Erneuerbare Energien: Hamburg baut Beziehung zu Nordamerika aus

Hansestadt soll zu einem der wichtigsten Import- und Verteilerzentren für Wasserstoff in Deutschland und Europa werden
25. Oktober 2023
Hafen-Wasserstoff

Deutschlands Potenziale für erneuerbare Energien sind begrenzt. Im Rahmen des vom Hamburger Senat verabschiedeten Außenwirtschaftskonzepts, das auf innovative Zukunftsbranchen abzielt, reiste deshalb Mitte Oktober eine Wirtschaftsdelegation aus rund 20 Unternehmen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette in die USA und nach Kanada. Kernthemen des Besuchs waren erneuerbare Energien, vor allem Wasserstoff. Parallel dazu vereinbarten der Energiekonzern Mabanaft und das Schlepperunternehmen Fairplay Towage Schlepper in Hamburg ab 2025 mit Wasserstoff zu versorgen.

USA und Kanada starke Partner bei erneuerbaren Energien

„Die USA und Kanada sind für uns starke Partner und vorn im Bereich der erneuerbaren Energien“, erklärt Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard. So verfüge beispielsweise die Provinz Neufundland über großes Potenzial beim Ausbau der Windenergie. Mit ihren Investitionen und Innovationen trügen sie zukünftig einen wesentlichen Anteil am Erfolg einer globalen Energiewende. Zudem sei die USA laut Hamburger Wirtschaftsbehörde zweitgrößter Wachstumsmarkt für erneuerbare Energie und besitze ebenfalls große Windenergiepotenziale sowie gute Voraussetzungen für Sonnenenergie. Mit der Wirtschaftsdelegationsreise nach USA und Kanada sei nun ein Grundstein für eine noch engere Zusammenarbeit gelegt worden, so Leonhard weiter.

Hamburger Hafen als Europas Logistik-Hub für grünen Wasserstoff

Laut Hamburger Wirtschaftsbehörde werde das klimapolitische Investitionsprogramm „Inflation Reduction Act“ in den USA Wind- und Solarenergievorhaben beschleunigen, insbesondere die Produktion von grünem Wasserstoff soll so wettbewerbsfähig werden. Ein Teil davon stünde für den Export bereit. Deutschland kann davon profitieren, denn voraussichtlich müssen 70 Prozent des Wasserstoffbedarfs importiert werden – über Pipelines oder per Schiff in Form von Wasserstoffderivaten, wie grüner Ammoniak, grünes Methanol und E-Kerosin. Aufgrund des Hafens ist Hamburg dafür prädestiniert. Die Elbmetropole will sich hier zu einem der wichtigsten Import- und Verteilerzentren in Deutschland und Europa entwickeln. Dafür werden Infrastrukturen für seeseitige Import und Lagerung aufgebaut. Mit dem Ziel Europas Logistik-Hub für grünen Wasserstoff zu werden, sollen im Hamburger Hafen aber auch nachhaltige Kraftstoffe und Energieträger selbst hergestellt und genutzt werden, etwa im Rahmen der Initiative Sustainable Energy Hub Hamburg“. 
mm/sb