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Fabian Friedrich und Senator Michael Westhagemann © Hamburg Invest Karolin Köcher

Blockchance 2019: Hamburg wird zur Blockchain-City

Elbmetropole wird zum Hotspot der europäischen Blockchain-Szene. Internationale Konferenz und Anwendungsbeispiele. Mehr als 50 Startups in diesem Bereich

Der Begriff Blockchain wird in der öffentlichen Wahrnehmung häufig gleichgesetzt mit Kryptowährungen und Geschäftsmodellen in einem rechtlichen Graubereich. Dies will Hamburg ändern und setzt verstärkt auf die Distributed Ledger Technology. Mit dem Blockchain Summer will die Hansestadt zum Blockchain-Hotspot werden. Die von der Wirtschaftsbehörde erstmalig veranstaltete Eventreihe bringt gleich mehrere große Konferenzen in die Stadt, darunter die Blockchance 2019 am kommenden Freitag und Samstag. Einzelheiten zur Konferenz und besondere Highlights wurden an diesem Dienstag (13.8.) auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Geladen wurde in den 20. Stock der Tanzenden Türme auf der Reeperbahn. Mit mehr als 50 Startups in diesem Bereich habe Hamburg bereits jetzt die größte Blockchain-Szene in Deutschland.

Die englischsprachige Fachkonferenz will vom 16. bis zum 17. August in der Handelskammer die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen der Datenbanktechnologie aufzeigen. Hamburgs Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher übernimmt die Schirmherrschaft für die Veranstaltung. Parallel dazu wird in Hamburg an realen Anwendungsfällen aus den Bereichen Energiewirtschaft, Logistik und Industrie gearbeitet. Die Hamburg News werfen einen Blick auf den Status quo des Blockchain-Ökosystems in Hamburg:

The Future of Social Economics – das Motto der Blockchance 2019

Der Hamburger Blockchain-Experte Fabian Friedrich ist von der disruptiven Macht der Technologie überzeugt, wie er im Interview mit den Hamburg News berichtet. Er veranstaltet die Blockchance 2019, zu der er etwa 750 Teilnehmer, rund 1.500 Messebesucher sowie mehr als 75 internationale Speaker aus den Bereichen Technologie, Wissenschaft, Wirtschaft und Finanzindustrie erwartet. Als Initiator des Hanseatic Blockchain Institute und Gründer des Blockchance Campus im Fintech-Hub Finhaven ist Friedrich kein Unbekannter in der lokalen Blockchain-Community. Zu den Top-Speakern gehören u. a. Christian Schultze-Wolters, Geschäftsbereichsleiter IBM Blockchain Solutions sowie der Amerikaner Mark Buckley, Botschafter der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und Mitglied im Experten-Netwerk des Weltwirtschaftsforums.

Darüber hinaus wird Vanessa Grellert, Geschäftsführerin des amerikanischen Blockchain-Tech-Unternehmens Consensys, über die Zukunft des Bankings sprechen. Für Neulinge wird es einen Blockchain Kindergarten geben, der spielerisch an das Thema heranführen soll. Der Launch des ersten privat iniitierten Blockchain-Accelerators und Wagniskaptalgebers in Hamburg, BlockRock Ventures, sowie ein Startup-Pitch gehören zu den Höhepunkten der Konferenz. Klotzen statt kleckern: geplant sind zwei Investment-Fonds über 5 Millionen Euro und 30 Millionen Euro für Startups in der Pre-Seed und Early-Stage-Phase und ein bis zu 2,5 jähriges Förderprogramm.

Hamburg soll international bedeutender Blockchain-Standort werden

Fortgesetzt wird der Blockchain Summer mit der Konferenz Moinblockchain, die am 18. Oktober 2019 auf dem HSBA Innovation Campus stattfindet. Veranstaltet wird das Event von Moinworld, einem gemeinnützigen Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Frauenanteil in der IT-Szene auf 50 Prozent zu erhöhen und somit auch die Blockchain weiblicher zu machen. Während des Events sollen in Gesprächen und Workshops der aktuelle Stand der Blockchain-Technologie und ihre Anwendungsfälle diskutiert werden.

