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Spieler testet ein Game von einem Indie-Entwickler aus Hamburg © gamecity:Hamburg

Games – mehr als nur eine Spielerei

Transformation des Games-Standorts Hamburg: Große Indie-Game-Szene bereichert Branche

Gute Neuigkeiten: Im Bundeshaushalt 2020 sind explizit Mittel für die Games-Förderung vorgesehen. Darüber freut sich auf Bundesebene Felix Falk, Geschäftsführer game – Verband der deutschen Games-Branche e.V.: „Die Entscheidung und der breite Konsens zeigen den Willen über Parteigrenzen hinweg, dass Deutschland beim Zukunftsmedium Games international eine wichtigere Rolle spielen soll.“ In der Hansestadt freut sich Dennis Schoubye, seit dem 1. Juli Leiter der Standortinitiative gamecity:Hamburg. „Der Beschluss sieht vor, bis 2023 jährlich 50 Millionen Euro Fördermittel bereitzustellen, das ist eine gute Nachricht.“

Drei Viertel aller Unternehmen beschäftigt weniger als zehn Mitarbeiter

Dennis Schoubye, Leiter der Standortinitiative gamecity:Hamburg
© gamecity:Hamburg

Schließlich stellt die Finanzierung der Entwicklungsphase eine der größten Herausforderungen für die Spiele-Branche dar. „Die Entwicklung eines neuen Spiels dauert in der Regel ein bis zwei Jahre“, weiß der Projektleiter, der vor seinem Wechsel zur Hamburg Kreativ Gesellschaft (seit 2018 Träger von gamecity:Hamburg) Senior PR Manager beim Hamburger Spiele-Entwickler InnoGames war. Gerade kleinere Studios können die Entwicklungsphase nur schwer aus eigener Kraft finanzieren. Und die Games-Branche in Deutschland besteht vor allem aus kleinen Studios, fast drei Viertel aller Spielefirmen hat weniger als zehn Mitarbeiter.

Hamburger Games-Standort: Transformation durchlebt

Neben der Nachwuchsförderung steht denn auch die Unterstützung der Hamburger Indie-Game-Szene im Fokus von Schoubye und seinem Team. „Hamburg hat in den letzten Jahren eine Transformation durchlebt, die Branche am Standort ist vielfältiger geworden.“ Sei der Erfolg zunächst durch große Online-Spiele-Entwickler vorangetrieben worden, deren Browser- und Mobile-Games international erfolgreich seien, werde die Spielestadt Hamburg heute durch eine große Indie-Game-Szene bereichert. „In Hamburg entstehen ganz unterschiedliche Spiele, mit kleinem Budget aber viel Herzblut und innovativen Ideen.“

Hamburger Studios international erfolgreich

Entwickelt werde dabei stets für den internationalen Markt. Das gelte für die Bigplayer wie InnoGames, Goodgame Studios, Gamigo oder Bigpoint – ganze vier der zehn größten deutschen Spielefirmen wurden in Hamburg gegründet – ebenso wie für kleine Studios. Entsprechend wird gamecity:Hamburg die Branche in Zukunft verstärkt mit Reisekosten-Zuschüssen und Programmen zur Vorbereitung auf internationale Events unterstützen. „Es ist enorm wichtig, dass die Studios ihre Spiele auf den großen internationalen Messen präsentieren, Publisher treffen und wichtige Kontakte knüpfen können“, erklärt Schoubye. So werde etwa das Action-Adventure Lost Ember des Hamburger Moon Eye-Studios bereits mit großem Interesse von der internationalen Spiele-Community erwartet – auch aufgrund der Präsentation des Titels auf einer Vielzahl internationaler Messen bereits während der Entwicklungszeit. Daedalic Entertainment hat sich die Rechte an der Buchvorlage der weltweit erfolgreichen Fantasy-Saga Herr der Ringe gesichert. 2021 soll das Spiel „Der Herr der Ringe: Gollum“ für PC und Konsolen erscheinen.

Die verschiedenen Akteure zusammenbringen

Ein weiterer Schwerpunkt bei gamecity:Hamburg ist die Netzwerk-Tätigkeit. In Hamburg sind rund 200 Unternehmen mit etwa 4.000 Beschäftigten in der Wertschöpfungskette „Games“ ansässig. „Bei Events wie dem Gamecity Treff bringen wir beispielsweise erfahrene Gründer mit ambitionierten Hochschul-Absolventen zusammen, zeigen auf, was mit Games alles möglich ist und bringen Akteure aus anderen Branchen mit Spieleentwicklern zusammen“, erläutert Schoubye. Um Synergien mit anderen Branchen in Hamburg zu schaffen, wird es am 3. Dezember eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) und dem Cross Innovation Hub geben. „In dem Workshop beschäftigen wir uns damit, wie sich Herausforderungen der Luftfahrt mit Gamification-Ansätzen lösen lassen könnten.“

Gamevention oder die ESL One: Begeisterung erleben

Und was bedeuten Events wie die Gamevention im November oder die ESL One im Oktober für den Spielestandort Hamburg? „Solche Festivals erhöhen die Sichtbarkeit und Akzeptanz für die Branche“, meint Schoubye. Denn wer noch nicht zu den 34 Millionen Spielern von Games in Deutschland gehört, sondern vielmehr durch Freunde oder Kinder mitgenommen werde, erlebe vor Ort die große Begeisterung für das Medium Computerspiel und könne gleichzeitig mit Entwicklern ins Gespräch kommen. „Und dann lässt sich erleben, wie viel Herzblut in die Spiele fließt, gleichzeitig aber auch, wie viele Karrierechancen die Spielebranche bietet. Bei diesen Events wird zudem erlebbar, wie die in unserer Stadt entwickelten Spiele eine große und internationale Community begeistern.“
ys/kk

Quelle und weitere Informationen
www.gamecity-hamburg.de

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