Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Terrorists of Beauty-Gründerinnen Natalie Richter und Mar Navajas Garcia © Roman Dachsel

Mit gutem Gewissen konsumieren

Das Hamburger Startup Terrorists of Beauty will ein gesellschaftliches Umdenken initiieren und setzt auf Naturseifen ohne Chemikalien und Mikroplastik

Gewalt liegt ihnen fern. Ihren provokativen Unternehmensnamen verstehen Natalie Richter und Mar Navajas Garcia, die Gründerinnen von Terrorists of Beauty, als eine Art Kommunikationsstrategie: „Wir identifizieren uns nicht mit Terrorismus, sondern verstehen den Begriff als Metapher für unser Tun“, erläutert Richter. Ihr Ziel ist es, einen echten und damit radikalen Wandel im Denken zu initiieren, weg vom Überkonsum, hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Mit Seife gegen Überkonsum und Plastik

Vor gut einem Jahr sind die Gründerinnen angetreten, um Plastik aus den Badezimmern zu verbannen. Vier Blockseifen, hergestellt in Handarbeit nach traditionellen Seifenrezepten und gleichermaßen geeignet für Haar, Körper und Gesicht, sollen die Batterie von Shampoos, Duschgels und Gesichtsreinigern ersetzen, die aktuell dicht an dicht in den Regalen lagern. Die Idee reifte in ihrer Startup-WG am Schulterblatt. „Wir sind alles Freelancer, Gründer oder solche, die eine Gründung planen“, erzählt Richter. „Im Sommer 2018 zog Mar ein, noch auf der Suche nach einer Gründungsidee. Uns beschäftigte damals das Thema Überkonsum und Plastik und wir probierten eine Reihe nachhaltiger Produkte aus.“ Doch keines habe überzeugen können. Also entschlossen sich Richter und Navajas Garcia selbst aktiv zu werden und gründeten ihr Startup.

Mit Blockseife gegen Überkonsum
© Terrorists of Beauty

Der Luxus liegt in der Reduktion

Allerdings ging es den Gründerinnen von Anfang an um mehr, als um ein nachhaltiges Produkt. „Unser Ziel ist es, eine gesellschaftliche Veränderung zu erreichen, ein Umdenken auf Seiten der Konsumenten, aber auch innerhalb der Konzerne“, betont Richter. So wendet sich das Startup gegen das Diktat der Schönheitsindustrie und die damit allzu oft verbundenen Tierversuche, chemischen Inhaltsstoffe oder Mikroplastik, und tritt stattdessen für eine individuelle natürliche Schönheit ein, die nicht viel brauche, um zu ‘strahlen’. „Die aktuelle Art des wachsenden Konsums ist einfach nicht durchzuhalten“, ist Richter überzeugt und plädiert für einen Luxus, der in der Reduktion liege: „Wir möchten die Menschen davon überzeugen, sich lieber für wenige hochwertige und damit auch hochpreisige Produkte zu entscheiden, statt für eine Vielzahl billiger.“ Darin sieht sie auch ein tragfähiges Geschäftsmodell für Großkonzerne.

Klassischer Handel von Anfang an interessiert

„Wenn wir das erreicht haben, die Regale also voller nachhaltiger Produkte sind, ziehen wir uns zurück und wenden uns einem anderen Problem zu“, erklärt Richter. Der erste Schritt dazu ist getan, verschiedene Reformhäuser, die Hamburger Drogeriekette Budnikowsky und einzelne Edeka-Filialen haben die Terrorists of Beauty-Seifen in ihr Sortiment aufgenommen – durchaus zur Überraschung der Gründerinnen. „Wir haben uns ja tatsächlich für einen Namen mit Ecken und Kanten entschieden und dachten, damit seien wir zu speziell für den klassischen Handel.“ Richter erklärt sich das wachsende Interesse – aktuell laufen Gespräche mit der Parfümeriekette Douglas sowie weiteren Drogerieketten – mit dem zunehmendem Wunsch der Konsumenten, mit gutem Gewissen einkaufen zu können.

Fair und vegan vom Inhalt bis zur Verpackung

„Unsere Blockseifen basieren auf maximal 15 veganen Bio-Zutaten, werden mit FSC-zertifizierter und klimaneutral gedruckter Verpackung geliefert und für die Logistik arbeiten wir mit der Stiftung Mensch zusammen“, erläutert Richter. Eine Kooperation, die den Gründerinnen auch eine etwas entspanntere Weihnachtszeit bescheren soll, als im letzten Jahr. Terrorists of Beauty ging Ende 2018 online, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, und begleitet von regen Social-Media-Aktivitäten ihres Freundeskreises. „Vom ersten Tag an gingen bei uns Bestellungen ein – und wir waren bis in die Nacht mit Pakete packen beschäftigt.“ In drei Wochen war die erste Charge von 1.000 Seifen komplett verkauft, so Richter weiter.
ys/sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.terroristsofbeauty.com

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