Darüber hinaus hat der Hamburger Senat Ende Juli einen ersten, umfassenden Bericht zu den Hamburger Blockchain-Aktivitäten vorgelegt. Demnach habe die Technologie das Potenzial, zahlreiche Lebensbereiche in Wirtschaft und Gesellschaft der Stadt „positiv zu beeinflussen“ und „neue Forschungshorizonte“ zu eröffnen. So will der Senat die Blockchain-Aktivitäten in der Hansestadt gezielt fördern und Hamburg als international bedeutenden Blockchain-Standort etablieren. Hierfür soll die regionale Innovationsstrategie fortgeschrieben werden. Im Zuge dessen hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Anfang 2019 einen Dialogprozess gestartet, um den Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu intensivieren.

Mehrwert durch Effizienz und Sicherheit schaffen

Dabei setze Hamburg auf reale Stärken. „Mit innovativen Blockchain-Anwendungen in Branchen wie der Energiewirtschaft, der Logistik und der Industrie wird hier echter Mehrwert in Form von Effizienzgewinnen und zusätzlicher Sicherheit geschaffen“, erklärt Wirtschaftssenator Michael Westhagemann. In Hamburg wird bereits eine Vielzahl von Blockchain-Projekten pilotiert und umgesetzt: Ende Mai 2019 ist beispielsweise die Energiehandelsplattform Enerchain nach zweijähriger Entwicklungs- und Erprobungszeit live gegangen. Im Digital Hub Logistics werden im Rahmen des Projekts Hansebloc die Potenziale der Blockchain-Technologie für die Digitalisierung von Frachtpapieren untersucht. Und im Rahmen des Projekts SAMPL sollen Sicherheitslösungen für den 3D-Druck entwickelt werden. Hamburger Hochschulen begleiten die Projekte.

Von Meetups über private Initiativen bis hin zu Forschungseinrichtungen

Über die Konferenzen hinaus profitiert das Hamburger Blockchain-Netzwerk von zahlreichen Meetups, beispielsweise in Form des Innovationsforums Hamburg oder der Blockchain Mondays, organisiert vom Hanseatic Blockchain Institute. Der Verein versteht sich als Sprachrohr für die lokale Community. Neben privaten Akteuren spielen die Hochschulen eine elementare Rolle im Hamburger Blockchain-Ökosystem. 2018 entstand im Umfeld der Universität Hamburg das Blockchain Research Lab. Das gemeinnützige Unternehmen hat sich der Förderung unabhängiger Wissenschaft und Forschung im Bereich der Blockchain-Technologie verschrieben. Im Gespräch mit dem Hamburg News zeigt sich Lennart Ante, Mitgründer des Blockchain Research Lab und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Hamburg, überzeugt davon, dass sich die Blockchain zu einer Art Basistechnologie entwickeln wird.

Service- und Informationsangebot für Unternehmen

Außerdem steht die HIW Hamburg Invest Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH als One Stop Agency allen Unternehmen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Auf der Innovationsplattform future.hamburg will die Hamburg Marketing GmbH Sichtbarkeit für Pilotprojekte herstellen. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg plant mehrere halbtägige Informationsveranstaltungen mit Blockchain-Anwendungsfällen. Zudem sei die Erarbeitung eines Leitfadens zu Einsatzpotenzialen der Blockchain für KMU vorgesehen.
sb/kk

Quellen und weitere Informationen
www.hamburg.de
www.buergerschaft-hh.de
www.blockchainsummer.com
www.blockchance.eu
www.moinworld.de
www.innovationsforum-hamburg.de
www.blockchaininstitute.eu
www.blockchainresearchlab.org
www.enerchain.ponton.de
www.hamburg-logistik.net
www.future.hamburg
www.hamburg-invest.com

Was ist eine Blockchain?

Eine Blockchain (zu dt. ‚Kette von Blöcken‘) ist eine fälschungssichere, dezentrale Datenstruktur, in denen Transaktionen in der Zeitfolge protokolliert werden und nachvollziehbar, unveränderlich und ohne zentrale Instanz abgebildet sind. Es handelt sich dabei um eine Form der sogenannten Distributed Ledger Technology (DLT).

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