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NWX 2018 - © Sarah B./Hamburg News

NWX 2018 in Hamburg: Wie wollen wir künftig leben und arbeiten?

Spannende Learnings auf der Konferenz für Neues Arbeiten, organisiert vom Karrierenetzwerk Xing in Elbphilharmonie und HafenCity. Die Hamburg News waren dabei

Einerseits schafft die Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten für Arbeitnehmer wie auch für Arbeitgeber, Arbeitszeiten flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Doch andererseits lösen sich die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer weiter auf. Dies belegen neue Studienergebnisse der Untersuchung “Arbeiten in Deutschland” des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und des Hamburger Karrierenetzwerks XING. In der repräsentativen Befragung gaben 62,8 Prozent von 1.809 Beschäftigten zwischen 25 und 54 Jahren an, sich auch in ihrer Freizeit mit Tätigkeiten zu beschäftigen, die eigentlich ihrer regulären Arbeitszeit zuzurechnen sind. Diese Entwicklung wirft zahlreiche drängende Fragen rund um die Zukunft der Arbeit auf. Vergangene Woche widmete Xing sich an seinem Standort in Hamburg diesem Diskurs mit der New Work Experience (NWX), die als größte deutschsprachige Konferenz für Neues Arbeiten gilt.

Rund 1.600 New Work-Pioniere und -Interessierte kamen in Hamburg zusammen

Das Interesse ist nach der Premiere im vergangenen Jahr ungebrochen: Bereits acht Wochen vor der Veranstaltung waren die Tickets vergriffen. Insgesamt kamen bei der NWX rund 1.600 New Work-Pioniere und Interessierte zusammen. Am 6. März traten auf 13 Bühnen mehr als 80 Redner auf. Der Vormittag wurde mit Keynotes und Interviews in der Elbphilharmonie zelebriert, das Nachmittags- und Abendprogramm mit Panels, Vorträgen und Workshops fand in zahlreichen Event-Locations in der HafenCity statt. Im Fokus der NWX stand die Frage: Wie wollen wir zukünftig leben und arbeiten?

Prof. Jürgen Schmidhuber gilt als Begründer der modernen KI
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Vormittagsprogramm mit hochkarätigen Speakern in der Elbphilharmonie

Das Vormittagsprogramm in der Hamburger Elbphilharmonie zeichnete sich nur einen bunten und leichtfüßigen Mix aus Panels, Keynotes und Vorträgen aus. Als Auftakt wurde zunächst die Duz-Kultur eingeführt. Danach betrat der bekannte Philosoph, Publizist und Autor, Prof. Richard David Precht, die Bühne. Er zeigt sich überzeugt davon, dass empathische Berufe Zukunft haben werden. Dagegen hätten Berufsfelder mit Routinetätigkeiten ausgedient. Im Anschluss folgte ein Keynote von Prof. Jürgen Schmidhuber, der als Vater der modernen Künstlichen Intelligenz gilt und mehrfach unterstrich: “In nicht allzu ferner Zukunft werden Künstliche Intelligenzen schlauer sein als Menschen.”

Dahingegen rückte Janina Kugel, Arbeitsdirektorin und Mitglied des Vorstands der Siemens AG, in ihrem Vortrag den empathischen Menschen in den Mittelpunkt, der in der Arbeitswelt essenziell sei und auch bleiben wird. Götz W. Werner, Gründer des dm-drogerie markt, inspirierte mit seinem Appell an das Publikum: “Denken, wollen, tun!” Er ist der Überzeugung, dass Stabilität und Kreativität die Geheimnisse seien, die in einem Unternehmen kultiviert werden sollten. Dazu sagt Werner: “Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.”

Interview mit Prof. Dr. Frithjof Bergmann, Urheber und Erfinder von New Work

Den Abschluss des Vormittagsprogramm stellte die Verleihung des New Work Awards in der Kategorie “New Worker” dar. Als Vorreiter der New Work-Bewegung wurden fünf Persönlichkeiten ausgezeichnet. Hierzu zählt mitunter der Hamburger Christoph Magnussen, der Unternehmen bei der Einführung neuer Arbeitsmethoden unterstützt und mit seinem Podcast “On the way to new work” immer mehr Hörer ispiriert. Das Nachmittags- und Abendprogramm fand in diversen Locations statt und war einzelnen Streams zugeordnet: z. B. Arbeit, Kultur, Berufung, Vision, Transformation, Zeit und New Recruiting. So widmete sich beispielsweise Jonathan Imme von Coliving.city im Prototyp Museum dem Thema “CoLiving: Lebens(t)räume für New Worker?”. Ein besonderes Highlight stellte das Interview mit Prof. Dr. Frithjof Bergmann, dem Begründer des Konzepts New Work, dar. Der 87-Jährige sagt: “New Work ist die Arbeit, die ein Mensch wirklich, wirklich will.” So ist er der Meinung, dass die “große Automatisierung” (durch elektrische und autonom fahrende Fahrzeuge etc.) noch vor uns liegt und New Work die notwendige Arbeit dafür sei.
sb/kk

Quellen und weitere Informationen
www.newworkexperience.xing.com
www.corporate.xing.com/de/newsroom

Über die IZA/XING-Studie "Arbeiten in Deutschland"

Die Studie “Arbeiten in Deutschland” wurde Anfang 2017 vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der XING AG gestartet. Die gemeinsame Initiative möchte vor dem Hintergrund des fortschreitenden Wandels der Arbeitswelt neue Erkenntnisse über die Zukunftsperspektiven der Bevölkerung in Deutschland gewinnen. Die IZA/XING-Studie basiert auf einer nationalrepräsentativen Online-Umfrage mit mehr als 3.000 Teilnehmern sowie einer Online-Befragung von knapp 6.000 zufällig ausgewählten XING-Mitgliedern. Anfang 2018 wurde die zweite Befragungswelle abgeschlossen. Weitere Informationen unter corporate.xing.com

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