Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Händler sollen Lebensmittel an Hilfsorganisationen spenden © www.mediaserver.hamburg.de/Roberto Kai Hegeler

Händler sollen Lebensmittel an Hilfsorganisationen spenden

Hamburgs Verbraucherschutz-Senatorin kündigt Bundesratsinitiative gegen Lebensmittel-Verschwendung an

Über 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel landen in Deutschland jährlich im Abfall. Das ergab eine Studie der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) aus dem Jahre 2015. Allein rund 2,58 Millionen Tonnen Müll entstehen im Groß- und Einzelhandel, davon wären schätzungsweise 2,4 Millionen Tonnen vermeidbar. Vor diesem Hintergrund besuchte Hamburger Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks die Hamburger Tafel und kündigte eine Bundesratsinitiative für eine gesetzliche Regelung zur nachhaltigen Vermeidung von Lebensmittelverschwendung an.

Gesetzliche Verpflichtung gegen Lebensmittelverschwendung

„Lebensmittel, die noch genießbar sind, gehören nicht auf den Müll“, betont Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks während ihres Besuch der Hamburger Tafel. Vielmehr sollen sie an soziale Einrichtungen oder Initiativen weitergegeben werden. Doch obwohl in Deutschland mehr als 940 gemeinnützige Tafeln überschüssige Lebensmittel einsammeln und an mehr als 1,5 Millionen bedürftige Menschen verteilen, landen immer noch Millionen Tonnen an lebensmittelhygienisch einwandfreien Lebensmitteln im Abfall. „Um der Lebensmittelverschwendung wirkungsvoll und nachhaltig entgegenzuwirken, bedarf es einer gesetzlichen Verpflichtung des Handels zur Abgabe sicherer Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen“, so Prüfer-Storcks weiter. Deswegen wolle Hamburg mit einer Initiative im Bundesrat die Bundesregierung dazu auffordern, umgehend eine verpflichtende Regelung auf den Weg zu bringen.

Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern

Laut der WWF-Studie seien 2,4 Millionen Tonnen der im Groß- und Einzelhandel entstehenden Lebensmittelabfälle, u. a. durch Marketingentscheidungen der Händler und Erwartungen der Konsumenten, vermeidbar. Maßnahmen in anderen europäische Ländern belegen, dass mit einer gesetzlichen Verpflichtung ein Anstieg der Abgaben an Hilfsorganisationen einhergeht: Seit 2016 verpflichtet beispielsweise ein Gesetz französische Supermärkte (ab einer Größe von 400 m²) dazu, eine Vereinbarung mit gemeinnützigen Organisationen über das Spenden von Lebensmitteln zu schließen, die andernfalls entsorgt würden.

Die Hamburger Tafel verteilt wöchentlich rund 40 Tonnen Lebensmittel

Seit ihrer Gründung 1994, unterstützt die Hamburger Tafel e. V. Bedürftige mit Nahrungsmitteln, die nicht mehr für den Verkauf vorgesehen sind. Dabei engagieren sich mehr als 100 Helfer ehrenamtlich, die wöchentlich rund 40 Tonnen Lebensmittel an etwa 20.000 Bedürftige verteilen.
cf/sb

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de
www.hamburg.de/lebensmittel
www.wwf.de

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