Hamburg wird Modellregion für digitale Mobilität

Startschuss für Reallabore für digitale Mobilität in Hamburg. Bundesminister Scheuer präsentierte Konzept
16. Juli 2020
Traffic in Hamburg's Speicherstadt

In Hamburg soll erstmals umfassend untersucht werden, wie die Digitalisierung die Mobilität in den kommenden Jahren im städtischen und ländlichen Raum beeinflusst. Die Hamburger*innen können die neuen digitalen Mobilitätsangebote wie die Einführung eines Mobilitätsbudgets selbst erproben und sich über Beteiligungs- und Dialogveranstaltungen aktiv einbringen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer überreichte dazu am Mittwoch (15.07.) Zukunftsschecks an die rund 30 Projektpartner. Der Bund stellt dafür rund 21 Millionen Euro für zehn Mobilitätsangebote bereit.

Zehn Teilprojekte

Hamburg wird dazu bis Ende 2021 zum Reallabor Digitale Mobilität und erprobt in zehn Teilprojekten innovative Mobilitätsangebote von Mobilitätsplattformen und autonomes Fahren über die Nutzung von Mikrodepots zur Reduzierung von Logistikverkehren bis hin zu On-Demand-Shuttles. Unter der Leitung der Hamburger Hochbahn AG entwickeln über 30 Projektpartner digitale Mobilitätslösungen in einem gemeinsamen Ökosystem in Hamburg und der Metropolregion. In Hamburg werden die Angebote selbst erprobt und die Teilnehmer können sich über Beteiligungs- und Dialogveranstaltungen aktiv einbringen. Die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens werden beim ITS-Weltkongress in Hamburg im Oktober 2021 vorgestellt.

"Hamburg wird zum Reallabor. Mit rund 21 Millionen Euro fördern wir zehn Mobilitätsangebote - von Mikrohubs zur Entlastung von Logistiklieferverkehren über eine Mobilitäts-App und Verkehrsmittel bis hin zu Mobilitätsbudgets anstelle von Dienstwagen. Das ist Mobilität - vernetzt, individuell und simpel", so Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Plattform Zukunft der Mobilität

Mit der Übergabe des Förderbescheides fiel der Startschuss für ein umfassendes Forschungsprojekt, das auf die Initiative der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) zurückgeht. Insgesamt elf Teilprojekte sollen helfen, die folgende Frage besser zu beantworten: Wie kann die Digitalisierung das Verkehrssystem nachhaltiger, sicherer, komfortabler und zuverlässiger gestalten? Dies gilt gleichermaßen für den Personen- wie für den Warenverkehr, sei es im ländlichen Raum mit seinen spezifischen Mobilitätsanforderungen oder im urbanen Zusammenhang.

"Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Hub für intelligente, zukunftsweisende Mobilitätslösungen entwickelt. Das RealLabHH läutet dabei die nächste Evolutionsstufe ein. Denn die hier angestrebte Verzahnung relevanter Player bis auf Projektebene bedeutet zusätzlichen Schwung für Innovationen", so Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG.

Präsentation auf dem ITS-Weltkongress 2021 in Hamburg

Zentrales Ziel des Projektes RealLabHH ist die Erstellung von Handlungsempfehlungen für die umwelt- und klimagerechte Umgestaltung des Mobilitässystems. Auf dem ITS-Weltkongress 2021 werden die Ergebnisse und Demonstratoren des Reallabors im Stadtgebiet und im Umland von Hamburg präsentiert. Unterstützt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ist die Freie und Hansestadt Hamburg Gastgeber des weltweit größten Kongresses für intelligente Verkehrssysteme und Services, der von 11. bis 15. Oktober 2021 in Hamburg stattfindet. Das Projekt RealLabHH läuft bis Ende 2021.
kk

NPM - Nationale Plattform Zukunft der Mobilität

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klimagerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeitsgruppen technologieneutral verkehrsträgerübergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.