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Hamburger Startup Cardiogo - © CARDIOGO GmbH & CO. KG

Hamburger Startup Cardiogo entwickelt mobile 24/7-Kardiologie

Eine telemedizinische Plattform der Hamburger Gründer soll für mehr Sicherheit bei herzkranken Patienten sorgen

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Mit 39 % liegt das Krankheitsbild weit vor Krebs (25 %) und sonstigen Krankheiten (21 %). Dies belegt eine Studie des Statistischen Bundesamts aus dem Jahre 2017. Dass es bei akuten kardiologischen Vorfällen auf jede Minute ankommt, weiß Dr. Jens Beermann vom Cardiologicum Hamburg nur zu gut aus seiner täglichen Arbeit als Kardiologe. Deshalb gründete er 2012 die Cardiogo GmbH & Co. KG, um einen telemedizinischen kardiologischen Bereitschaftsdienst zu entwickeln, der zu jeder Zeit und an jedem Ort erreichbar sein soll.

Mobiles EKG-Gerät, digitale Gesundheitsakte und eine App

Herzkranke Menschen, die bereits einen kardiologischen Vorfall hatten, umtreibt viele Fragen, wie: Was ist, wenn es mich erneut trifft? Was passiert, wenn ich kurzfristig keinen Facharzt erreiche? Und wie sollte ich mich auf Reisen verhalten? Hier will Cardiogo greifen und bietet nach eigener Aussage den deutschlandweit ersten telemedizinischen Bereitschaftsdienst, der im akuten Fall erreichbar ist – 24 Stunden und 7 Tage die Woche. Dies sollen ein mobiles EKG-Gerät, eine digitale Gesundheitsakte und die Cardiogo-App ermöglichen.

Cardiogo-Gründer Dr. Jens Beermann
Cardiogo-Gründer Dr. Jens Beermann

Bei Verdacht können Nutzer mit dem Multikanal-EKG, das lediglich so groß wie eine Streichholzschachtel ist und nur 42 Gramm wiegt, in relativ kurzer Zeit ein Elektrokardiogramm aufzeichnen lassen. Dieses wird über die App in der digitalen Gesundheitsakte archiviert. Über den Button „Kardiologen anrufen“ wird der Patient mit einem Spezialisten verbunden. Das Team besteht aus 25 niedergelassenen deutschen Kardiologen, erklärt Dr. Beermann den Hamburg News. Der Facharzt kann auf die Gesundheitsakte zugreifen und gibt seine Einschätzung ab. So kann er entwarnen und beruhigen, zur Arzt-Kontrolle in den kommenden Tagen raten oder im Akutfall direkt einen Notarzt rufen. Jedes einzelne Gespräch wird wiederum in der Gesundheitsakte dokumentiert.

Medizinische Über- und Unterversorgung soll reduziert werden

Gründer und Geschäftsführer Dr. Beermann hat Ende 2017 mit Cardiogo die Markteife erreicht, der nächste Schritt soll die breite Einführung sein. Der kardiologische Bereitschaftsdienst wird bereits von rund 100 Patienten genutzt. Neben privaten Krankenversicherungen will der Arzt aus Wedel auch gesetzliche Krankenkassen für seine eHealth-Innovation gewinnen. Über seine Zukunftspläne berichtet er: „Wir benötigen eine smarte und gleichzeitige ethische Steuerung der Patienten im Gesundheitswesen, um eine Über- und Unterversorgung signifikant zu reduzieren. Diese Steuerung kann nur mithilfe digitaler Medizin gelingen. Dabei sollte man keine Sorge vor Big Data und künstlicher Intelligenz haben, solange Ärzte und nicht Maschinen über das Wohl des Patienten entscheiden. Ich habe es zu meinem Lebensziel gemacht, mit Cardiogo hierfür einen entscheidenden Beitrag zu leisten.“
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.cardiogo.de

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