Hamburger Umweltbehörde veröffentlicht Starkregengefahrenkarte

Ab Ende 2023 sollen alle Hamburger:innen besser einschätzen können, ob in ihrer Umgebung Überflutungsgefahr droht
09. Oktober 2023
Regen

Der Klimawandel ist auch in Hamburg längst spürbar – unter anderem durch Starkregen, der vor allem im Sommer immer wieder Schäden verursacht. Hamburg Wasser hat nun im Auftrag der Umweltbehörde eine Starkregengefahrenkarte entwickelt, um mögliche Auswirkungen des Klimaphänomens sichtbar zu machen und Gefahren vorzubeugen. Ab Ende 2023 sollen alle Hamburger:innen besser einschätzen können, ob in ihrer Umgebung Überflutungsgefahr durch Starkregen droht.

Schutz vor Überflutungen durch möglichst genaue Prognose 

„Mit der Starkregengefahrenkarte – einer stadthydrologischen Simulation, die Starkregen, Oberfläche und Entwässerungssysteme gleichermaßen berücksichtigt – bieten wir den Menschen in Hamburg nun ein neues Instrument, um zukünftigen Herausforderungen durch zu viel Niederschlag vorausschauend begegnen zu können“, erklärt Ingo Hannemann, Geschäftsführer Hamburg Wasser. „Starkregenereignisse werden unserer Erkenntnis nach mit großer Wahrscheinlichkeit zunehmen. Relevante Bausteine für einen zielgerichteten Schutz vor Überflutungen sind eine möglichst genaue Prognose und die intelligente Vorsorge.“ Bislang wurden nur Geländehöhen zur Auswirkungen von Starkregenereignissen analysiert. Die neue Starkregengefahrenkarte hingegen zeigt eine detailliertere Modellierung. Sie simuliert bestimmte Regenszenarien und berücksichtigt über die Form der Geländeoberfläche hinaus auch Oberflächenabflüsse, Versickerungsfähigkeit des Untergrunds sowie Kapazitäten des Hamburger Sielnetzes und weiterer Entwässerungssysteme. Dadurch kann wesentlich genauer prognostiziert werden, wie hoch und wie tief sich Regenwasser an bestimmten Orten staut und wie schnell es maximal fließen kann. Die Starkregengefahrenkarte der Hamburger Stadtteile Tarpenbek, Wandse, Osterbeck, Großraum Altona und die Gebiete südlich der Elbe ist bereits abrufbar. Die bereits bestehenden Hochwasserrisiko- und Überschwemmungsgebietskarten ergänzen die Starkregengefahrenkarte.

Hamburg setzt auf das Prinzip Schwammstadt

In Hamburg verursachten lokale Starkregenereignisse, unter anderem im Raum Lohbrügge/Bergedorf (2018) und in Neugraben (2020), bereits größere Schäden. Um Regenwassermassen abzumildern und einer Überflutungsgefahr entgegenzuwirken, baue die Elbmetropole deshalb laut Hamburger Senat seit über zehn Jahren auf das Prinzip Schwammstadt. Das Ziel: Wasser durch Überflutungsräume zurückzuhalten, damit es vor Ort versickern und bewirtschaftet werden kann. Notwasserwege sollen die Wassermassen rechtzeitig ableiten. Gründächer würden ebenso Regenwasser zurückhalten. Die Stadt Hamburg unterstütze diese seit 2015 mit der Gründachförderung und berücksichtige die Starkregenvorsorge auch bei der Planung neuer Quartiere. 
mm/sb