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Die Recup-App zeigt teilnehmende Filialen in der Umgebung © Recup GmbH

Mehrwegbecher: Hamburg zieht positive Zwischenbilanz

Recup-Pfandbecher und Kehr.Wieder-Rabatt verringern Pappbecherflut. Schätzungweise jährlich eine Million Wegwerfbecher weniger als vor drei Jahren

In Deutschland werden stündlich 320.000 Einwegbecher verbraucht, pro Jahr sind es fast drei Milliarden. Im Kampf gegen diese Pappbecherflut kann Hamburg nun erste positive Zahlen verzeichnen: Das Pfandsystem von Recup ist bereits in 229 Cafés, Läden, Bäckerei-Filialen & Co. vertreten, in denen die Becher gegen Pfand gekauft und zurückgegeben werden können. Darüber hinaus gibt es an 260 Standorten, im Rahmen der Kehr.Wieder-Aktion, Rabatt auf Getränke im mitgebrachten Mehrwegbecher. Geschätzt werden in Hamburg pro Jahr mindestens eine Million Becher weniger verbraucht werden als noch vor drei Jahren.

Hamburgs einheitlicher To-go-Becher – Recup

Seit April 2018 arbeitet das Münchner Startup Recup zusammen mit der Umweltbehörde an der Umsetzung eines einheitlichen Mehrwegbecher-Pfandsystems in Hamburg. Das Prinzip ist denkbar einfach: Kaffeegenießer kaufen ihren To-go-Kaffee im Pfandbecher, hinterlegen einen Euro Pfand für den Becher und erhalten gegenüber dem Kaffee im Einwegbecher einen Preisvorteil. Leere Becher können deutschlandweit bei allen Recup-Partnern wieder abgegeben werden. Anschließend werden die Becher vor Ort gereinigt und direkt wieder im System eingesetzt. Die Behälter sind recyclebar und können bis zu 1.000 mal wieder befüllt werden. Seit der Einführung von Recup wächst die Zahl der teilnehmenden Bäckereien und Filialen in Hamburg stetig (Stand Juli 2019: 229), die in der Recup-App schnell gefunden werden können. Aktuell sind nach Angaben des Unternehmens in Hamburg rund 60.000 Becher im Umlauf.

Kehr.Wieder-Aktion: eigenen Becher mitbringen, Rabatt bekommen

Die Freie und Hansestadt Hamburg rief Ende 2017 die Kehr.Wieder-Aktion ins Leben. Dabei erhalten Kunden, die einen eigenen Mehrwegbecher für den Unterwegsgenuss mitbringen, einen Preisnachlass von 10 bis 30 Cent – an mittlerweile 260 Standorten. Die Kehr.Wieder-Partner sind mit einem Aufkleber gekennzeichnet, darüber hinaus gibt eine interaktive Karte einen Überblick. Der Umweltbehörde zufolge, werden in der Elbmetropole so rund 120.000 Einwegbecher pro Jahr vermieden. Die Becher würden allerdings nur einen kleinen Teil des Mülls ausmachen, erklärt Jens Kerstan, Umweltsenator. „Deshalb müssen wir jetzt auch andere Felder in den Blick nehmen, wie etwa überflüssige Verpackungen in Supermärkten oder in der Gastronomie“, so Kerstan weiter. Wie das aussehen könnte, zeigt beispielsweise das Zero-Waste-CaféIn guter Gesellschaft’ in Hamburg-St. Pauli, welches nach eigener Aussage, u. a. durch die Verwendung von Stoffservietten oder Marmeladengläsern als Trinkglas, fast keinen Müll produziert.
cf/sb

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de
www.recup.de
www.hamburg.de/kehrwieder

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