SXSW - © Merrick Ales
SXSW-Selfie von Harald Neidhardt - © Harald Neidhardt

Neue Mobilitätskonzepte auf der South by Southwest

Der Hamburger New-Mobility-Experte Harald Neidhardt berichtet von seinen Entdeckungen auf der SXSW in Austin. Ein Gastbeitrag.

Es ist eigentlich gar nicht so weit von der Rainey Street bis zur Sixth Street, aber nachdem uns eine Dame im Superwoman-Kostüm so nett angesprochen hat, sind wir mit ihrer Rikscha zum nächsten Meeting-Punkt gefahren und haben uns die abendliche Brise um die Nase wehen lassen. Austin zeigt in diesen Tagen eine große Bandbreite an Mobilitätskonzepten – da ist die analoge Rikscha nur ein originelles Beispiel. Fast so cool wie die fahrende Eule, die wie ein Gruß vom legendären Burning Man Festival erscheint.

Eulen-Mobil auf der SXSW 2018
Eulen-Mobil auf der SXSW 2018

Vom Vision Van bis zur Electric Intelligence

Das interessanteste Branding legt Google an den Tag, die mit ihren Golfkart ähnlichen Taxen Gäste des SXSW-Festivals durch die Stadt fahren. Erwähnenswert ist auch die me Convention von Mercedes Benz, die im Palm Park stattfindet. In einem ausrangierten Pool finden interessante Vorträge, Workshops und Talks zum Thema #createthenew statt. Darüber hinaus stellt Mercedes neue Mobilitätskonzepte, wie die Transporter-Studie Vision Van, Carsharing-Modelle für Car2Go und eMobility Lösungen unter der Produktmarke EQ (Electric Intelligence) vor. Diese werden locker zwischen Bars, Bühnen, Liegestühlen und Klettergerüsten zur Schau gestellt. In der lebhaften Sixth Street steht ein Smart, der in einer durchsichtigen, aufblasbaren Kugel hin- und herfährt und demonstrieren soll, dass Elektromobilität keine giftigen Abgase ausstößt.

RideAustin, ein Open Source basierter Fahrdienst

Im Vorfeld der SXSW bot die Lufthansa eine Inflight Konferenz an. Hinter dem Namen* FlyingLab* versteckt sich eine Vorkonferenz über den Wolken – von Frankfurt zum Zielflughafen Houston, Texas. Die coolste Entdeckung in diesem Jahr ist wohl RideAustin, ein Uber-Klon, der allerdings als Open Source operiert und super bequem sowie schnell ist. Der Service ist derselbe, aber die Fahrer zahlen lediglich 1 Dollar pro Fahrt, um die Software zu nutzen. Toller Service und man hat ein gutes Gefühl, dass die selbständigen Fahrer maximal profitieren können.

Screenshot des Fahrdienstes RideAustin
Screenshot des Fahrdienstes RideAustin

“Keep it weird”

Am Ende gleite ich mit Shirley, der netten Fahrerin der schwarzen Blacklane S-Klasse, durch die verstopften Highways der texanischen Hauptstadt zum Flughafen. Das Berliner Startup betreibt ein Portal für Chaffeur-Fahrdienstleistungen. Die Fahrt bildet einen ruhigen und entspannten Kontrastpunkt zum quirligem Austin, das natürlich die letzten Tage ordentlich aufgedreht hat – für mich genau das Richtige auf dem kurzen Weg zum Airport.

Während im Palm Park die Autos zugedeckt werden und im flimmernden Partylicht zur Ruhe kommen, geht in Pete’s Dueling Piano Bar die Party erst los. Und nachdem “Bohemian Rapsody” verklungen ist, fährt man eben nicht selber nach Haus, sondern nimmt beruhigt einen der vielfältigen Mobility-Services in Austin.

Keep it weird, das fällt Austin gar nicht so schwer, wie man sieht.

(„Keep Austin weird“ ist der halboffizielle Slogan der texanischen Hauptstadt, der 2000 im Rahmen einer Marketingkampagne für kleine, lokale Unternehmen entstand und sich sofort etablierte.)
sb

Ein Gastbeitrag von Harald Neidhardt, Smart-City-Experte und Gründer des MLove Future City Campus in der Hamburger HafenCity

Quellen und weitere Informationen
www.mlove.com
www.sxsw.com
www.flyinglab.aero/sxsw2017
www.me-convention.com

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