Raum für maritime Ideen: Innovationscampus homeport Hamburg

Im Herzen des Hamburger Hafens entsteht ein Reallabor für ambitionierte Hafenakteure aus der Metropolregion
15. März 2021
Innovative Hafenlogistik

Ob Zero Emission, 3D-Druck, Drohnen oder Automatisierung mithilfe von Robotern: Wer in der Metropolregion an Zukunftslösungen für die maritime Wirtschaft und die Logistik im Hamburger Hafen arbeitet, findet dafür seit Anfang des Jahres im homeport Hamburg den entsprechenden Freiraum. Akteure aus Wissenschaft, Technologieunternehmen und Startups können in dem mitten im Hafen gelegenen Reallabor die Umsetzung von Ideen ausprobieren, experimentieren und kollaborieren. Ab Mitte des Jahres folgt dann der physische Innovationscampus samt Makerspace.

Innovative Technologien und Geschäftsmodelle unter realen Bedingungen testen

Die Aktivitäten von homePORT, initiiert unter dem Dach der Hamburg Port Authority (HPA), umfassen zunächst den Aufbau einer digitalen sowie physischen Community- und Netzwerkplattform. „Besonders im Blickpunkt steht dabei auch die Etablierung einer frei zugänglichen maritimen High-Tech-Werkstatt, dem sogenannten Makerspace ab Anfang Juni“, freut sich Marius Eschen, Product Lead New Business and Partnership bei der HPA. Im Kontext des homeport-Projekt ist geplant, einen Container-Campus am Südausgang vom St. Pauli Elbtunnel aufzubauen und dort einen Makerspace (oder auch FabLab, aus dem Englischen „fabrication laboratory“) entstehen zu lassen. Diese moderne Werkstatt, ausgestattet mit 3D-Druckern, Lasercuttern und anderer Hardware, hat das Ziel, Privatpersonen und Gewerbetreibenden den kontrollierten Zugang zu modernen Fertigungsverfahren zu ermöglichen. Auch Workshop- und Seminarräume werden eingeplant. Überdies stellt die Hafenmanagerin HPA ihre Infrastruktur als „Urban Tech Playground“ für das praktische Ausprobieren zum Entwickeln und Realisieren neuer Produktinnovationen zu Wasser, Land und Luft bereit.

One-Stop-Shop für Innovationen

„Bei uns erfolgt eine Vorqualifizierung, was individuell sinnvoll ist und den Hafen voranbringt“, erläutert Eschen. Sind für die Vorhaben der Forscherteams und Startups Genehmigungen erforderlich, werden diese – begleitet vom homeport-Team – mit den zuständigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden erarbeitet und abgestimmt. In einem speziellen Hafenareal wurden bereits Wassertestflächen ausgewiesen, in denen die Produkte und Anwendungen für autonome Tests unter und über Wasser in einem sicheren Umfeld, aber unter Realbedingungen getestet werden können. Außerdem steht für das Testen autonomer Roboter, Fahrzeuge und Drohnen ein Privatparkplatz zur Verfügung. Hamburg Invest ist Kooperationspartner des Projektes: "Hafenstädte in aller Welt sind die Innovationstreiber schlechthin", so Hamburg Invest Geschäftsführer Dr. Rolf Strittmatter. „Im Hamburger Hafen kommen seit mehr als tausend Jahren nicht nur Waren, sondern auch die Ideen an, aus denen Innovationen werden. Durch den Homeport wird dieses auch in Zukunft so bleiben."  

Makerspace als Schaltzentrale und Begegnungsort

Der Container-Campus samt Makerspace soll physischer Nukleus und organisatorische Schaltzentrale des Vorhabens werden. Forschende, Startups und Hafenakteure können sich dort begegnen und an Prototypen sowie Innovationen arbeiten. Auch HPA-eigene Forschungsprojekte wollen die Flächen nutzen: Das sind beispielsweise die Schwimmdrohnen im Rahmen des von der EU geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekts RoboVaas (Robotic Vessels as a Service), das sich mit der Entwicklung von robotergestützten Dienstleistungen auf Abruf für die maritime Wirtschaft befasst. Kleine, unbemannte Über- und Unterwasserfahrzeuge sollen in diesem Rahmen küstennahe maritime Operationen unterstützen. Ein weiteres Projekt ist ist SeaClear (SEarch, identificAtion and Collection of marine LittEr with Autonomous Robots), ein Forschungsvorhaben, das sich zum Ziel gesetzt hat, unbemannte autonom betreibbare Unterwasserfahrzeuge für das Sammeln von Abfall zu entwickeln.

Zusammenarbeit stärken und ein nachhaltiges Netzwerk aufbauen

„Im zweiten Schritt wollen wir die Akteure aus dem Hafen und der maritimen Wirtschaft noch stärker miteinander vernetzen“, berichtet Eschen. Derzeit zählt die kürzlich gestartete Community bereits 50 in- und externe Mitglieder. Fest steht bereits, dass das homePORT-Areal im Rahmen des ITS Weltkongresses als Teil der offiziellen Messe- und Demonstrationsfläche auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und Drohnenprojekte beherbergen soll. 
cb/kk