Titel Luftfahrt
ZAL – Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung - © www.mediaserver.hamburg.de/DoubleVision doublevision.me

ZAL vertieft Partnerschaft mit kanadischen Forschungspartnern

Gemeinsame Forschung zu leiseren Flugzeugkabinen und neuen brandgeschützten Materialien

Wie lässt sich mit moderner Kabinentechnologie der Lärm- und Brandschutz für Passagiere im Flugzeug verbessern? Dieser Frage widmet sich das Luftfahrtcluster Hamburg Aviation gemeinsam mit Partnern des Luftfahrtstandorts Montréal. Im Fokus steht die Entwicklung von leiseren Flugzeugkabinen und feuerfesten Verbundteilen. Ende Juni gingen die deutsch-kanadischen Forschungen in die zweite Runde. Hierfür empfing das ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung die Forschungspartner aus Kanada in Hamburg-Finkenwerder.

Die Zusammenarbeit ist ein Ergebnis der Internationalisierungsstrategie des Hamburger Luftfahrtclusters. Die Strategie fokussiert vor allem internationale Zielregionen wie Kanada, und zeigt für diese neuen Zielmärkte Handlungsoptionen auf. Der Grundstein für die deutsch-kanadische Zusammenarbeit wurde bereits im Rahmen der Aerospace Week 2015, ausgerichtet vom Luftfahrtcluster Areo Montréal, gelegt. Hier fanden sich kanadische Firmen und Universitäten für die Ausarbeitung konkreter Projektideen.

Forschung zu leiseren Flugzeugkabinen

Hinter dem Projekt New Acoustic Insulation Metamaterial Technology for Aerospace (NAIMMTA) verbirgt sich eine vor allem für Fluggäste besonders greifbare Thematik: Der Schalldruckpegel in der Flugzeugkabine erreicht etwa 80 dB. Dies entspricht dem Geräusch eines Rasenmähers oder eines LKWs und wird häufig nicht nur als unangenehm empfunden, sondern kann auf Dauer bereits zu gesundheitlichen Langzeitschäden führen. Unter der Leitung der ZAL GmbH erarbeiteten Vertreter von 3M, AIRBUS, Hutchinson Aerospace, University Sherbrooke, École de Technologie Supérieure, der HAW Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, National Research Council Canada und Mecanum Inc. drei zukunftsweisende Konzepte für eine thermal-akustische Isolierung, die in den nächsten beiden Jahren verfeinert und erstmalig produziert werden sollen.

Entwicklung feuerfester Verbundteile für die Kabine

An dem zweiten Forschungsprojekt COMP-1633 arbeitet das Hamburger Unternehmen CompriseTec bereits seit Oktober 2017. Ziel ist es, neue brandgeschützte Materialen und zugehörige Prozesse für die kosteneffiziente Herstellung von Faserverbundbauteilen für die Flugzeugkabine zu entwickeln. Im Juni 2018 fand ebenfalls ein zweiter Workshop in Hamburg statt, an dem neben Comprisetec, Exakt Advanced Technologies GmbH, Helmut-Schmidt-Universität, Technische Universität Hamburg, Kruger Biomaterials Inc., Pultrusion Technique Inc., Polytechnique Montréal und die École de Technologie Supérieure ETS (Montréal) teilnahmen.

BMBF-geförderte deutsch-kanadische Kooperation

Bei Besuchen der Hamburger Projektpartner sowie des Airbus Werks in Stade wurden neben gemeinsamen Arbeitspaketen neue Ideen für eine intensive Kooperation der Partner im Projekt und darüber hinaus besprochen. Die Internationalisierung von Clustern und Netzwerken ist Bestandteil einer Hightech-Strategie, mit der die Bundesregierung die Entwicklung von Innovationen vorantreiben und Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft knüpfen will. Im Juni 2015 gab das BMBF zehn Projekte bekannt, die Teil der Fördermaßnahme sind, darunter auch Hamburg Aviation. Ziel der Förderung in Höhe von jeweils bis zu vier Millionen Euro ist es den Export forschungsintensiver Güter zu stärken.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.hamburg-aviation.de
www.aeromontreal.ca

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.