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ZAL: Neues Laserverfahren befeuert Spitzenforschung - © ZAL / Daniel Reinhardt

ZAL: Neues Laserverfahren befeuert Spitzenforschung

Laser Shock Peening Technologie soll neuartige Behandlung von Materialoberflächen ermöglichen

Das Hamburger Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) zählt zu den international bedeutendsten Innovationszentren der Luftfahrtindustrie. Nun wurde im Beisein von Hamburgs Erstem Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher ein neues Hochleistungs-Laserverfahren in Betrieb genommen. Beim Laser Shock Peening Verfahren zur Oberflächenbehandlung wird ein Hochleistungslichtpuls auf eine hinter einem Wasserfilm liegende Folie gerichtet, die über die zu behandelnde Materialstelle läuft. An der Stelle des Auftreffens erzeugt der Laserstrahl ein Hochdruckplasma, dessen Energie sich explosionsartig entlädt. Die Explosionswelle drückt das Material an der entsprechenden Stelle ein und verhärtet so seine Struktur.

Größte Einzel-Investition in der ZAL-Geschichte

Die Hochtechnologie wird für die Behandlung von besonders beanspruchten Strukturteilen genutzt und ist dabei deutlich effizienter und umweltfreundlicher als herkömmliche Kugelstrahlverfahren. In der Luftfahrt können durch den Einsatz von Laser Shock Peening beispielsweise Tür- oder Cockpitfensterrahmen verstärkt werden. Mit einer Investition von 2,6 Millionen Euro ist der Aufbau der Laser Shock Peening Anlage die bislang größte Einzelinvestition in der Geschichte des ZALs, das mit der High-End-Infrastruktur zur internationalen Spitzengruppe in diesem Forschungsfeld aufsteigt.

Flugzeughersteller Airbus Hauptnutzer

„Mit der Einweihung der Laser Shock Peening Technologie hat die Spitzenforschung am Innovationsstandort Hamburg eine neue Stufe erreicht – auch in der internationalen Sichtbarkeit“, erklärt ZAL-Geschäftsführer Roland Gerhards und auch Peter Tschentscher betont die Bedeutung der Hochtechnologie: „Der Erfolg des ZAL trägt dazu bei, die Reputation Hamburgs im Bereich der Angewandten Forschung und der Luftfahrt weiter zu stärken.“ Mit der Installation im ZAL TechCenter ist Laser Shock Peening nun erstmals großflächig in Europa anwendbar. Hauptnutzer der neuen Anlage wird Airbus sein, der Flugzeughersteller mietet 60 Prozent der Infrastruktur. Die restlichen Kapazitäten werden von der ZAL GmbH sowie dem US-amerikanischen Hersteller LSP Technologies gemeinsam vermarket und stehen Forschungspartnern – nicht nur aus der zivilen Luftfahrt – künftig als Testinfrastruktur zur Verfügung.
ys/sb

Quelle und weitere Informationen
www.zal.aero

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