Forschung in Hamburg - © www.mediaserver.hamburg.de/Norgenta
Wissenschaftsbehörde fördert Hamburger Wissenschaft mit 35 Millionen Euro © Karolin Köcher

35 Millionen für Hamburgs Wissenschaft

Die Wissenschaftsbehörde fördert 18 neue Forschungsvorhaben und vier Zukunftscluster von Hamburger Hochschulen

Wie verändert der Klimawandel das Verhalten von Fischschwärmen? Wie wird das urbane Verkehrssystem der Zukunft modelliert? Auf diese und viele andere drängende Fragen suchen Hamburger Forscherinnen und Forscher nach Antworten. In der aktuellen Runde der Landesforschungsförderung hat die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) 18 neue Forschungsvorhaben bewilligt. Jedes Projekt erhält eine Förderung von maximal 1,8 Mio. Euro. Das Gesamtfördervolumen beträgt rund 23,3 Mio. Euro bei einer Laufzeit von 3,5 Jahren. Zusätzlich werden im Rahmen der Landesforschungsförderung vier neue Zukunftscluster – sogenannte „HamburgX-Projekte“ – mit insgesamt 12 Mio. Euro bis 2023 gefördert. Insgesamt erhält Hamburgs Wissenschaft somit 35,3 Mio. Euro für 22 Forschungsvorhaben.

Herausforderungen der modernen Gesellschaft

„Die Landesforschungsförderung ist ein wichtiges Instrument, um den Ausbau von Zukunftsclustern und Potenzialbereichen der staatlichen Hamburger Hochschulen weiter voranzubringen”, sagte Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank am Montag bei der Vorstellung der Pläne. “Es freut mich, dass die Hochschulen auch in der aktuellen Förderrunde wieder zahlreiche exzellente Projektideen eingebracht haben, die Antworten auf drängende Fragen und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie Klimawandel, Stadtentwicklung, sozialer Ungerechtigkeit oder medizinischen Fortschritt versprechen. Hiervon profitiert die gesamte Gesellschaft.“

Die 18 geförderten Forschungsvorhaben sind von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Hamburg, der HAW Hamburg, der TU Hamburg, der HafenCity Universität und des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf eingereicht worden. Die Helmut-Schmidt-Universität und diverse außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind als Projektpartner ebenfalls beteiligt. Die Forschungsvorhaben stammen aus diversen Fachgebieten und befassen sich mit Problemen und Herausforderungen, denen sich eine moderne Gesellschafft heutzutage stellen muss.

Von Tauchrobotern bis zur künstlichen Intelligenz

Das Projekt „Autonome Tauchroboter-gestützte Beobachtung von Fischschwärmen (AuTag BeoFisch)“ unter der Leitung von Prof. Dr. Tim Tiedemann ist an der Fakultät Technik und Informatik situiert. Der Klimawandel verändert die Lebensbedingungen von Tierpopulationen drastisch. Diese Veränderungen beeinflussen Migrations- und Verhaltensmuster. In diesem Projekt werden Methoden, Konzepte und Algorithmen für kleine, autonome Tauchroboter erforscht, welche diese Messungen automatisch und in Verbünden durchführen können. Zur Navigation, Steuerung und Live-Reporting werden zusätzlich effiziente akustische Lokalisations- und Kommunikationsverfahren erforscht. Die Auswertung der aufgenommenen Daten erfolgt durch automatisierte maschinelle Lernverfahren.

Das Projekt “Lernbasierte Datenanalyse – Stochastik, Optimierung, Dynamik und Approximation“ unter der Leitung von Prof. Dr. Sarah Hallerberg kommt ebenfalls von der Fakultät Technik und Informatik. Künstliche Intelligenz gewinnt in Unternehmen, Verwaltungen und unserem täglichen Leben an Bedeutung und ist zu einem Beschleuniger der Digitalisierung geworden. Es besteht daher eine starke Nachfrage nach immer leistungsfähigeren maschinellen Lernverfahren. Um Risiken beim Einsatz von Lernverfahren zu reduzieren und um bestehende Algorithmen zu verbessern, ist ein Verständnis der zugrundeliegenden mathematischen Methoden der Datenanalyse essentiell. Das Projekt LD-SODA widmet sich relevanten mathematischen Fragestellungen des maschinellen Lernens aus den beteiligten Disziplinen Stochastik, Optimierung, Dynamik und Approximation.

Gesellschaftliche Fragestellungen lösen

Das Projekt „Sorge-Transformationen. Forschungsverbund interdisziplinäre Carearbeitsforschung“ von der Universität Hamburg hat das Ziel, die Analyse von Carearbeit mit Blick auf gesellschaftliche Wandlungs- und Krisenprozesse zu erforschen. Projektpartner an der HAW Hamburg sind Prof. Dr. Knut Hinrichs und Prof. Dr. Anne Vogelpohl von der Fakultät Wirtschaft und Soziales. Das Projekt „Partipization – kollaborativ und multimedial“ (PaKOMM)“ von der HafenCity Universität untersucht die digitale Bürgerbeteiligung. Es wird getestet, ob ein angepasster Mix an Darstellungsformen bessere Entscheidungen in Beteiligungsverfahren erzeugen kann. Projektpartner ist an der HAW Hamburg ist Prof. Dr. Roland Greule von der Fakultät Design, Medien und Information.

In dem Projekt „Innovative luftgestützte urbane Mobilität (i-LUM)“ von der TUHH wird aus stadtplanerischer Perspektive das urbane Verkehrssystem der Zukunft modelliert, um die notwendigen Voraussetzungen für eine Integrierbarkeit des Verkehrsmittels ‚Flugtaxi‘ zu identifizieren. Verbundpartner ist u.a. die HAW Hamburg. Prof. Dr.-Ing. Thomas Netzel, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Internationales an der HAW Hamburg: „Die geförderten Projekte leisten Beiträge zu Lösungen gesellschaftlicher Fragestellungen und haben ein großes Transferpotential. Neben der Einwerbung von Einzelprojekten freut es mich besonders, dass wir an Hamburger Verbundprojekten mitwirken werden.“
js/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.haw-hamburg.de
www.hamburg.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.