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Technologiebasierter Klimaschutz: So engagiert sich die Hamburger Industrie © ArcelorMittal Hamburg GmbH

Technologischer Klimaschutz: vier innovative Industrie-Projekte

Von Produktion bis hin zur Entsorgung: So setzen vier Hamburger Industrieunternehmen klimafreundliche Technologien ein, um CO2 einzusparen

Für die Industrie der Zukunft: Der Senat und der Industrieverband Hamburg (IVH) haben sich Ende April auf ein Bündnis geeinigt, dass die Rahmenbedingungen für die Industrie in Hamburg weiter verbessern, Investitionshemmnisse identifizieren und beseitigen sowie die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie stärken soll. Vor dem Hintergrund der Hamburger Klimaziele soll vor allem die klimaschonende Produktion weiterentwickelt und gefördert werden. Damit sollen die CO2-Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 halbiert und bis 2050 gar um 80 Prozent reduziert werden. Bereits heute kommen in Hamburger Industrieunternehmen klimafreundliche Technologien zum Einsatz. Die Hamburg News stellt vier innovative Projekte vor.

Produktion – CO2-freies Stahlwerk im Test

Eine Studie der HAW Hamburg ergab, dass eine CO2-freie Stahlerzeugung – basierend auf grüner Energie – technisch möglich zu sein scheint. Die ArcelorMittal Hamburg GmbH will dies nun in ihrem Stahlwerk im industriellen Maßstab testen. Hierfür sollen u. a. Wasserstoff und grüner Strom zum Einsatz kommen. Stahl verfügt über eine hohe Recyclingfähigkeit und eine bessere Umweltbilanz als viele andere industrielle Werkstoffe. Darüber hinaus spielt Stahl eine wichtige Rolle in der Energiewende, da es u. a. ein elementarer Bestandteil von Windrädern und Elektroautos ist.

Gebäude – mit Eisspeicher klimaneutral arbeiten und forschen

Das international tätige Labor für Qualitätskontrolle, die Galab Laboratories GmbH, setzt an seinem Standort in Hamburg-Bergedorf eine eigens entwickelte und klimaneutrale Eisspeicher-Technik ein. Diese soll das Gebäude klimatisieren und die technischen Anlagen kühlen. Hierfür befindet sich unter dem Parkplatz ein mit 1.000.000 Liter Wasser befüllter Tank, der als Energiespeicher für Wärme und Kälte dient. Zudem reflektieren beschichtete Fenster die Sonneneinstrahlung oder nutzen diese bei Bedarf für die Raumheizung. Laut eigener Aussage kann das Unternehmen mit diesem Konzept zur Energieverteilung bis zu 70 Prozent CO2 einsparen – gegenüber konventionell klimatisierten Gebäuden.

Mit diesen Erfahrungen will Galab Laboratories, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Energiecampus Bergedorf, einen 20.000 Quadratmeter großen Life-Science-Campus mit Forschungseinrichtungen, Industrie und Startups errichten. Auf dem Dach ist ein 3.000 Quadratmeter großes Gewächshaus geplant, das zu 100 Prozent regenerativ betrieben werden soll.

Industriewärmeleitung in die östliche HafenCity
Industriewärmeleitung in die östliche HafenCity © Aurubis AG

Versorgung – Industriewärme für die Hamburger Innenstadt

Die östliche HafenCity wird als erstes Hamburger Stadtquartier vollständig mit CO2-freier Industriewärme von der Aurubis AG versorgt. So werden nach eigener Angabe des Kupferproduzentens bereits heute rund 20.000 Tonnen CO2 im Jahr vermieden. Nun will das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg auch das benachbarte Wohnquartier versorgen. Hierfür will das Unternehmen Abwärme auskoppeln, die in einem chemischen Nebenprozess der Kupfererzeugung entsteht und über eine 3,7 km lange Wärmeleitung ins Zielgebiet transportieren. Im nächsten Schritt könnte Aurubis das Hamburger Fernwärmenetz beliefern – und damit ein Zehntel des gesamten Hamburger Fernwärmebedarfs mit CO2-freier Wärme abdecken. Dadurch würden sich bis zu 140.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen lassen.

Entsorgung – mit industriellen Abfällen Rohstoffe gewinnen

In der Sonderabfallverbrennungsanlage der Indaver Deutschland GmbH am Standort Hamburg können bis zu 100.000 Tonnen Abfälle pro Jahr entsorgt werden. Dabei werden toxische Komponenten bei Temperaturen bis zu 1.300°C unschädlich gemacht und gleichzeitig Energie erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme wird über eine benachbarte Heizkraftanlage in das Hamburger Fernwärmenetz eingespeist. Zudem entwickelt das Unternehmen Verfahren zur Rückgewinnung wichtiger Rohstoffe aus Abfällen auf molekularer Ebene. Damit sollen wertvollen Metalle, Chlor oder anderen Stoffe dem Wirtschaftskreislauf wieder zur Verfügung gestellt werden.
sb

Quellen und weitere Informationen
www.hamburg.de
www.germany.arcelormittal.com
www.lifesciencenord.de
www.aurubis.com
www.indaver.de

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