder.de

„Think big!“ – OECD gibt Empfehlungen für die Region Hamburg

Chancen und Herausforderungen. OECD-Gutachten zur Metropolregion Hamburg vorgestellt. Potenziale noch besser nutzen

Wie ist die Metropolregion Hamburg im internationalen Vergleich in den Bereichen Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit aufgestellt? – Aufschluss darüber gibt ein Gutachten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, kurz OECD). „Think big“ In größeren Kategorien zu denken, grenzüberschreitend zu planen und zu kooperieren – darin liegt der Schlüssel, um die Metropolregion Hamburg noch erfolgreicher, attraktiver und nachhaltiger zu gestalten“, sagte Ludger Schuknecht, stellvertretender Generalsekretär der OECD, bei der Vorstellung der Studie am Montag (23. September 2019) in Seevetal.

Die Metropolregion Hamburg ist die erste deutsche Region, die sich einem solchen Gutachten zur Regionalentwicklung stellt. Trotz großer Stärken weist die Studie auch auf ungenügend genutzte Potenziale hin. In der knapp 200-seitigen Analyse gibt die OECD über 50 Empfehlungen in sechs Themenfeldern.

Erneuerbare Energien – Potenzial als Weltmarktführer

„Die OECD bescheinigt der Metropolregion Hamburg das Potenzial, ein Weltmarktführer im Bereich erneuerbare Energien werden zu können“, so Andreas Rieckhof, Staatsrat der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und Vorsitzender des Regionsrats der Metropolregion Hamburg. Diese Chance soll genutzt werden: „Die Träger der Metropolregion haben deshalb vereinbart, eine aus der norddeutschen Wasserstoffstrategie abgeleitete Strategie in den Themenfeldern erneuerbare Energien und Wasserstoff auszuarbeiten, um den technologischen Fortschritt und innovative Technologien zu fördern und einen aktiven Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten.“ Dabei bewertet die OECD die länderübergreifende Zusammenarbeit in Wirtschaftsclustern, wie Hamburg Aviation und dem Cluster Erneuerbare Energien Hamburg, als ausgezeichnet.

Sechs Handlungsschwerpunkte

Darüber hinaus spricht die OECD Empfehlungen aus, die dabei helfen sollen, die Potenziale in der Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit besser zu nutzen, einen beschleunigten Wachstumspfad einzuschlagen und die Lebensqualität der in der Region lebenden Menschen zu erhöhen. So empfiehlt sie vor allem, in größeren inhaltlichen Kategorien, ambitioniert und grenzüberschreitend zu denken und Kräfte und Finanzmittel über die vier Länder hinweg zu bündeln. Zugleich bescheinigt die internationale Organisation der Region eine „günstige strategische Lage an dem Verkehrs- und Handelskorridor, der Deutschland mit Dänemark, Schweden und Norwegen verbindet.“

Darüber hinaus erachtet die OECD sechs Handlungsschwerpunkte als vorrangig: Innovation, Bildung und Fachkräfte, Digitalisierung, Wohnraum- und Verkehrsplanung, erneuerbare Energien sowie Kultur- und Tourismusmarketing.

Studie zeigt Stärken und Schwächen auf

Um die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln, kommt es der OECD entscheidend darauf an, stärker in Bildung und Fachkräfte zu investieren. Dazu schlägt sie vor, die Forschungs- und Entwicklungsaktivität zu steigern und Wissenschaft und Wirtschaft stärker zu verzahnen. Die Voraussetzungen dafür seien gut, beheimatet die Region doch zahlreiche führende Forschungsinstitute, wie der Forschungscampus European XFEL, und verfüge über eine dynamische Startup-Szene, so die Studie. Einen Überblick über die Hamburger Startup-Szene bietet future.hamburg.

Die Empfehlungen im Bereich Digitalisierung reichen von Qualifizierungsangeboten für Arbeitnehmer und der Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu und digital gestützten öffentlichen Dienstleistungen. Im Bereich Wohnen und Verkehr könne eine länderübergreifende und integrierte Wohnungsbau- und Verkehrsplanung helfen, zukünftig den Anforderungen des Wohnungsmarktes und der Verkehrsentwicklung besser gerecht zu werden.

Die Lebensqualität in der Region wird als relativ hoch und besser als in anderen Regionen der OECD bewertet. Bei der Vermarktung der Region sollten laut OECD insbesondere die Vielfalt betont werden, die Stadt und Land bieten. Eine gemeinsame Strategie könne Tourismus und nachhaltige Mobilitätsplanung miteinander verbinden.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.metropolregion.hamburg.de
www.oecd.org

Wirtschaftswachstum in Hamburg hält an

Das Bruttoinlandsprodukt (der Wert aller erzeugten Güter und Dienstleistungen; BIP) ist in Hamburg im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 nominal (in jeweiligen Preisen) um 3,4 Prozent gestiegen. Unter Berücksichtigung der Preisveränderungen ergibt sich ein Wirtschaftswachstum von real plus 1,6 Prozent, so das Statistikamt Nord am Dienstag (24. September 2019). Das Hamburger Ergebnis liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der bei 2,4 Prozent nominal und 0,4 Prozent real lag.

Metropolregion Hamburg

Die Metropolregion Hamburg (MRH) ist mit ungefähr 8 Prozent der Fläche der Bundesrepublik die zweitgrößte deutsche Metrololregion hinter Berlin-Brandenburg. Sie zählt fast 5,4 Millionen Einwohner und umfasst neben der Freien und Hansestadt Hamburg auch Teile der drei umliegenden Bundesländer: Schleswig-Holstein (51 %), Mecklenburg-Vorpommern (30 %) und Niedersachsen (26 %).

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