Hamburg-News-media-it-creative-industries-innovation-future-business
Holografische Maschinenteile © VISIONSBOX GmbH & Co. KG

Eye Systems: optische Illusionen à la Star-Wars

Ein Hamburger Unternehmen lässt 3D-Bilder mitten im Raum schweben – dank Holografie

Ein frei im Raum schwebender Adidas-Schuh ist Chris Brauns Lieblingsprojektion. „Wenn der Schuh dynamisch um die eigene Achse rotiert und die Konturen aufleuchten, sieht das einfach klasse aus“, findet der Mitgründer des Hamburger Unternehmens Eye Systems. Das Unternehmen entwickelt und baut Holocircle: Eine Display-Technologie, die eine optische Illusion erzeugt. „Ein mit LED-Leuchten bestückter Rotor erzeugt durch 600 Umdrehungen pro Minute ein 3D-Bild, das in der Luft zu schweben scheint. Einfach weil sich die Rotorblätter so schnell drehen, dass sie das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmen kann“, erklärt der 29-Jährige.

Und so schweben Coca-Cola Flaschen auf den Betrachter zu, ein Burger “präsentiert“ die verschiedenen Zutaten, die ihn ausmachen und Super Mario springt und marschiert fröhlich durch die Luft. „Innovative und zukunftsgemäße Werbung“ nennt Eye Systems das.

Projektion wird per Smartphone-App berechnet

Braun kennt sich aus mit Illusion. Eigentlich wollte er Schauspieler werden und die Arbeit für Claus Cohnen, „HoloClaus“ genannt, sollte nur ein Nebenjob sein. „Doch dann hat mich die Faszination für die Holografie gepackt und gemeinsam haben wir die Marke Eye Systems entwickelt“, erzählt der Tüftler. Tatsächlich umgeben Hologramme uns schon lange, wir finden sie auf Geldscheinen, Fahrkarten oder Verpackungen. „Doch frühestens seit Filmen wie Star-Wars wünschen sich die Menschen Holo-Projektionen, wie Prinzessin Leia, die quasi aus dem Nichts erscheint.“

Mit seinen Holocircles kann Braun alles in der Luft schweben lassen, für das er eine Bildvorlage erhält. Per Smartphone-App wird ein MP4-Video auf das System hochgeladen. „Zu unseren Kunden gehören Firmen wie Adidas, Siemens, Sixt, Kärcher und viele mehr. Und im Juni 2019 planen wir als Attraktion ein Schaufenster in Hamburg mit einer riesigen Hologramm-Wall für einen großen Elektronik-Fachhandel zu bestücken. Soviel darf ich verraten.“

Gestengesteuerte Hologramme noch Zukunftsmusik

Ihr Hauptgeschäft macht Eye Systems aktuell noch mit holografischen Eyecatchern für Messen und Veranstaltungen sowie mit klassischer Veranstaltungstechnik von Displays, Sound und großflächigen LED-Videowänden, beispielsweise zur Fußball-WM. „Der Effekt, den wir heute in der Holografie erzielen, ist schon wirklich cool, dabei stehen wir im Prinzip noch ganz am Anfang. Es ist noch so viel mehr möglich“, betont Braun. Etwa indem mehrere Holocircles in Reihe geschaltet und synchronisiert würden. „Dadurch entsteht eine Holocircle-Matrix. 44 Circle könnten so ein Objekt von 3×2 Metern Größe erzeugen oder mehr“.

Richtig spannend werde es, wenn den Technikern die Gestensteuerung gelingt und einen interaktiven Umgang mit den Hologrammen erlaubt. „Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Ebenso wie das durch Holografie unterstützte Telefonieren“, sagt Braun. Aber irgendwann könnte es Wirklichkeit werden: „Sie rufen jemanden an und derjenige schwebt dann als Hologramm vor Ihnen im Raum.“
ys/sb/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.holocircle.eu
www.eye-systems.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.