Industrie

Hamburger Industrie: Bericht zur Lage

26. Mai 2022
Deutschlands größter Industriestandort auf Kurs bei Klimaschutz, Digitalisierung und dem Abbau von Investitionshemmnissen

Eine umfassende Bestandsaufnahme und einen Blick in die Zukunft bot Hamburgs Industriekoordinator Andreas Rieckhoff Mitte Mai mit der Präsentation eines zweiten Berichts zur „Industriemetropole Hamburg“ im Rahmen des „Bündnisses für die Industrie der Zukunft“. Das 2019 ins Leben gerufene Bündnis soll die Rahmenbedingungen für die Industrie in Hamburg verbessern, die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie stärken sowie die technologische Entwicklung der Industrie zu einer klimafreundlichen Produktion fördern. Und tatsächlich erweise sich die Industrie weiterhin als wichtiger Pfeiler für die Erreichung der Hamburger Klimaschutzziele, indem sie auf neue Energieträger setzt, Energieeinsparmaßnahmen umsetzt und Kooperationen im Rahmen der Sektorkopplung eingeht. Von 2018 auf 2019 sind die CO2-Emissionen im Sektor Industrie um 10,5 Prozent gesunken, heißt es im aktuellen Bericht.

Fortschritte beim Klimaschutz und dem Abbau von Investitionshemmnissen

Einen bedeutenden Schwerpunkt auf dem Weg, die Hamburger Industrie auf Klimaneutralität umzustellen, bildet die Wasserstofftechnologie. Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesverkehrsministerium haben im vergangenen Jahr 62 Wasserstoff-Großprojekte vorgestellt, die im Rahmen des sogenannten Wasserstoff-IPCEI (Important Projects of Common European Interest) staatlich gefördert werden – acht davon sind Hamburger Projekte. Zudem hat die Behörde für Wirtschaft und Innovation (BWI) die Stabsstelle Wasserstoffwirtschaft eingesetzt, mit der die Unternehmen eine wichtige Schnittstelle zum Senat erhalten haben.

Entscheidende Fortschritte konnten auch beim Abbau von Investitionshemmnissen erzielt werden. Bis Jahresende 2022 wird ein neues Fachverfahren mit elektronischer Akte und Online-Dienst bei den Bauaufsichtsbehörden eingeführt. Damit sollen künftig alle Arbeitsprozesse beim Bauantragsverfahren vollständig digitalisiert durchgeführt und so für die Unternehmen transparenter werden. Bei der Sicherung von Flächen für die Industrie wurde mit der Vorstellung des Handlungskonzepts zur Revitalisierung und Modernisierung des Industriegebietes Billbrook/Rothenburgsort in der Bürgerschaft ein Meilenstein erreicht.

Hamburg einer der wichtigsten Industriestandorte Europas

Digitalisierung als Schlüssel für technische Fortschritte bleibt auch weiterhin im Fokus des Senats. Nach der Gründung des Artificial Intelligence Center (ARIC), zur Etablierung eines interdisziplinären, anwendungsnahen Knowhow- sowie Forschungs- und Entwicklungs-Centers für Künstliche Intelligenz (KI), wurde ein weiteres Netzwerk zur Förderung von Zukunftstechnologie ins Leben gerufen: Mit Hilfe der Initiative Quantum Innovation Capital (QUIC) will Hamburg eine der führenden Quantencomputing-Regionen der Welt werden.

Natürlich betont der Bericht auch die generelle Bedeutung des Sektors Industrie für Hamburg. Mit rund 87.000 tätigen Personen und einem Gesamtumsatz von 96,7 Milliarden Euro leistete die Hamburger Industrie auch im Jahr 2021 einen bedeutenden Beitrag zu Beschäftigung und Wertschöpfung in der Metropolregion. Hamburg ist gemessen an der Bruttowertschöpfung die größte Industriestadt Deutschlands und einer der wichtigsten Industriestandorte Europas.
ys

Quellen und weitere Informationen

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