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Hamburg bekommt Studium der Hebammenwissenschaft © Pixabay/RitaE

Hamburg führt Studiengang Hebammenwissenschaft ein

Als eines der ersten Bundesländer akademisiert Hamburg die Hebammenausbildung. UKE und HAW Hamburg bieten ab Wintersemester 2020/2021 duales Studium an

Auf deutschlandweit rund 24.000 Hebammen kamen im Jahr 2017 insgesamt 784.901 Geburten, so der Deutsche Hebammenverband (DHV) e. V. Nun will Hamburg als eines der ersten Bundesländer dem Hebammenmangel mit der Akademisierung des Berufs entgegenwirken: Ab dem Wintersemester 2020/2021 bieten die Medizinische Fakultät der Universität Hamburg am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg einen gemeinsamen, hochschulübergreifenden Studiengang zur Hebammenwissenschaft an. Der duale Studiengang soll über sieben Semester neueste wissenschaftliche und berufspraktische Aspekte verknüpfen. Die Kosten für den Regelbetrieb betragen rund 3,75 Millionen Euro jährlich und sollen von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) getragen werden.

Hamburg ist Vorreiter

„Die HAW Hamburg und die Medizinische Fakultät der Universität Hamburg am UKE werden den Bachelor-Studiengang gemeinsam durchführen – diese hochschulübergreifende Kooperation ist bundesweit einmalig”, führt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank aus. Der Studiengang soll die gesamte Betreuungsphase – von der Familienplanung bis zum ersten Lebensjahr des Kindes – abbilden. Die wissenschaftliche Ausbildung wird an den Lernorten der HAW Hamburg und dem UKE stattfinden. Der praktische Teil wird knapp die Hälfte der Studienzeit umfassen und soll in Lehrkrankenhäusern oder Geburtshäusern absolviert werden. Die neue Ausbildung startet mit 60 Studienplätzen, ab 2023 sind im Regelbetrieb insgesamt 180 Studierende geplant.

Vergütung für angehende Hebammen geplant

Die Finanzierung der neuen Hebammenstudiengänge erfolgt bundesweit nach einem dualen Finanzierungsmodell: Die Kosten für den berufspraktischen Teil und die Vergütung der Studierenden werden von den Kostenträgern nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz, also vor allem durch die gesetzliche und die private Krankenversicherung, übernommen. Die Kosten, die an den Hochschulen anfallen, tragen die Länder. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, die die Akademisierung der Hebammenausbildung vorsieht. Ende September 2019 haben die Bundesregierung und der Bundesrat ein dementsprechendes Gesetz beschlossen, das die Einführung eines dualen Studiums und eine Vergütung für Studierende vorsieht. Damit soll die Hebammenausbildung wissenschaftlich fundiert weiterentwickelt werden sowie an Attraktivität gewinnen. Zugangsvoraussetzung für das Studium ist eine zwölfjährige allgemeine Schulausbildung oder der Abschluss einer erfolgreich absolvierten Berufsausbildung im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege.
js/sb/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de
www.hebammenkongress.de
www.uke.de
www.haw-hamburg.de

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