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Nele Aumann: So positionieren wir Hamburg als Top-Destination

"Hamburg kann groß", davon ist die Leiterin des Geschäftsbereichs Conventions des Hamburg Convention Bureaus (HCB) überzeugt. Dabei geht es ihr nicht nur um die Zahl der Kongressteilnehmer. Ein Gespräch über Ziele und Zukunft

Seit März dieses Jahres leitet Aumann den Bereich Conventions bei der Hamburg Convention Bureau GmbH. Mit sechs Mitarbeitern vermarktet sie Hamburg national und international als MICE-Destination. Die Diplombetriebswirtin verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Association Management, internationales Kongressmanagement sowie in der Kongressbewerbung und der Vermarktung Hamburgs.

Vor allem als Qualitätsstandort für Kongresse will sie Hamburg weiterentwickeln und in den Köpfen der Veranstaltungsplaner als internationale Top-Destination fest verankern. Dazu sei für sie jetzt genau der richtige Zeitpunkt: “Hamburg ist zurzeit in aller Munde. Durch die Elbphilharmonie und auch durch das neue CCH, das 2020 eröffnet wird, wird die Stadt deutlich internationaler”, so Nele Aumann. “Ein Innovations-Spirit ist spürbar, auch durch die zahlreichen Startups, die in der Hansestadt gründen.” Für die Leiterin des Geschäftsbereichs Conventions des HCB ist Hamburg zurzeit eine spannende Metropole im Aufbruch.

“Als Kongressstandort ist Hamburg schon auf einem guten Weg. So haben wir bereits große Kongresse wie den ITS (Intelligent Transport Systems) 2021 oder die Rotary International Convention 2019 für die Hansestadt gewonnen, für die es jetzt bereits über 15.000 Voranmeldungen gibt.”

Es gehe ihr aber nicht nur um die Größe gemessen an der Anzahl der Teilnehmer, Exzellenz sei ihr mindestens ebenso wichtig. Erst kürzlich wurden zwei dieser hochkarätigen Kongresse gewonnen – die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) 2020 und die Jahrestagung der International Society for Stem Cell Research (ISSCR), dem mit 4.000 Teilnehmern weltweit größten Treffen von Stammzellenforschern. “Es geht um die Knowledge Economy, die auch für uns immer wichtiger wird.”

Kongresse innerhalb der Stadt vernetzen

“Wir wollen Kongresse nicht nur für die Hansestadt gewinnen, wir wollen den Kongressteilnehmer mit einer Willkommenskultur abholen und den Kongress auch in andere Bereich hinein verlängern. So ist der Seminarteilnehmer ja auch Hotelgast oder Besucher der Stadt.” Das sei auch notwendig, um die weiteren Kapazitäten zu füllen. “So werden zum Beispiel immer mehr Hotels gebaut, es gibt immer mehr Hotelzimmmer, die gebucht werden sollen. Wir wollen und brauchen Wachstum, aber es soll auch nachhaltig und sinnhaft sein.” Hier wolle man durchaus die Kompetenz der gesamten Holding der Hamburg Marketing GmbH nutzen und sowohl mit der Hamburg Invest als auch der Hamburg Tourismus GmbH noch stärker und enger zusammenarbeiten.

Hamburg muss bekannter werden

“Wir wollen und müssen Hamburg international bekannter machen und weltweit positionieren”, so Aumann. Es reiche nicht, sich mit Berlin, München oder Frankfurt zu messen. Wir müssen auch entsprechende Angebote in Bezug auf die gesamte Wertschöpfungskette machen. Im DACH-Bereich sind wir schon stark, aber ich sehe Hamburg auch im Wettbewerb mit Kongressmetropolen wie Wien, Barcelona und Kopenhagen – aber auch Hongkong, Dubai oder Melbourne.” Aumann: “Hamburg kann das. Hamburg hat den Spirit und auch die Infrastruktur.”

Die Elbphilharmonie hat geholfen

Die Elbphilharmonie habe Hamburg ein neues Gesicht gegeben. “Hier müssen wir ansetzen und weitermachen. Das ist eine große und wichtige Aufgabe für das HCB und geht nur gemeinsam mit unseren Partnern.” In Foren und Taskforces werde bereits daran gearbeitet, dass Hamburg sich international besser aufstellt. “Wir lassen uns dabei auch von internationalen Kongressorganisatoren beraten, wie etwa dem Advisory Board der IAPCO (International Association of Professional Congress Organisers), dessen einzige europäische Partnerstadt Hamburg ist.” Es gehe darum, von den Kunden direkt zu erfahren, was Hamburg noch tun muss und wie die USPs stärker herausgestellt werden können.

Entscheider nach Hamburg holen

“Wir wollen Kunden auch als Multiplikatoren hierherlocken.” Dazu richtet Hamburg selbst Events aus, bei denen Entscheidungsträger der Veranstaltungsbranche zusammenkommen. “Diese Multiplikatoren haben wir dann direkt vor Ort. Auch das geht nur in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern, zum Beispiel den Hotels. Sind diese wichtigen Entscheider erst einmal in Hamburg, sind sie oft total positiv überrascht”, sagt Aumann. Auch wenn noch immer viele Schilder und Wegweiser nur auf Deutsch sind.
kk

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