Wissenschaftskolleg will Spitzenforscher nach Hamburg bringen

Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) offiziell gestartet. Bis zu 25 Fellows aus dem In- und Ausland in Hamburg erwartet
04. Dezember 2019
Hamburger Horizonte

Die ersten Fellows haben zugesagt. „Im Oktober 2020, zum Start des Wintersemesters, werden wir sie begrüßen können“, erklärt Professor Wolf-Georg Ringe, Sprecher des Präsidiums des Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) und Direktor des Instituts für Law & Economics der Universität Hamburg. Insgesamt 25 herausragende Forscher aus ganz verschiedenen Fachrichtungen sollen dem neuen Wissenschaftskolleg in Hamburg angehören. Ziel ist es, einen übergreifenden Ort für exzellente Forschung sowie für den wissenschaftlichen Austausch mit nationaler und internationaler Anziehungskraft zu schaffen.

Eng verzahnt: HIAS und „Hamburger Horizonte“

Die offizielle Gründung des HIAS fand Ende November parallel zu den Hamburger Horizonten statt. Bereits zum dritten Mal brachte die Konferenz Wissenschaftler und Bürger im KörberForum über ein gesellschaftlich bedeutendes Thema miteinander ins Gespräch. In diesem Jahr lautete das Motto „Grenzenlos Gesund“, im kommenden Jahr wird es um Europa gehen. Die Idee des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft teilen die Hamburger Horizonte und das HIAS, das Mitveranstalter der Konferenz ist. „Erkenntnis lebt vom Dialog“, ist Ringe überzeugt und betont: „Wir freuen uns darauf, im Rahmen des HIAS weltweit führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Hamburg holen zu können und interdisziplinäre Spitzenforschung zu ermöglichen. Davon wird auch unsere Stadt als Ganzes profitieren.“

Hamburg braucht ein Wissenschaftskolleg

Dem stimmt auch Hamburgs Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Katharina Fegebank zu, die schon 2017, zu Beginn der Gründungsphase erklärte: „Jeder exzellente Wissenschaftsstandort braucht ein Wissenschaftskolleg. Berlin hat eins, München hat eins, wir brauchen auch eins. Damit der Name Hamburg in Zukunft international stärker mit Spitzenforschung und exzellenter Wissenschaft in Verbindung gebracht wird.“ In Deutschland gibt es derzeit 30 Wissenschaftskollegs in 11 Bundesländern. Hamburg setzt dabei vor allem auf Interdisziplinarität. „Die große inhaltliche Bandbreite der Mitgliedsinstitutionen, von den Ingenieurwissenschaften über die Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften bis zur Bildenden Kunst und der Musik, stellt in der Landschaft der deutschen Wissenschaftskollegs ein Alleinstellungsmerkmal dar“, erklärt Professor Hendrik Brinksma, Vorsitzender des Vorstands des HIAS und Präsident der Technischen Universität Hamburg.

Tandempartner garantieren Vernetzung

Die Fellows, die bereits zugesagt haben, kommen aus den Fachrichtungen Biologie, Neurologie, Staatsphilosophie, Rechtswissenschaften und Philosophie bzw. Soziologie. Sie kommen für einen Zeitraum von drei, sechs oder zehn Monaten nach Hamburg und werden von Anfang an von einem Tandempartner begleitet, also einem ortsansässigen Wissenschaftler ihres Fachgebiets, der für eine intensive Vernetzung mit der Hamburger Wissenschaftscommunity sorgt. Als Unterkunft steht das Gästehaus der Universität Hamburg zur Verfügung. „Das ist eine Interimslösung. Wir sind auf der Suche nach einer repräsentativen Villa, in der Leben und Arbeit auf eine inspirierende Weise zusammengeführt werden kann“, so Ringe.
ys/kk

HIAS

Mitgliedsinstitutionen des 2019 gegründeten HIAS sind die Universität Hamburg, die Technische Universität Hamburg, die HafenCity Universität Hamburg, die Hochschule für Musik und Theater Hamburg, die Hochschule für bildende Künste Hamburg, Bucerius Law School, die Akademie der Wissenschaften in Hamburg und die Helmut-Schmidt-Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg. An der Finanzierung sind die Stadt Hamburg sowie verschiedene Stiftungen beteiligt.