Umweltwirtschaftsgipfel 2020: Nachhaltige Wege aus der Krise

Bei Konjunkturprogrammen auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit setzen – UmweltPartnerschaft veranstaltete Netzwerktreffen
06. November 2020
Aerial view of Outer Lake Alster

Von Wärme- und Energiewende, dem klimaneutralen Hafen bis 2040 über die Ressourcenwende und Steigerung von Recyclingquoten bis zur Mobilitätswende – Die Stadt Hamburg will gemeinsam mit der Wirtschaft die großen Zukunftsthemen bewegen. Bereits rund 1.300 Unternehmen engagieren sich im Netzwerk UmweltPartnerschaft freiwillig für betrieblichen Umwelt- und Klimaschutz, und unterstützen damit die Hamburger Klimaziele

Anfang November fand der jährliche Umweltwirtschaftsgipfel statt, natürlich online. Das von der Handelskammer Hamburg organisierten Event brachte rund 200 Zuhörer*innen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammen. Im Mittelpunkt stand der Umgang mit den aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Krise. Außerdem wurde die Initiative „Plastikfreie Stadt“ vorgestellt.

UmweltPartnerschaft verbindet Ökologie und Ökonomie

„Nur mit einem Grünen Deal kommen wir aus der Krise und bekämpfen dabei auch den Klimawandel, bevor dieser zu einer noch viel größeren Krise wird. Die UmweltPartnerschaft Hamburg zeigt bereits seit über 17 Jahren erfolgreich, wie Ökonomie und Ökologie eine fruchtbare Verbindung eingehen kann und zeigt den Hamburger Unternehmen auch in dieser Zeit, mit welchen Maßnahmen sie gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben und an Morgen denken“, so Umweltsenator Jens Kerstan. Um insbesondere beim Thema Mobilität noch mehr Synergien herzustellen, werde die Luftgütepartnerschaft ab 2021 in die UmweltPartnerschaft integriert.

Zwei Startups und Neu-UmweltPartner präsentierten bei der Netzwerkveranstaltung ihre innovativen Businessideen: „Print your own floor“, die auf Messefußböden aus Recycling-Material spezialisiert sind, und die Bio-Lutions International AG, die organisches Verpackungsmaterial herstellt.

Konjunkturprogramme sollten aktiven Klimaschutz berücksichtigen

Darüber hinaus diskutierten Prof. Dr. Johannes Merck, Umweltstiftung Michael Otto, Prof. Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg, Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender des Industrieverbandes Hamburg und Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg, mit Kerstan, wie der „Green Deal“ Wege aus der Krise aufweisen kann.

Dabei betonte Aust: „Die Investitions- und Konjunkturprogramme müssen zukunftsweisend sein und wirtschaftlichen Aufschwung mit aktivem Klimaschutz verbinden. Wir müssen weg von reaktiven Maßnahmen und hin zu offensiv-innovativen Lösungen, denn Innovationen fördern Umwelt- und Klimaschutz.“ Diese dringend benötigte Innovationskraft Hamburgs werde mit der Standortstrategie Hamburg 2040 forciert. 

Wie wollen wir in Hamburg künftig leben – und wovon?

Anfang September hat die Handelskammer Hamburg den Startschuss für die  Standortstrategie „Hamburg 2040: Wie wollen wir in Hamburg künftig leben – und wovon?“ gegeben. Hierfür wolle Aust auf das Know-how und die Kreativität der rund 170.000 Mitgliedsunternehmen sowie auf Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft setzen, schreibt der Präses der Handelskammer in einem Gastbeitrag im Hamburger Abendblatt.

Verbrauch von Einwegplastik reduzieren

Darüber hinaus wurde im Zuge der Netzwerkveranstaltung die Initiative „Plastikfreie Stadt“ vorgestellt, an der sich die UmweltPartnerschaft beteiligt. Ziel der Initiative ist es, den Einwegplastikverbrauch in Unternehmen im Zuge einer Selbstanalyse zu reduzieren. Die Liste der zu vermeidenden Einwegplastik-Produkte gehe dabei weit über die ab 2021 geltenden Verbote hinaus. Ab Dezember 2020 soll es Workshops für interessierte Unternehmen geben.
sb/kk