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Localzye-Gründerinnen Lisa Dahlke, Hanna Asmussen und Franziska Löw © Localyze

Localyze: "Wir wollen Hamburg in die Welt hinaus tragen"

Die Startups Localyze, Tomorrow und Daily Dress sind Teil der Hamburger Delegation in Austin. Hamburg News stellt die Gründer vor

Anfang des Jahres veranstaltete die private Initiative Hamburg Startups einen Wettbewerb der besonderen Art: Im Fintech-Hub Finhaven in der HafenCity pitchten sieben junge Hamburger Unternehmen um drei Reisen zur South by Southwest in Austin, die als Sprungbrett für Startups gilt. Hier feierte einst Twitter seinen Durchbruch. Tomorrow, Localyze und Daily Dress kamen, pitchten und siegten. Am 8. März geht es los: Die Hamburg News haben sich die Gewinner-Startups, die die Hamburger Delegation auf der größten Digital- und Kreativmesse der Welt verstärken werden, einmal genauer angeschaut.

Localyze – B2B-Lösung für einen effizienten Onboarding-Prozess

Das Startup Localyze ist in der Hamburger Gründerszene nicht ganz unbekannt, nahm das junge Unternehmen doch im April 2018 an einem sechsmonatigen Förderprogramm des Next Media Accelerators teil. Mittlerweile ist das Localyze-Team auf fünf Mitglieder angewachsen, ab Frühjahr sind es dann schon acht. Die Gründerinnen, Hanna Asmussen, Wirtschaftsingenieurin, HR-Expertin Lisa Dahlke und Software-Entwicklerin Franziska Löw haben sich auf eine Softwarelösung spezialisiert, die Recruiting-Prozesse von Arbeitskräften aus aller Welt so effizient wie möglich gestalten soll. Zielgruppe sind Unternehmen und es sind bereits erste Kunden, wie das Hamburger Fashion-Tech-Startup About you oder die Berliner Jobbörse talent.io, an Bord. Genauer gesagt, hilft Localyze beim Onboarding-Prozess: Neue Arbeitnehmer aus dem Ausland haben Zugriff auf ein individuelles Online-Profil und erhalten Tipps und Tricks rund die Themen Visum, Einrichtung eines Kontos oder zur Suche nach einer Wohnung. Sind diese Dinge erst einmal geklärt, will das Startup Neuankömmlingen auch mit Infos über Freizeitangebote & Co. dabei helfen, in Deutschland Fuß zu fassen.

Auf die Frage, wie es sich anfühlt, Hamburg als Wirtschafts- und Gründerstandort auf der SXSW zu vertreten, antwortet Localyze-Mitgründerin Hanna lächelnd: „Gut! Wir kümmern uns ja sonst eher um die Leute, die aus dem Ausland nach Hamburg kommen und sind gespannt darauf, nun Hamburg in die Welt hinaus zu tragen.“ Hanna und Lisa werden sich gemeinsam auf den Weg nach Austin machen. Die nächsten Schritte hat das Tech-Startup bereits vor Augen: Weiter wachsen und noch viele weitere Expats auf den Weg nach Deutschland begleiten.

Tomorrow – Öko-Smartphone-Bank mit Social Impact

Tomorrow-Gründer Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart
Das Gründertrio © Viertel/vor Magazin, Marcus Werner

Das Gründertrio Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart wollen die „Bank von morgen“ entwickeln. Anders ausgedrückt: Eine Smartphone-Bank mit nachhaltigen Geldanlageprodukten. Hierfür haben sie im Herbst 2017 das Fintech Tomorrow gegründet und ein Jahr später, im November 2018, ihr erstes ‚grünes‘ Finanzprodukt gelauncht – ein mobiles Girokonto, das die Welt ein bisschen besser machen soll. Die Software hierfür kommt von Tomorrow, für die erforderliche Banklizenz kooperiert das Fintech mit der Berliner Solaris Bank. Insgesamt arbeiten derzeit 15 Personen an dem Projekt. Doch was macht das Konto nun eigentlich nachhaltig? Tomorrow nutzt Kundeneinlagen, um z. B. in Solarenergie oder Mikrokredit-Organisationen zu investieren. Und: Wie bei jeder Kreditkartenzahlung, fließt auch bei Tomorrow-Karte ein gewisser Beitrag des Händlers an die Bank. Diese Gebühren nutzt das Startup, um Klimaschutz-Projekte zu unterstützen, aktuell ein Regenwald-Projekt in Brasilien. Die Kunden können ihren Social Impact in der App verfolgen und so z. B. sehen, wie viele Bäume mithilfe ihrer Einkäufe bereits gepflanzt wurden.

