Speiseeis: Senat fordert mehr Transparenz bei Mengenangaben

Eis aus dem Supermarkt wird oft mit Luft aufgeschlagen und mit Zusatzstoffen (zum Beispiel Stabilisatoren) versehen. Dieser Luftanteil muss auf Eispackungen nicht angegeben werden. Aufgrund einer Ausnahmeregelung der sogenannten Fertigungsverpackungsverordnung wird Eis aus dem Supermarkt nach Volumen und nicht nach Gewicht gekennzeichnet. Der Grundpreis auf dem Preisschild wird anhand dieses Volumens berechnet. Nun will sich Hamburg auf Bundesebene für eine Vergleichbarkeit der Mengenangaben einsetzen. Hersteller sollen künftig Gewicht statt Volumen angeben.
Verzerrung des Preises verhindern: Gewicht statt Volumen
Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina fordert: „Kund*innen wollen wissen, wieviel Eis sie für ihr Geld bekommen. Wir brauchen hier eine ehrliche Kennzeichnung." Michael Knobloch, Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg, ergänzt: „Mit dem Volumen einer Packung als Bezugsgröße wird der Grundpreis verzerrt und die ‚Luftnummern‘ unter den Eismarken profitieren. Darum unterstützen wir den Vorstoß der Hansestadt Hamburg für eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung von Speiseeis."
Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte vor kurzem untersucht, wie viel Luft sich in sechs abgepackten Fertigeisprodukten befand. Das Gewicht der Eisproben lag bei gleichem Volumen von einem Liter zwischen 477 und 870 Gramm. Das Eis mit der meisten Luft im Test wäre eigentlich mehr als doppelt so teuer, wenn sich der Grundpreis auf das Gewicht beziehen würde. Hamburg setzt sich auf Bundesebene für eine Vergleichbarkeit der Mengenangaben ein: Hersteller sollen auf Eisverpackungen künftig Gewicht statt Volumen angeben. Viele Hersteller schreiben zwar mittlerweile freiwillig das Gewicht in Gramm auf die Verpackung. Doch ein Vergleich des tatsächlich gezahlten Preises pro Kilogramm Eis sei für Verbraucher*innen so kaum möglich.
sm/sb