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Hamburg Kreativ Gesellschaft / Selim Sudheimer

Wie neue Perspektiven den Kulturwandel beflügeln

Unterschiedliche Branchen, ähnliche Herausforderungen - Das „Pop-up Office“ soll kreative und andere Branchen zusammenbringen und zu Innovationen anregen

Kunstaustellungen, Präsentationen, Aufführungen – in der Hamburger Grindelallee 129 finden wechselnde kreative Projekte ein temporäres zu Hause. Es ist eines von zahlreichen Mietobjekten in der Stadt, das die Hamburg Kreativ Gesellschaft Künstlern, Designern und weiteren Kreativschaffenden zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellt. Zuletzt nutzte das städtische Unternehmen den gut 100 Quadratmeter großen Raum in eigener Sache: 15 Selbstständige und Angestellte aus so unterschiedlichen Branchen wie der Musikwirtschaft oder der Luftfahrt arbeiteten fünf Tage gemeinsam an neuen Ansätzen, wie Kulturwandel über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg gestaltet werden kann.

Lufthansa Technik & fischerAppelt

Offene Gespräche im "Pop-up Office"

So schnell wie das „Pop-up Office“ Anfang April wortwörtlich in der Grindelallee aus dem Nichts auftauchte, war es Anfang Mai schon wieder verschwunden. In den ersten drei Durchläufen des Formats haben Woche für Woche Freiberufliche und Mitarbeiter/innen aus so unterschiedlichen Unternehmen wie der Otto Group, Lufthansa Technik, fischerAppelt oder Jung von Matt gemeinsame Herausforderungen in ihrem Arbeitsalltag identifiziert, sich in einem „Deep Dive“ an die Wurzeln der Probleme getastet und in einem Design Studio konkrete Lösungen in Prototypen übersetzt. Zu den wesentlichen Fragestellungen, mit denen sich die Teilnehmenden beschäftigten, zählten Organisationsstrukturen, neue Ansätze des Wissensmanagements sowie kreativitätsfördernde Raumkonzepte.

Ein Input zum Kulturwandel

„Es war für mich sehr überraschend, dass in den unterschiedlichsten Branchen so ähnliche Herausforderungen bestehen“, berichtet Jonathan Pengl, Musiker und Assistent der Geschäftsführung beim Ensemble Resonanz. Er hatte im „Pop-up Office“ in einem Team mit IT-Fachkräften, kreativen Freiberuflichen und Personalverantwortlichen gearbeitet.

Es sei kein Zufall, dass in jeder Woche Mitarbeiter/innen aus großen Organisationsformen neben Selbstständigen aus klassischen kreativen Feldern wie dem Design oder der Musik gearbeitet haben, erläutert Jenny Kornmacher, Leiterin eines elfköpfigen Projektteams bei der Kreativ Gesellschaft: „Mit ihren eigenen Arbeitskulturen können Kreative einen besonderen Input zum Kulturwandel leisten. Aus dieser Überlegung heraus haben wir die Teams gematcht.“

Innovationspotenziale erschließen

Das „Pop-up Office“ ist eines von vielen Formaten, das das städtische Unternehmen im Rahmen eines EU-geförderten Projektes, dem „Cross Innovation Hub“, umsetzt. Ziel des Projektes ist es, kreative und andere Branchen zum Austausch anzuregen und dabei neue Innovationspotentiale zu erschließen. Dazu zählen u.a. auch Hackathons, Barcamps oder Start-up Days. Im Herbst startet ein Accelerator-Programm, das sich gezielt an Gründerteams mit interdisziplinärer Zusammensetzung richtet.

Ergebnisse des Pop-up Office

Veränderte Perspektiven

Auch, wenn das „Pop-up Office“ vorerst aus der Grindelallee verschwunden ist – gut möglich, dass es hier oder auch an anderer Stelle in naher Zukunft wieder auftaucht. zuvor möchten die Veranstalter jedoch herausfinden, welche konkreten Erkenntnisse die Teilnehmenden tatsächlich aus dem „Pop-up Office“ in ihren Arbeitsalltag mitgenommen haben. Dies soll mit zeitlichen Abstand bei einem „Alumni-Treffen“ besprochen werden.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.kreativgesellschaft.org/innovation

Über die Hamburg Kreativ Gesellschaft

Mehr Wissen, Raum, Finanzierung und Innovation für Hamburgs Kreative – dies ist der Auftrag, dem sich die Hamburg Kreativ Gesellschaft als Einrichtung der Freien und Hansestadt Hamburg verschrieben hat. Seit der Gründung im Jahr 2010 versteht sich die Kreativ Gesellschaft als zentrale Anlaufstelle für Künstler, Designer, Musiker und alle weiteren Akteure der Hamburger Kreativwirtschaft. Zum jüngeren Angebot zählen die Aktivitäten im Rahmen des “Cross Innovation Hubs” – eines EU-geförderten Projektes, dessen Zielsetzung die Vernetzung und die Intensivierung der Zusammenarbeit kreativer und anderer Branchen ist. Das Projektteam entwickelt laufend neue Angebote, über die ein “Cross Innovation Newsletter” informiert.

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