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Von Gamification über KI-Spracherkennung bis hin zur VR-Kamera

Acht Gründerteams aus aller Welt durchlaufen derzeit den Next Media Accelerator in der Elbmetropole. Hamburg News stellt die Media-Tech-Startups vor – Teil 3

Der Demo Day am 17. Dezember rückt näher und näher. Dies wird der krönende Abschluss des sechsmonatigen Intensivprogramms sein, dem sich zurzeit acht internationale Tech-Startups mit dem Schwerpunkt Media widmen. Sie erhalten nicht nur eine Förderung von bis zu 50.000 Euro, sondern können zudem vom Knowhow von Experten und Unternehmern aus der Medien- und Technologiebranche profitieren. Hamburg News stellt die Gründer mit ihren vielversprechenden Ideen in einer kleinen Serie vor.

Den Anfang haben Cinuru aus Potsdam und das Hamburger Startup The Distriqt gemacht. Im zweiten Teil haben wir mit Whyapply aus Leipzig, dem estländisches Shuut und mit Heysite aus Köln über ihre Visionen, Wünsche und Ziele gesprochen. Der dritte und letzte Teil widmet sich Playgorithm aus Israel, dem finnischen Voimada und Light Field One aus Polen.

Playgorithm – Gamification meets Content

Einer repräsentativen Studie des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. zufolge spielt rund die Hälfte (46 %, d. h. 34,1 Millionen Menschen) der Deutschen Computer- und Videospiele. Dabei ist das Geschlechterverhältnis relativ ausgeglichen, 53 % der Spieler sind männlich, Frauen machen 47 % der Spieler-Community aus. So lag das Durchschnittsalter eines deutschen Gamers im Jahre 2017 bei 35,5 Jahren. – Kein Wunder also, dass Gamification seit einer Weile zu einem der wichtigsten Marketing-Buzzwords gehört. Das Prinzip, spieltypische Elemente und Prozesse in einem anderen Kontext anzuwenden, um Motivation und Kundenbindung zu steigern, hat auch Playgorithm aus Israel für sich entdeckt. Hierfür haben die vier Gründer im März 2018 eine SaaS-Plattform gelauncht, die aus vorhandenen Inhalten Multiplayer-Gaming-Erlebnisse generiert. Diese kann z. B. einen Artikel in ein Quiz umwandeln, welches das Engagement der Nutzer steigert, organisch neue Zugriffe auf Inhalte fördert und zusätzliche Einnahmen fördern kann. Herausgeber digitaler Inhalte erhalten so die Möglichkeit, die User auf Basis ihrer Handlungen, Interessen und Aktivitäten einzubinden.

Screenshot Playgorithm
Screenshot Playgorithm

Gesucht: Internationale Partnerschaften

Das 2017 in Israel gegründete Startup-Team setzt sich aus Chen Malka (CEO), Adi Tal (CTO), Yossi Doron (VP Productmanagement) und Idan Ptchi (Head of Research & Development) zusammen. Seine drei Mitgründer haben bereits seit fünf Jahren in einem Unternehmen zusammengearbeitet, er sei ihr Kunde gewesen, erzählt Malka im Interview mit den Hamburg News. Dementsprechend gut eingespielt sei das Team bereits, führt der CEO weiter aus. „Die Teilnahme an einem der weltweit führenden Accelerator ist eine große Ehre und Chance für uns. Zunächst wollen wir die Vielfalt und die Kapazitäten unserer Plattform weiterentwickeln. Darüber hinaus erhoffen wir uns internationale Partnerschaften aufzubauen und haben es uns zum Ziel gesetzt, schnell zu wachsen und unsere Tätigkeit auf den deutschen Markt auszudehnen.“ Bisher wurde die Gamification-Plattform vor allem während der diesjährigen Fußball-WM von Sportvereinen, Marken und internationalen Herausgebern getestet.

Voimada – Texterfassung mittels KI

Das in Helsinki beheimatete, fünfköpfige Team rund um CEO und Mitgründer Joshua Akinsanya hat eine Online-Plattform entwickelt, die Spracherkennung mit künstlicher Intelligenz kombiniert. So müssen Nutzer von Voimada ihre Texte nicht mehr klassisch über die Tastatur eingeben, sondern können die Inhalte einfach sprechen. Die Software schafft es, das gesprochene Wort in Text umzuwandeln, der im nächsten Schritt weiterverarbeitet werden kann. Dabei hilft die* Spracherkennung* die Nutzer zu identifizieren und sich ihren individuellen Eigenheiten anzupassen. Die künstliche Intelligenz soll zudem bei der Textoptimierung helfen. Mit ihrer Idee will sich das finnische Tech-Startup vor allem an Printmedien richten und verspricht, dass sich die Content-Erstellung dadurch effizienter und produktiver gestaltet. Nachdem eine Demoversion der Software erfolgreich erprobt wurde, wurde im September ein MVP gelauncht, d. h. ein Testprodukt, dass die Mindestanforderungen erfüllt. In naher Zukunft wollen die Gründer ihr Team erweitern und neue Kunden gewinnen. Und natürlich spielt die Suche nach Investoren eine wichtige Rolle, sagt Akinsanya.

Light Field One – VR-Kamera 2.0

Virtual Reality und Augmented Reality sind heutzutage in aller Munde. Doch die Aufnahme „echter“ VR-Szenen, in denen man das Gefühl hat direkt mittendrin zu sein, gestaltet sich noch recht aufwendig. Hierfür ist meistens eine Vielzahl an Kameras nötig. Doch hier will Light Field One Abhilfe schaffen: Gründer Adam Roszyk entwickelt derzeit eine Kamera, die zugleich 25 Objekte in einem Gerät vereint. Und das Startup aus Polen will die dazu passende Bildbearbeitungssoftware gleich mitliefern. Derzeit befindet sich die Kamera noch in der Entwicklungsphase, ein erster Prototyp soll noch in diesem Jahr getestet werden. Eines sei jedoch vorweg verraten: Das Gerät wird aufgrund seiner Größe vor allem für den professionellen Gebrauch spannend sein. Regiesseure und Filmemacher sollen sie für 2.000 Euro am Tag mieten können.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.nma.vc
www.medium.com/next-media-accelerator
www.playgorithm.com
www.voimada.com
www.lightfieldone.com

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