Hamburg News: Hafen und Logistik - Shipping-Container-Schiff - © HMG www.mediaserver.de Christian Spahrbier
Blick auf den Hafen © Christian Spahrbier

Hamburg will weltgrößte Wasserstoff-Anlage im Hafen bauen

Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie der Zukunft. Entscheidung über Elektrolyse-Anlage soll noch in diesem Jahr fallen

Im Hamburger Hafen soll die weltweit größte Wasserstoff-Elektrolyse mit einer Leistung von 100 Megawatt entstehen. Noch in diesem Jahr werde die Entscheidung über den Bau der Anlage fallen, sagte der Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Bau der Anlage werde einen dreistelligen Millionenbetrag kosten und soll durch Fördermittel vom Bund und der EU ermöglicht werden. Hamburg will die notwendige Fläche bereitstellen.

Schlüsseltechnologie

Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie, um regenerativ erzeugte Energie speichern und transportieren zu können. Die norddeutschen Bundesländer fördern immer mehr Initiativen und Projekte, die auf Wasserstoff als Energieträger der Zukunft setzen. Eine 100-Megawatt-Elektrolyse zur Herstellung von Wasserstoff wäre eine neue technische Dimension. Die bislang größten Anlagen leisten allenfalls zehn Megawatt. Mit der Anlage könnte ein Problem der Eneriewende gelöst werden: Überflüssiger Strom – beispielsweise aus Windkraft – wird dazu verwendet, Wasserstoff herzustellen. Power-to-Gas heißt diese Technologie. Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff ist ein optimaler Weg, um überschüssige Windenergie zu speichern und nutzbar zu machen.

Wichtiger Bestandteil der Energiewende

„Die Produktion von Wasserstoff mit grünem Strom kann die fluktuierende Windenergie verstetigen und ist daher künftig ein unerlässlicher Bestandteil der Energiewende”, so Jan Rispens, Geschäftsführer der Hamburger Erneuerbare Energien Clusteragentur GmbH. “Zusätzlich kann mittels Wasserstoff auch über längere Zeit – Wochen, Monaten – Energie gespeichert werden. Viele Industrie-Unternehmen interessieren sich für Wasserstoff, um damit ohne CO2 Produkte zu produzieren und auch für die Mobilität mit Brennstoffzellen in Bussen. Für Lkw und Pkw wird Wasserstoff sehr wichtig werden. Daher ist Wasserstoff möglichst in einem Ballungsraum wie Hamburg und der Metropolregion Hamburg zu erzeugen, da alle Sektoren davon profitieren können“, so Rispens weiter.

Norddeutsche Wasserstoff-Strategie

Am 2. Mai 2019 haben sich die fünf norddeutschen Bundesländer auf Eckpunkte einer norddeutschen Wasserstoffstrategie verständigt, die bis Ende 2019 ausgearbeitet und politisch beschlossen werden soll. Norddeutschland wird in den Eckpunkten als prädestinierte Region für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft gesehen, die eine wirtschafts- und strukturpolitische Chance bietet, die zügig ergriffen werden müsse.
kk

Weitere Informationen:
www.ihk-nord

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