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ThIS Zukunftsvisionen © HPA/BWVI

Interface Society: Digitalisierung greifbar machen

Interdisziplinäre Plattform zum Diskurs über den digitalen Wandel geht ins zweite Jahr. SmartCity-Kompass gestartet

Dr. Sebastian Saxe denkt am liebsten in der Kategorie „übermorgen“. Das „Morgen“ ist ihm schon zu kurz gegriffen. Die Interface Society soll dazu beitragen, das Übermorgen bereits heute in Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft sowie Politik greifbar zu machen. ThIS! liefert orientierende Impulse, um Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen und Chancen zu erkennen. Denn obwohl Digitalisierung zu einem allgegenwärtigen Buzzword geworden ist, versteht doch im Grunde jeder etwas anderes darunter. „Um das Thema für alle verständlich zu transportieren, wollen wir Geschichten des digitalen Wandels erzählen. Dabei setzen wir auf Bilder, Videos, Animationen, Virtual und Augmented Reality“, erklärt der ThIS!-Vorstandsvorsitzende.

Ethische Regeln für den Einsatz autonom agierender Zukunftstechnologien

Damit will Saxe die gesellschaftliche Diskussion über Digitalisierung anregen, die Angst vor einer George Orwell’schen Zukunft nehmen und die verschiedenen „Gesichter“ des digitalen Wandels aufzeigen. So spielt die Digitalisierung nicht nur längst in alle Lebensbereiche hinein, wichtig sei auch das gedankliche Durchdringen der Chancen und Risiken, die mit den neuen Technologien einhergehen sowie der optimale Einsatz der verschiedenen Tools. So lassen sich schon heute erhebliche Effektivitätssteigerungen in Prozessen und Abläufen mit Künstlicher Intelligenz erreichen, doch die Diskussionen über ethische Regeln für den Einsatz zunehmend autonom agierender Zukunftstechnologien steckt noch in den Kinderschuhen. „Wir veranstalten Events zu den verschiedenen, aktuellen Handlungsfeldern der digitalen Zeitwende, um ganz konkrete Thesen und Forderungen zu entwickeln. Unser Ziel ist es, im Anschluss einer jeden Veranstaltung etwa sieben bis zehn Thesen veröffentlichen zu können“, so Saxe.

Big Player an Bord

Mit dem aktuellen Mix der ThIS!-Partner ist Saxe sehr zufrieden: 45 % der beteiligten Unternehmen kommen aus der Wirtschaft, 30 % sind Forschungseinrichtungen und bei 25 % handelt es sich um öffentliche Partner. Saxe selbst hat dabei eine Reihe verschiedener „Hüte“ auf. So ist er Chief Digital Officer (CDO) der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, CDO und Mitglied des Management-Boards der Hamburg Port Authority und eben Vorstandsvorsitzender von ThIS!. Dank seiner langjährigen Erfahrung – bevor er sich als CDO vor allem mit der Entwicklung von Digitalstrategien und der digitalen Transformation beschäftigte, war Saxe bereits acht Jahre lang Chief Information Officer (CIO) bei der HPA – hat er beste Kontakte zu den relevanten Playern: So konnte er etwa Dr. Michael Müller-Wünsch, Bereichsvorstand Technology (CIO) bei Otto sowie Bernhard Fischer-Appelt, Gründer und Geschäftsführer der Kreativagentur FischerAppelt, für den Vorstand gewinnen, während Professor Tilo Böhmann, Fachbereichsleiter Informatik an der Universität Hamburg, den Forschungsausschuss von ThIS! verantwortet. „Viele weitere bedeutende Persönlichkeiten aus Hamburg und darüber hinaus wirken bei ThIS! mit“, betont Saxe.

Dr. Sebastian Saxe

Wissensplattform SmartCity-Kompass gestartet

Um einen Überblick zu den vielfältigen Forschungs- und State-of-the-Art-Ansätzen zu schaffen, hat ThIS! im April einen SmartCity-Kompass gestartet: Eine neue Wissensplattform, die alle SmartCity-Projekte in der DACH-Region auf einen Klick präsentiert. „Interessenten und Experten können sich dort umfassend über den aktuellen Stand der Digitalisierung von Städten im deutschsprachigen Raum informieren“, erklärt Saxe. Und dieser Stand ändert sich kontinuierlich. In diesem Jahr sieht Saxe die Künstliche Intelligenz als Treiber der Entwicklung an, „aber wer weiß, was uns in den kommenden Jahren erwartet.“

Das intelligente Zusammenspiel verschiedener technischer Verfahren

Dass er eine positive Entwicklung erwartet, daran lässt der Digitalexperte keinen Zweifel. „Was wir bereits sehen, sind intelligente Unterstützungsansätze in Freizeit und Beruf“, so Saxe – ob nun Sprachsteuerung die Tastatur ersetze oder faltbare Drohnen verschütteten Skifahrern das Leben retten. „Im Grunde ist Digitalisierung das intelligente Zusammenspiel verschiedener technischer Verfahren, die alle Lebensbereiche einbindet.“ Der Fantasie sei dabei keine Grenzen gesetzt.

Ein Blick in die Zukunft

„Stellen Sie sich einen US-Touristen vor, der morgens am Hamburger Flughafen ankommt, um nachmittags eine Kreuzfahrt anzutreten.“ Dieser könne nun von mobilen Robotern in Empfang genommen werden, die beispielsweise ein Treffen mit gemeinsamen Vorfahren arrangieren. Man träfe sich im Literaturcafé, wo man schnell auf die gemeinsame Liebe zur Kunst zu sprechen käme. Der Multitouch-Tisch weist auf den „Affordable Art Fair hin, ein Wisch und die Tickets sowie ein Moia sind bestellt. „Während des Ausstellungsbesuchs blinken die mit intelligenter Folie bezogenen Schuhe des Gastes auf: Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes meldet, die Kabine sei bereit, in einer Viertelstunde warte ein Wagen vor dem Messegelände“, spinnt Saxe den Faden weiter. Ja, das Übermorgen kann er sich richtig gut vorstellen – und ThIS! soll dazu beitragen, viele weitere positive Zukunftsbilder zu entwickeln.
ys/sb

The Interface Society

The Interface Society (ThIS!) – Expertenrat der Digitalisierung e. V. ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Institutionen und Personen, die einen engen Bezug zur Digitalisierung haben und sich für die damit einhergehenden Veränderungen mit all ihren Facetten und Anwendungsgebieten engagieren. Gegründet im Februar 2018, nach dem Vorbild des Münchner Kreises, der sich mit der Einführung neuer Techniken beschäftigt, hat sich ThIS! zum Ziel gesetzt, Orientierung und Impulse zu geben, zu vernetzen und eine Plattform für einen inspirierenden Diskurs zu schaffen. ThIS! finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, die sich nach der Größe der jeweiligen Einrichtung oder Unternehmen richtet.
Quelle und weitere Informationen:
www.interface-society.de

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