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Cirplus Gründerteam: Volkan Bilici (links) und Christian Schiller (rechts) © cirplus

Hamburger Startup kreiert digitale Handelsplattform für Altplastik

Cirplus digitalisiert den Handel mit recyceltem Plastik. 30 internationale Unternehmen sind an Pilotprojekt beteiligt

Neuwertiger Kunststoff war bislang günstiger als recyceltes Plastik. Doch seit dem 1. Januar 2019 sind Hersteller durch das neue Verpackungsgesetz dazu verpflichtet, eine höhere Recyclingquote zu erfüllen (58,5 Prozent anstatt 22,5 Prozent). Das Hamburger Startup Cirplus hat für den Handel mit den sogenannten Recyclaten einen digitalen Onlinemarkt aufgebaut, auf dem Materialanfragen- sowie Angebote registriert und verbunden werden. Dadurch soll der Handel mit Recyclaten zunehmend standardisiert und dem Altplasik ein neuer Wert gegeben werden. Seit dem Start der Plattform im April 2019 haben sich bereits 90 Unternehmen aus 15 Ländern registriert und Materialanfragen von mehreren zehntausend Tonnen konnten gesammelt werden, so Gründer Christian Schiller.

Ein Teppich aus Plastikmüll als Auslöser

Im Juli 2017 ging Christian Schiller auf einjährige Weltreise. Bei einem Segeltörn stellte der unmittelbare Kontakt mit Meeresplastik ein einschneidendes Erlebnis dar: Das Boot geriet in einen Teppich aus Plastikmüll. „Und das mitten in der Karibik. Einfach nur schockierend“, erinnert sich Christian Schiller. „Zu dem Zeitpunkt entstand der Plan, bei meiner Rückkehr nach Deutschland den strukturellen Ursachen der Plastikkrise auf den Grund zu gehen und diesen mit unternehmerischen Mitteln zu begegnen“. Auf einen idealen Gründungspartner traf er dann beim Entrepreneur First: den IT-Entwickler Volkan Bilici. Auf der gemeinsam entwickelten Onlineplattform können Händler nun nach spezifischen Recyclaten in der gewünschten Menge suchen, Cirplus findet dann den passenden Anbieter.

Entwicklung eines Algorithmus im Pilotprojekt

In der laufenden Testphase geschieht das Matchmaking noch manuell und gebührenfrei. Seit Juli arbeitet Cirplus in einem Pilotprogramm zusammen mit 30 Unternehmen aus der Recycling- und Kunststoffbranche an der Entwicklung und Optimierung eines KI-basierten Algorithmus: „Wir sind davon überzeugt: wirklich nützliche Software kann man nur im engen Austausch mit den Kunden bauen“, so Christian Schiller. Unter den Pilotkunden seien neben Hamburger Unternehmen wie der FVH Folienveredlung Hamburg GmbH und der SUND-Holding GmbH auch internationale Unternehmen. Ambitioniertes Ziel der beiden Gründer ist es, mit ihrer digitalen Handelsplattform für Alt-Kunststoffe das europaweite Recycling zu revolutionieren.
cf/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.cirplus.com

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