Geballte Gründer-Power: Kulturwissenschaftler Jakob, Wirtschaftsinformatiker Inas und Finanz-Experte Michael werden Tomorrow zu dritt auf der SXSW vertreten. Die Wahl-Hamburger sind gespannt auf den Spirit des Festivals und wollen so viel Input wie möglich mitnehmen. „Tomorrow ist dezidiert international ausgerichtet, insofern freuen wir uns, beim South by zukünftige Partner und Supporter aus aller Welt zu treffen“, so Jakob im Gespräch mit den Hamburg News. Auch die Ziele nach der Austin-Reise sind bereits gesteckt: „Das mobile Girokonto von Tomorrow wird in den kommenden Monaten noch sehr viel smarter. Perspektivisch entsteht daraus eine umfassende Finanzplattform.“

Daily Dress – virtueller Kleiderschrank und Marktforschungstool

Daily-Dress-Gründerin Jennifer Schäfer
Daily-Dress-Gründerin Jennifer Schäfer © Daily Dress

Frauen verbringen pro Tag durchschnittlich 17 Minuten vor dem Kleiderschrank, um ihr Outfit auszuwählen. Bei Männern sind es rund 13 Minuten täglich. Dies belegt eine Studie des britischen Unternehmens Marks & Spencer. So startete der virtuelle Kleiderschrank ursprünglich als Hobbyprojekt, bis sich Jennifer Schäfer, Dr. Laura Karim und Marius Murtz 2016 zusammenschlossen und das E-Commerce-Startups Daily Dress gründeten. 2017 launchten sie die App, die als virtueller Kleiderschrank mit Shoppingfunktion funktioniert. Zielgruppe sind Frauen: Nutzerinnen markieren Kleidungsstücke, die sie besitzen, z. B. ein weißes T-Shirt oder eine blaue Jeans. Passend zum Anlass, schlägt die App eine Kombination vor. Gleichzeitig erhält der User, basierend auf Künstlicher Intelligenz (KI), Empfehlungen für zusätzliche Kleidungsstücke. Hierfür kooperiert das E-Commerce-Startup u. a. mit About you. 2018 wurde Daily Dress vom Hamburger Software-as-a-Service-Unternehmen Picalike übernommen, das zur Otto Group Digital Solutions gehört. Jennifer ist weiterhin als Geschäftsführerin tätig, die beiden anderen Gründer widmen sich nun neuen Herausforderungen.

Die Fusion bringt ein neues Geschäftsmodell hervor – Marktforschung für Mikrotrends. Hierfür entwickelt Jennifer derzeit mit Picalike ein neues Tool für den Fashion-Retail- und E-Commercebereich, mit dem Händler Trends und Wettbewerber in Echtzeit identifizieren und vergleichen können. Auch die User profitieren vom Zusammenschluss: Nutzerinnen können den Inhalt ihres Kleiderschranks nun auch abfotografieren, eine automatische Fotoerkennung hilft dabei. Jennifer wird als Gründerin und Geschäftsführerin nach Texas reisen. Vor Ort freut sie sich am meisten „auf die großartigen Speaker, inspirierende Teilnehmer und vor allem aufs Netzwerken“.
sb

Quelle und weitere Informationen
www.localyze.de
www.tomorrow.one
www.daily-dress.de

South by Southwest

Die South by Southwest (SXSW) in der texanischen Hauptstadt Austin gilt als größtes Digital- und Kreativfestival der Welt. Vom 8. bis 17. März 2019 kommen hier Kreative, Startups und Medienakteure zusammen, um aktuelle und zukünftige Trends zu präsentieren, diskutieren – und zu setzen. Hamburg präsentiert sich auf dem international bedeutenden Branchentreffen als innovativer Wirtschaftsstandort und lebenswerte Metropole. Zudem bietet Hamburg seinen mitreisenden Unternehmen eine Plattform, um sich darzustellen, neue Marktchancen zu erschließen und zum Netzwerken. Die Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft (IHM) setzt gemeinsam mit Hamburg Marketing, dem Reeperbahn Festival, Hamburg Startups und Hamburg Invest den Hamburg-Auftritt in Austin um. Die Hansestadt wird dabei auch Partner des German Haus sein, dem zentralen Hotspot des deutschen Gemeinschaftsprogramms auf der SXSW.

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