Studie: Wann würden Deutsche mehr für Journalismus zahlen?

Repräsentative Umfrage von nextMedia.Hamburg zur Zahlungsbereitschaft der deutschen Bevölkerung für journalistische Angebote
24. September 2020
Man reading newspaper

Wie steht es um die Zahlungsbereitschaft der Nutzer*innen journalistischer Angebote? Mit welchen Maßnahmen lassen sich finanzielle Potenziale noch besser ausschöpfen? Antworten auf Fragen wie diese liefert eine repräsentative Umfrage, die im Auftrag der Standortinitiative nextMedia.Hamburg vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt wurde – im Vorfeld des Scoopcamps, der Innovationskonferenz für Medien, die am 24. September als Hybrid-Veranstaltung stattfindet. Für die Studie wurden vom Anfang des Monats mehr als 2.500 Personen befragt.

Fünf bis 15 Euro im Monat für journalistische Angebote

Die Umfrage von nextMedia.Hamburg zeigt, dass Nutzer*innen journalistischer Angebote zu großen Teilen (81 Prozent) dazu bereit sind, für Journalismus zu zahlen. Die meisten Befragten (30 Prozent) bezifferten ihre Zahlungsbereitschaft auf fünf bis 15 Euro pro Monat. Gleichzeitig ist jede*r dritte*r Nutzer*in dazu bereit, monatlich insgesamt über 15 Euro für gedruckte und digitale Produkte auszugeben. Dabei gilt: Je älter die Nutzer*innen, desto höher die Zahlungsbereitschaft. Bei den über 65-Jährigen sind es 45 Prozent, die mehr als 15 Euro zahlen würden. Jede*r Zehnte dieser Altersgruppe ist sogar bereit, mehr als 40 Euro monatlich für Journalismus auszugeben.

Umfrage-Chart nextMedia.Hamburg
© nextMedia.Hamburg
Umfrage: Zahlungsbereitschaft Journalismus

Journalismus und Wissenschaft

Die Umfrage liefert einige Anhaltspunkte dazu, wie Medienmacher*innen die Zahlungsbereitschaft der Deutschen erhöhen könnten: Im Rahmen der Befragung gaben 43 Prozent der Deutschen an, dass transparentere Recherchen und Quellen zu einer Steigerung ihrer Zahlungsbereitschaft führen würden. Ein gutes Beispiel dafür bietet die Zusammenarbeit von Journalist*innen und Wissenschaftler*innen, deren Formate in den letzten Monaten besonders beliebt waren, zum Beispiel der NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update" mit Prof Dr. Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité. Jede*r Vierte würde bei weniger Werbung mehr Geld für Journalismus ausgeben und 19 Prozent wünschen sich mehr oder bessere exklusive Inhalte. Kombi-Abos würden bei 15 Prozent der Deutschen zu einer höheren Zahlungsbereitschaft führen, insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe der 18- bis 39-Jährigen.

Das digitale Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von nextMedia.Hamburg über 2.500 Personen am 3. und 4. September 2020 befragt. Die Ergebnisse seien repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren und im Speziellen für Nutzer*innen journalistischer Angebote.

Scoopcamp am 24. September als hybrides Event

Wo weitere Chancen für Medienhäuser liegen, wie mit den aktuellen Entwicklungen der Branche umgegangen werden sollte und welche Potenziale die Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen und Journalist*innen eröffnet, diskutieren am 24. September 2020 Expert*innen, Entscheider*innen und Innovator*innen der IT- und Medienbranche beim Scoopcamp – organisiert von der nextMedia.Hamburg un der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Innovationskonferenz für Medien findet in diesem Jahr erstmals als hybrides Live-Event statt, das sowohl analog als auch digital besucht werden kann. Das Motto lautet New Storytelling. Die Teilnehmer*innen erwartet ein abwechslungsreiches Programm – von der Keynote des New Yorker Journalismus-Professors Jeff Jarvis bis zum großen Abschlusspanel mit dpa-Geschäftsführer Peter Kropsch und anderen Mediengrößen. Tickets für die digitale Version sind kostenfrei erhältlich.
sm/sb/kk