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Teil 2 – die NMA-Teilnehmer 7. Batch - © heysite GmbH

Alternative Stellenanzeigen, Video-Ads und Mini-Webseiten

Der Next Media Accelerator in Hamburg fördert internationale Gründerteams. Hamburg News hat sich die vielversprechenden Startups genauer angeschaut – Teil 2

Internationale Media-Tech-Startups mit spannenden Geschäftsideen, die sich noch am Anfang ihrer Gründerkarriere befinden, durchlaufen derzeit ein sechsmonatiges Intensivprogramm namens Next Media Accelerator (NMA) in Hamburg. Im Rahmen dessen erhalten sie nicht nur bis zu 50.000 Euro als Investition, sondern werden darüber hinaus durch Experten und Unternehmer aus der Medien- und Technologiebranche gefördert. Die Gründerideen sollen bis zum Demo Day am 17. Dezember 2018 weiterentwickelt werden. Hamburg News hat einen Blick hinter die Kulissen geworfen und mit den Startups über ihre Visionen, Wünsche und Ziele gesprochen. Im zweiten Teil unserer kleinen Reihe stehen die Projekte Whyapply, Shuut und Heysite im Fokus.

Whyapply – die Alternative zur herkömmlichen Stellenanzeige

Hinter whyapply stecken die beiden Gründer Ronald Scholz und Michael Benz, die in Leipzig beheimatet sind. Als Quereinsteiger (Islamwissenschaft und Ethnologie) hat Benz selbst erfahren müssen, wie schwer sich heutige Bewerbungsprozesse mit ungeraden Erwerbsbiografien tun. Daraus entstand schließlich die Idee, eine neue Form der Kandidatenansprache zu entwickeln – ganz ohne Stellenanzeige und Anschreiben. Firmen formulieren echte Herausforderungen, die hinter einer offenen Vakanz auf die Kandidaten warten. Mit dieser „Challenge“ bewirbt sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber bei den Kandidaten. Hierfür will Whyapply die Inhalte der Unternehmen als Performance Marketing Kampagne in den sozialen Netzwerken ausspielen, zielgruppengenau und mobil. Indem die Kandidaten ihre kurze Idee niederschreiben, demonstrieren sie, dass sie an dem Jobangebot interessiert sind. Diese geht via E-Mail beim Personaler des Unternehmens ein, dieser geht proaktiv auf den Kandidaten zu und spricht mit ihnen über mögliche Angebote.

Screenshot whyapply.de
Screenshot whyapply.de

Da im Markt für Personal/HR in Deutschland die Verlagsgesellschaften eine große Rolle spielen, ist für whyapply besonders interessant, in Hamburg hinter die Kulissen blicken zu können, wie Verlagsgesellschaften arbeiten. Ziel ist es, Ende des Jahres mit dem Produkt in Deutschland durchzustarten. „In unseren Augen ist der heutige Recruiting-Prozess nicht mehr zeitgemäß. Wenn wir den Fokus wieder mehr auf die reale Tätigkeit und weg von verklausulierten Buzzwords in Stellenanzeigen richten können, wären wir sehr glücklich“, formuliert Co-Founder Benz die Vision des jungen Unternehmens. Etwas weiter in die Zukunft gesponnen wären die USA sicher ein interessanter Markt, erzählt Benz weiter. Aber bis dahin ist es noch ein Stück.

Shuut – 3-in-1-App für Social-Media-Advertising

Das Startup aus Tallinn will kleine und mittelständische Betriebe dabei unterstützen, mit Bewegtbildern Werbung zu machen – im Handumdrehen. Da Fernsehwerbung für ebendiese Unternehmen, vor allem aus finanziellen Gründen, nicht die erste Wahl ist, hat das vierköpfige Experten-Team um Laura Löhmus die App Shuut entwickelt: Mit ihr lassen sich professionell anmutende Videoclips ohne großen technischen und finanziellen Aufwand produzieren und über Soziale Medien, wie Facebook oder Instagram, teilen. Hierfür braucht man nur eines: das Handy. Dabei entpuppt sich die App als 3-in-1 Allrounder: Als eine Art digitaler Regisseur gibt sie dem Nutzer Hilfestellungen bei der Erstellung des Videos. Im nächsten Schritt lassen sich die Ergebnisse direkt bei Facebook und Instagram veröffentlichen. Und darüber hinaus sammelt die Anwendung Analysedaten, die dabei helfen, den Erfolg der Kampagne zu evaluieren.

2017 gegründet, konnten Laura Löhmus, Niko Porkka, Dane Tall und Ivo Nellis bereits einen Platz im estnischen Förderprogramm Elevator Startups ergattern. Über ihre Teilnahme am Hamburger Accelerator erzählt Löhmus: „Wir freuen uns darauf, während des Next Media Accelerators auf strategische Partner und Mentoren zu treffen, die uns auf dem Weg in unsere nächste unterstützen. Im Moment entwickeln wir eine neue Version der App, die kurz vor der Veröffentlichung steht.“

Heysite – Mini-Webseiten bringen Themen auf den Punkt

Das Heysite-Team
Das Heysite-Team

Zugegeben, Baukästen für Webseiten gibt es viele. Doch heysite verspricht: In nur einer Minute lässt sich im Handumdrehen eine minimalistische Website erstellen, die aus einem Hintergrundbild oder -gif, einem Logo, einer Überschrift, einer Unterzeile sowie aus bis zu drei verlinkten Buttons sowie Social-Media-Buttons besteht. Dabei ist das Angebot nicht für Onlineshops oder Blogs gedacht, sondern vielmehr für ein spezielles Ereignis oder eine besondere Aktion – von Privatpersonen oder gewerblichen Kunden. Das Media-Tech-Startup will eine einfache und kostenlose Möglichkeit bieten, um eine Nachricht außerhalb von Netzwerksilos, wie Facebook, WhatsApp, Twitter etc., zu erstellen. So kann die Nachricht über alle Kanäle verteilt werden und die Empfänger können diese wiederum über weitere soziale Netzwerke, Messenger oder per E-Mail weitergeben.

Hinter dem Media-Tech-Startup steckt ein vierköpfiges Team, das in Köln beheimatet ist. Heysite ist vor anderthalb Jahren gestartet und so haben mitunter eine internationale Schule in Indonesien und die Miami Ad School in Hamburg das Angebot genutzt. Von dem sechsmonatigen Intensivprogramm versprechen sich die Gründer einiges, wie Co-Founder und UX-Designer Stephan Kinganamchira ausführt: „Mit dem NMA erhoffen wir uns die Unterstützung von Medienprofis, die uns helfen werden, unser Produkt zu erweitern und die nötige B2C- und B2B-Reichweite zu generieren. Wir freuen uns auf ein Coaching, das uns zu besseren Gründern macht. Mit dem Next Media Accelerator wollen wir unser Produkt in ein Unternehmen verwandeln, das wachsen und sich weiterentwickeln kann.“
sb

Quelle und weitere Informationen
www.whyapply.de
www.shuut.it
www.heysite.io

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