Erneuerbare Energien Branche: Mehr Klimaschutz nach Corona

Umfrage in der Branche zur Markterholung durch Erneuerbare Energien nach der Corona-Pandemie
27. Juli 2020
Wind turbine on Energieberg

Die Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur (EEHH) hat im Juli unter seinen etwa 200 Mitgliedsunternehmen eine Umfrage zur „Markterholung mithilfe von erneuerbaren Energien nach der Corona-Pandemie“ durchgeführt. Die Unternehmen äußerten sich zur Rolle ihrer Branche bei der gesamtwirtschaftlichen Erholung und zur Notwendigkeit von Förderungen und Regulatorik.

Chance für Innovationen

Zwei Drittel der befragten Unternehmen befürworteten, dass Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit beim wirtschaftlichen Wiederanlauf nach der Corona-Krise eine übergeordnete Rolle spielen sollten. 85 Prozent der Befragten finden, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien in einem angepassten Energiesystem einen großen bis sehr großen Stellenwert bekommen sollte. Dass die Krise sogar eine historische Chance für Innovationen, für die Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und für den Umbau des Energiesektors bietet, gab knapp die Hälfte der Befragten an.

Strukturwandel 

Allerdings herrscht auch Skepsis: Mehr als die Hälfte der Befragten findet, dass die Erneuerbaren Energien von der Politik nicht ausreichend stark wahrgenommen werden. Bei Unternehmen der Privatwirtschaft sehen wesentlich weniger Befragte dieses Defizit. Die richtigen Anreize und Regeln vorausgesetzt, könnten Erneuerbare Energien hier entscheidend zum Strukturwandel beitragen, hieß es. „Die Corona-Pandemie hat viele Wirtschaftszweige im Mark erschüttert, aber auch viele Menschen aufgerüttelt. Diese haben durch die unmittelbaren Folgen des erzwungenen Stillstands eine konkretere Vorstellung vom Wert einer intakten Umwelt und der Bedeutung der Energiewende bekommen", so Jan Rispen, der Geschäftsführer des EEHH-Clusters.

Wirtschaft soll stärker auf Erneuerbare Energien setzten müssen

Zwei Drittel der befragten Unternehmen sind der Auffassung, dass die Erneuerbaren Energien für den wirtschaftlichen Wiederaufschwung nach der Corona-Pandemie staatlich besonders gefördert werden sollten. Einige Unternehmen wünschen sich dabei weniger finanzielle Vorteile als vielmehr einen Abbau von regulatorischen Hemmnissen sowie schnellere und einfachere Genehmigungsverfahren. Dass die Wirtschaft als Energieverbraucher gesetzlich verpflichtet wird, beim Wiederaufschwung nach der Corona-Pandemie stärker auf Erneuerbare Energien zu setzen, wünschen sich zudem zwei Drittel der Befragten. Als besonders förderungswürdig sehen die Befragten die Sektorenkopplung, Wasserstoffprojekte und eine klimafreundliche Wärmeversorgung. 

Graph of Renewable Energy Survey
© Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur
Mitgliederbefragung der EEHH

Wasserstoffstrategie als Schritt in die Zukunft

Die bisherigen Anstrengungen der politischen Organe im Bereich der Wasserstoff-Energie honorieren die Befragten. Mehr als zwei Drittel halten die nationale Wasserstoffstrategie für den richtigen Weg, um der Energiebranche einen starken neuen Impuls zu geben. Mehr als drei Viertel beurteilen sie als gut oder sehr gut. Für ihr Gelingen wünschen sich die meisten Befragten, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Wasserstoffproduktion in Deutschland deutlich forciert und die Regulatorik der Energiewirtschaft angepasst wird, damit sie sich wirtschaftlich rechnet. Der Umfrage zufolge interessieren sich immer mehr junge Ingenieure für eine Anstellung in der Erneuerbare Energien-Branche, die von der Corona-Krise profitieren könnte. Um das Interesse von Berufseinsteigern zu stärken, plädieren die Befragten unter anderem für mehr Digitalisierung, aber auch für mehr attraktive und zeitgemäße Arbeitszeitmodelle. 
sm/kk