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Studie IZA und Xing: Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit lösen sich zunehmen auf © www.mediaserver.hamburg.de/Timo Sommer und Lee Maas

Studie: Grenzen von Arbeit und Freizeit verschwimmen beidseitig

Arbeitsmarktstudie von IZA und Xing zeigt auf, dass sich die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit in beide Richtungen verschieben

Mehr als sechs Stunden ihrer Freizeit verbringen Beschäftigte in Deutschland pro Woche im Schnitt mit beruflichen Aktivitäten. Umgekehrt entfallen durchschnittlich mehr als vier Stunden der formellen Arbeitszeit auf private Erledigungen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung im Rahmen der Studie ‚Arbeiten in Deutschland‘ hervor, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) gemeinsam mit dem Karrierenetzwerk Xing durchführt.

Nur jeder Fünfte trennt Arbeit und Freizeit strikt voneinander
Arbeit und Freizeit kaum noch getrennt © IZA

Nur noch jeder Fünfte trennt Arbeit und Freizeit strikt voneinander

Die Digitalisierung schafft einerseits neue Möglichkeiten, Arbeitszeiten flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Andererseits lösen sich dadurch die Grenzen von Arbeit und Freizeit immer weiter auf. Die Ergebnisse der IZA/Xing-Studie zeigen: Nur noch bei jedem fünften Beschäftigten sind diese Lebensbereiche klar voneinander getrennt. So gaben rund 64 Prozent der 1.859 befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 25 und 54 Jahren gaben an, in ihrer Freizeit Tätigkeiten nachzugehen, die eher ihrer regulären Arbeitszeit zuzurechnen sind, wie das Beantworten dienstlicher E-Mails. Vier von zehn Arbeitnehmern verbringen damit mehr als zwei Stunden pro Woche.

Die Grenzen verschwimmen
Die Grenzen verschwimmen zunehmend © IZA

Zwei Drittel der Beschäftigen erledigen Privates in der Arbeitszeit

Umgekehrt gaben zwei Drittel der Befragten an, sich während ihrer Arbeitszeit teilweise mit nichtdienstlichen Aktivitäten wie Online-Einkäufen oder privaten E-Mails zu beschäftigen. Rund 36 Prozent verbringen mehr als zwei Stunden ihrer wöchentlichen Arbeitszeit mit privaten Erledigungen. Insgesamt halten sich bei knapp der Hälfte der Befragten berufliche Tätigkeiten in der Freizeit und private Aktivitäten im Job etwa die Waage. Laut IZA/Xing-Studie neigen männliche Arbeitnehmer vergleichsweise häufiger dazu, Arbeit nach Dienstschluss oder Privates am Arbeitsplatz zu erledigen. Der Unterschied zu weiblichen Beschäftigten beträgt in beiden Fällen sechs Prozentpunkte. Jüngere Arbeitnehmer unter 35 Jahren verbringen mit rund acht Stunden knapp doppelt so viel Freizeit mit Beruflichem wie ältere Beschäftigte ab 45 Jahren.

Neues Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefordert

IZA-Chef Hilmar Schneider, der die neuen Ergebnisse im Rahmen der Xing-Veranstaltung New Work Experience 2019 (NWX) in Hamburg vorgestellt hat, sieht durch die Vermischung von Arbeit und Freizeit auch die Definition und Erfassung von Überstunden erschwert. „In der digitalen Arbeitswelt geht der Trend zur Vertrauensarbeitszeit, aber auch zur Pauschalvergütung von Überstunden“, sagt Schneider. Unternehmen und Beschäftigte seien gefragt, mit der neugewonnenen Flexibilität verantwortungsvoll umzugehen und bedarfsgerechte Lösungen zu finden, von denen beide Seiten profitieren.
sb

Quelle und weitere Informationen
www.newsroom.iza.org
www.corporate.xing.com

IZA/XING-Studie ‚Arbeiten in Deutschland‘

Die Studie ‚Arbeiten in Deutschland‘ wurde Anfang 2017 vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) und Xing gestartet. Anfang 2019 wurde bereits die dritte Befragungswelle dieser gemeinsamen Initiative abgeschlossen, um vor dem Hintergrund des fortschreitenden Wandels der Arbeitswelt neue Erkenntnisse über die Zukunftsperspektiven der Bevölkerung in Deutschland zu gewinnen. Die IZA/Xing-Studie setzt sich aus zwei Befragungsteilen zusammen: Einer repräsentativen Online-Umfrage mit rund 2.000 Teilnehmern sowie einer Online-Befragung von bis zu 6.000 zufällig ausgewählten Xing-Mitgliedern.

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