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Hammerbrooklyn © Mathias Adler

Hammerbrooklyn Digital Campus am Stadtdeich nimmt Arbeit auf

Hamburg, was geht digital? Mit dieser Frage stieg der Hammerbrooklyn Digital Campus in die inhaltliche Arbeit ein

Am Stadtdeich soll mit dem Hammerbrooklyn Digital Campus ein zentraler Ort der digitalen Transformation entstehen. Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann zeigte sich bei der Eröffnungsveranstaltung am Montag (21. Oktober) überzeugt, dass bald das Silicon Valley nach Hamburg reisen würde, um sich inspirieren zu lassen. Auch die neue Geschäftsführerin Nora Cavara strebt an, die Paradigmenwechsel der digitalen Wirtschaft für die Welt am Stadtteich vorzudenken. In einem interaktiven Format wurden anschließend zahlreiche Ideen gesammelt, mit welchen Themen sich der Campus Hammerbrooklyn beschäftigen soll, der auch ein Ort der analogen Begegnung in einer digitalen Welt werden soll.

Treffpunkt für digitale Transformation

Hier sollen sich traditionelle Unternehmen, Startups und Digital Natives vernetzen, um die Herausforderungen der Transformation zu bewältigen, so Westhagemann. Hamburg müsse sich gegenüber anderen digitalen Hotspots nicht verstecken, aber das werde in der Öffentlichkeit noch nicht ausreichend wahrgenommen. Das soll sich mit dem Digital Campus ändern. Für Westhagemann sind Daten die Grundlage für die Digitalisierung. Mit Projekten wie der Urban Data Plattform sollen zunehmend mehr Daten gesammelt werden. „Die Daten gehören der Stadt“, so Westhagemann. Er hob in der Diskussion besonders die Innovationskraft der Stadt im Zusammenspiel mit der gesamten Metropolregion hervor: „Wir müssen die Digitalisierung gemeinsam umsetzen – die Potenziale der Metropolregion einbinden und die ländlichen Regionen sowie unsere Nachbarländer auf Augenhöhe in all unsere Zukunftsprojekte einbeziehen. Nur so kann die Umsetzung digitaler Großprojekte gelingen.“

Digitalisierung braucht Ziele und Rahmenbedingungen

Mitinitiator und Chef des Hamburger Weltwirtschaftsinstitut, Henning Vöpel, sieht vor allem die Bürger als Inhaber der Daten. Vöpel mahnte an, Digitalisierung und Disruption nicht als gegeben hinzunehmen. Vielmehr müsse die Gesellschaft die Ziele festlegen, die erreicht werden sollen. Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern müsse etwa die Qualität des Lebens verbessern. Vöpel berichtete von einer Reise mit Studenten in das chinesische Shenzen, das eine große Dynamik der Digitalisierung vorweisen kann. Dennoch wolle keiner seiner Studenten dort leben, da die damit verbundene Überwachung des öffentlichen Raumes abschreckend sei.

Breites Themenspektrum

Der Campus soll sich mit vielfältigen Themen beschäftigen, wie die offene Diskussion in der Hammerbrooklyn Box mit den rund 150 Gästen zeigte. Die Bandbreite geht von der Weiterentwicklung der Wasserstoffwirtschaft, bei der Hamburg sich mit anderen Playern vernetzen soll, über Themen der Künstlichen Intelligenz bis hin zur modernen Mobilität. So sollen die Projekte des Internationalen Verkehrskongresses ITS, der 2021 in Hamburg stattfinden wird, präsentiert und weiterentwickelt werden. Dafür wird etwa die Hochbahn zum Gründerkreis, den sogenannten Foundern, zählen.

Neue Geschäftsführerin hat hohe Ziele

Am Abend hatte auch die neue Geschäftsführerin der Stiftung ‘Hammerbrooklyn – Stadt der Zukunft’, Nora Cavara, ihren ersten Auftritt. Die 37-jährige Neurowissenschaftlerin war zuletzt für den Konzern Evonik in Kanada beschäftigt und hat auch Erfahrungen als Unternehmensberaterin. Cavara soll den Digital Campus zum zentralen Ort für digitale Transformation in Hamburg machen, der auch internationale Strahlkraft entwickeln soll. „Wir werden hier in Hammerbrooklyn ‘Citizens’ haben, die eine neue digitale Zivilgesellschaft aufbauen. Sie werden einen Mehrwert für die Zukunft der Gesellschaft generieren, in der wir leben. Das unterscheidet diesen Ort von allen anderen Digitalstandorten der Welt. Er schafft eine Projektionsfläche für die digitale Zukunft des Nordens“, so Cavara.
ma/kk

Weitere Informationen:
www.hammerbrooklyn.hamburg

Stadt der Zukunft

105 Meter lang und 15 Meter breit, so die ungewöhnlichen Maße des spektakulären Baus. Derzeit werden die Stahlteile des ehemaligen US-Pavillons montiert, der für die Expo 2015 in Mailand konzipiert wurde und hier in Hamburg am Stadtdeich hinter den Deichtorhallen mit Blick auf Oberhafen und HafenCity gerade wiederaufgebaut wird – um sich dann in ‘Hammerbrooklyn – Stadt der Zukunft’ zu verwandeln. Ab Mai 2020 sollen dann auf 5 Etagen und 7.600 Quadratmetern Zukunftsprojekte in Form von Workshops, Kongressen und Ausstellungen angeboten werden. Es soll eine Townhall zu Netzwerken, ein Auditorium, Co-Working, Maker Space und ein Restaurant mit nachhaltigem Konzept geben.

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