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Hamburg Wasser Phosphorrückgewinnung © HAMBURG WASSER / Ulrich Perrey

Innovative Anlage soll Phosphor aus Abwasser gewinnen

Im Klärwerk im Hamburger Hafen soll bis 2020 eine Phosphor-Recyclinganlage entstehen

Hamburg Wasser und der Recycling-Dienstleister Remondis errichten auf dem Gelände des Hamburger Klärwerks eine Recyclinganlage für Phosphor. Nach Unternehmensangaben handelt es sich dabei um eine Weltneuheit. Anfang März 2019 fand die Grundsteinlegung statt, ab 2020 sollen hier aus rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche jährlich etwa 7.000 Tonnen hochreine Phosphorsäure gewonnen werden. Phosphor gilt als essentieller Rohstoff für die Nahrungsmittelproduktion und muss derzeit importiert werden.

Zukunftsweisendes Projekt am Innovationsstandort Hamburg

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher sagt: „Der Bau der Hamburger Phosphor-Recycling-Anlage ist ein wichtiges Projekt für den Innovationsstandort Hamburg. Die Rückgewinnung verringert die Umweltbelastung und macht einen kostbaren Rohstoff wieder verfügbar. Das Klärwerk Hamburg liefert mit dieser Anlage eine zukunftsweisende Lösung und setzt internationale Maßstäbe.“ Phosphor wird vom Menschen über die Nahrung in Form von Phosphat aufgenommen. Der Mineralstoff treibt wichtige Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper an und sorgt u. a. für feste Zähne und Knochen. Über menschliche Ausscheidungen gelangt der wertvolle Stoff ins Abwasser und landet schließlich im Klärschlamm. Mit dem sogenannten Tetraphos-Verfahren soll der wichtige Rohstoff aus Hamburger Abwasser wirtschaftlich effizient recycelt werden.

Phosphor essentiell für die Nahrungsmittelproduktion

So seien die weltweiten Phosphorvorkommen endlich, doch die Nachfrage steige konstant. Derzeit muss Deutschland den Rohstoff vollständig importieren. Ca. 230.000 Tonnen Phosphor jährlich werden in Form von Dünger auf die Felder gebracht. Der Rohstoff ist essentiell für das Pflanzenwachstum und damit für die gesamte Nahrungsmittelproduktion. Die deutsche Bundesregierung hat gesetzlich vorgeschrieben, dass Phosphor ab 2029 aus Abwasser zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden muss. Nach eigenen Angaben wird Hamburg Wasser der erste kommunale Entsorger sein, der diese Vorgabe erfüllen kann. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm.
cf/sb/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburgwasser.de

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