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Vorne links: Matthias Boxberger, Vorsitzender des Industrieverbands Hamburg (IVH), vorne rechts: Bürgermeister Peter Tschentscher © Senatskanzlei Hamburg

Senat und Industrie beschließen Zukunfts-Bündnis

‚Bündnis für die Industrie der Zukunft‘ will Energiewende, Klimaschutz, Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze fördern. Demo-Zentrum für Wasserstoff geplant

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Matthias Boxberger, Vorsitzender des Industrieverbands Hamburg (IVH), haben am 18. November 2019 das gemeinsame ‚Bündnis für die Industrie der Zukunft‘ besiegelt. Das im Frühjahr 2019 gegründete Bündnis hat ein Maßnahmenpaket entwickelt, um die Rahmenbedingungen für die Industrie in Hamburg zu verbessern, die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie zu stärken sowie die technologische Entwicklung der Industrie zu einer klimafreundlichen Produktion zu fördern.

Die Industrie in Hamburg beschäftigt rund 120.000 Menschen. Damit gilt die Elbmetropole, nach Bruttowertschöpfung (mehr als 80 Milliarden Euro in 2018), als größte Industriestadt Deutschlands und als einer der größten Industriestandorte Europas. Doch die Industrie in Hamburg steht aufgrund ihrer Energiebedarfe vor großen Aufgaben: Gegenüber 1990 sollen die CO2-Emissionen Hamburgs bis 2030 um 55 Prozent reduziert werden. Zugleich soll die Industrie national und international wettbewerbsfähig bleiben.

Demonstrationszentrum für Wasserstofftechnologie

„Moderne Industrieunternehmen helfen uns, große Fortschritte bei der Reduzierung von Kohlendioxid- und Schadstoffemissionen zu erreichen“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. Nur eine starke Industrie könne die hierfür erforderlichen Investitionen leisten. „Wir wollen die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Industrie weiter verbessern und die Unternehmen bei der Umstellung auf nachhaltige Produktionsprozesse unterstützen.“ Dabei solle ein neues Demonstrationszentrum zur Sektorenkopplung das große Potenzial der Energiewende in der Industrie aufzeigen und die konkrete Umsetzung in verschiedenen Anwendungsfeldern erproben. Zudem betonte IVH-Chef Matthias Boxberger die wichtige Weichenstellung für die Zukunft der 120.000 industriellen Arbeitsplätze in Hamburg.

Das ‚Bündnis für die Industrie der Zukunft‘ hat sich u. a. auf folgende Maßnahmen verständigt:

Industriekoordinator
Der Staatsrat für Hafen, Innovation und Wirtschaft, Dr. Torsten Sevecke, wird als Industriekoordinator der zentrale Ansprechpartner im Dialog von Industrie und Verwaltung in Hamburg. Er soll die Belange der Industrieunternehmen in die gesamtstädtische Entwicklung einbringen.

Flächen für die Industrie
In Ergänzung zum Masterplan Industrie des Senats sollen städtebauliche Vorhaben frühzeitiger mit Industrieunternehmen in der Nachbarschaft besprochen werden. Ziel ist es, im Rahmen von Immissionsschutz, Gewässernutzung und Flächenfragen schneller als bisher zu Lösungen zu gelangen.

Abbau von Investitionshemmnissen
Die Stadt Hamburg will in der Verwaltung schrittweise digitale „Track and Trace“-Verfahren einrichten, sodass die Unternehmen jederzeit über den Stand von Anträgen und Verfahren informiert sind. Dies soll die Transparenz und Planungssicherheit in längerfristigen Prozessen erhöhen.

Stärkung der Zusammenarbeit von Industrie und Forschung
Als zentraler Baustein für eine klimafreundlichere Industrie gilt der Umstieg auf Erneuerbare Energien. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Unternehmen soll vertieft werden, um die Einführung innovativer Technologien zu beschleunigen. Zudem plant der Senat den Aufbau eines Demonstrationszentrums für Sektorenkopplung, das insbesondere die Umwandlung von Windstrom in Wasserstoff für verschiedenen Industriezweigen erproben soll.

„Mit dem Masterplan Industrie und der UmweltPartnerschaft gibt es bereits seit vielen Jahren feste Vereinbarungen zwischen Senat, Handelskammer, IVH und DGB Nord, die das Ziel haben, den Industriestandort Hamburg zukunftsorientiert weiterzuentwickeln und gleichzeitig relevante Beiträge zu mehr betrieblichem Klima- und Umweltschutz sicherzustellen“, erklärte André Mücke, Vizepräses der Handelskammer Hamburg. Aus seiner Sicht habe das ‚Bündnis für die Industrie der Zukunft‘ vor allem eine „symbolische Bedeutung“.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.hamburg.de
www.hamburg.de/pressearchiv-fhh
www.hamburg.de/bwvi/masterplan-industrie
www.hamburg.de/umweltpartnerschaft

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