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Internationale Gründerszene: Wachsendes Interesse an Hamburg

Umfrage: Die Chance, Startups aus anderen Ländern für Hamburg zu gewinnen, war offenbar noch nie so groß wie heute. "We just have to tell the story"

„Startups – Innovation made in Hamburg“ – lautet das Motto des Jahrestreffens der HamburgAmbassadors vom 6. bis 9. Mai. „Startups sind der Nährboden für globale Konzerne und Mittelständler von morgen und damit unerlässlich für die nachhaltige Entwicklung unseres Wirtschaftsstandorts”, so Dr. Rolf Strittmatter, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Marketing. Umso wichtiger sei es, die HamburgAmbassadors als Unterstützer und Netzwerker im Ausland über Innovationen in Hamburg auf dem Laufenden zu halten. Aktuell vertreten 35 HamburgAmbassadors ehrenamtlich die Interessen der Stadt in 24 Ländern.

Hamburg News befragte einige HamburgAmbassadors im Vorfeld des Treffens: Wie entwickelt sich die Startup-Kultur in anderen Ländern? Welche Unterstützung gibt es und wie stehen die Chancen, Startups beispielsweise aus Dänemark, London oder Chicago nach Hamburg zu holen oder stärker zu kooperieren?

Hamburg: Gute Rahmenbedingungen für Startups

Hamburg liegt bei der Startup-Szene im Trend – laut dem Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) liegt Hamburg bei Neugründungen bereits vor Berlin an der Spitzenposition in Deutschland. Eine aktuelle Studie von Booking.com zählt Hamburg derzeit neben Bangkok und und Buenos Aires zu den weltweit am schnellsten wachsenden Business Hubs und hat sich damit zu einer der wichtigsten Städte für Unternehmer entwickelt. Um diese positive Entwicklung zu fördern, wurde Anfang des Jahres die Startup-Unit von Hamburg Invest gegründet. Ziel: Hamburgs Startup-Ökosystem stärken und national sowie international sichtbar zu machen.

Startup-Kultur entwickelt sich

Als ausgesprochen gut beurteilen die HamburgAmbassadors die Entwicklung der Startups in ihren jeweiligen Gastländern. Nils Blunck, HamburgAmbassador in Ungarn: „Es gibt mittlerweile in allen Unternehmenssektoren Startups. Um 2010 bestand das ungarische Startup-Ökosystem aus einigen hundert aktiven Personen und Startups, zwischen 2012 und 2014 hat die Anzahl der Startups deutlich und seitdem kontinuierlich zugenommen.“ HamburgAmbassador Jens-Peter Saul beobachtet in Dänemark eine vor allem technische Innovationskraft: „Die geschäftige, kreative Startup-Szene hat einige der weltweit erfolgreichsten Technologieunternehmen und bahnbrechenden Startups innerhalb von Künstlicher Intelligenz, Big Data, Blockchain, Healthtech und Internet of Things (IoT) hervorgebracht.“

So fördern andere Länder ihre Startups

Zudem beobachten die HamburgAmbassadors eine große Vielfalt von Förderansätzen zur Schaffung einer fruchtbaren Startup-Kultur. HamburgAmbassador Leif H. Sjöström aus Stockholm berichtet: „Die Förderung von Startups spielt eine zentrale Rolle in der grundlegenden Beschäftigungspolitik der schwedischen Regierung“. In Lettland gibt es gar ein Startup-Gesetz, „das die Lohnnebenkosten des Startups reduziert und Venture Capital-Gebern die Investitionen erleichtert“, weiß Christopher Zimmer, HamburgAmbassador im Baltikum. Und Christoph Lichtenfeld aus Chicago verweist auf die Vielzahl an Inkubatoren und Coworking Spaces, sowie führende Venture Capital Firmen. Letzteres habe einen guten Grund: „Chicago’s Startups sind führend beim „Return for Investors“.

Geballte Kompetenz für die Hamburger Medien- und Digitalbranche

Der Einsatz lohnt sich

Zudem nennen die HamburgAmbassadors Innovation Hubs und Forschungsparks, Business Angels, Case Competitions oder Crowdfunding-Events, die es aufstrebenden Startups leichter machen, ihre Ideen umzusetzen. Das Engagement lohnt sich, ist Robert Pfarrwaller, HamburgAmbassador in Österreich, überzeugt. „Es gab bereits einige große Erfolge, wie zum Beispiel den Verkauf von Runtastic, einer Lauf-App, für über 200 Millionen Euro an Adidas im letzten Jahr.“ Als weiteres Erfolgsbeispiel nennt er „mySugr.“ Das Unternehmen hat eine App-basierte Diabetes-Rundumversorgung entwickelt und wurde 2017 von der F. Hoffmann-La Roche AG übernommen – immerhin einem der größten Pharmaunternehmen der Welt. Von den Startups in seinem Gastland kommen etwa 40 Prozent aus der digitalen Industrie und 19 Prozent aus dem Bereich Life Sciences, schätzt Pfarrwaller.

Standort Hamburg attraktiv für ausländische Startups

Stets entscheidend für den Unternehmenserfolg: Ein vielversprechender Absatzmarkt. Der ist jedoch in kleineren Ländern wie etwa im Baltikum oder in Österreich begrenzt. “Deshalb blickt man in Richtung Deutschland“, weiß Christopher Zimmer, HamburgAmbassador im Baltikum. Die HamburgAmbassadors, als quasi ehrenamtliche Botschafter im Ausland, haben einen maßgeblichen Anteil daran, wenn sich dieser Blick speziell auf Hamburg richtet. Für Kooperationen in der Startup-Szene zwischen Hamburg und ihren jeweiligen Gastländern sehen sie grundsätzlich großes Potenzial.

Accelerator MassChallenge für Hamburg gewinnen?

Das könne sogar noch zunehmen, glaubt Hans Christoph Lampert, HamburgAmbassador in England. Da die Lebenshaltungskosten in London extrem hoch seien, beobachtet er in der jungen und dynamischen Gründerszene ein wachsendes Interesse an Hamburg. „Hamburg ist cool und hat jungen Leuten und ihren Familien viel zu bieten.“ Mit etwas Unterstützung – auch bei Fragen zur Gesundheitsversorgung oder dem Deutschen Schulsystem – hätten Ansiedlungen in der Hansestadt gute Chancen. Je häufiger Hamburg sich vor Ort präsentiere, das habe auch das Event Hamburg on Tour vergangenen Herbst gezeigt, desto größer das Interesse. Lampert: “We just need to tell the Story”.

Chancen erkennen und ergreifen gilt als Schlüssel erfolgreicher Ansiedlungspolitik. So sieht Bodo Liesenfeld, HamburgAmbassador in Boston, gute Chancen, den Player MassChallenge – nach eigener Aussage „the most startup-friendly accelerator on the planet“ – für die Hansestadt zu gewinnen. „MassChallenge will einen Stützpunkt in Deutschland einrichten und sucht nach einem Partner.“ Allerdings müsse jetzt gehandelt werden, denn das Unternehmen denke auch über Berlin nach.
ys/kk

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HamburgAmbassadors

Das internationale Netzwerk HamburgAmbassadors besteht seit dreizehn Jahren und ist in seiner Struktur einmalig in Deutschland. Die HamburgAmbassadors üben ein Ehrenamt aus, in das sie vom Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburgs berufen werden. Die Fäden des Netzwerks laufen bei der Hamburg Marketing GmbH zusammen, die auch die Organisation und Koordination des HamburgAmbassadors-Programms verantwortet.
Weitere Informationen:
www.hamburgambassadors.de

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