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Algorithm - © pexels.com

Fashiontech: Algorithmen als Inspirationsquelle

Um Kreativität und Digitalisierung geht es beim Kongress Mind the Progress. Unter den rund 30 Speakern ist auch Lina Wassong - eine Vordenkerin der Modebranche

Lasercutting und 3D Druck statt Nadel und Faden – die Ingenieurin, Designerin und Autorin Lina Wassong nutzt die gestalterischen Möglichkeiten digitaler Fertigungsverfahren um interaktive Fashion-Designs und Accessoires zu entwickeln. Bei Mind the Progress, dem Digitalkongress der Hamburg Kreativ Gesellschaft, wird sie in dieser Woche in einem Panel zu den Potentialen digitaler Technologien als kreative Ausdrucksformen diskutieren. Ein kurzes Gespräch vorab.

Lina Wassong

Hamburg News: Frau Wassong, warum setzen Sie auf Lasercutting und 3D Druck statt Nadel und Faden?

Lina Wassong: Durch den Einsatz digitaler Fertigungsverfahren wird eine Bearbeitung von Materialien ermöglicht, die vorher undenkbar gewesen wäre. Es können CAD-Dateien mit kreativer Software erstellt werden, um, wie beim Lasercutting, zweidimensionale Flächen zu gravieren/auszuschneiden oder wie beim 3D Drucken dreidimensionale Objekte herzustellen. Digitale Fertigungsverfahren ermöglichen jedem Designer die Herstellung von personalisierten und qualitativ hochwertigen Produkten. Auf Nadel und Faden habe ich aber noch nicht komplett verzichtet…

Hamburg News: Welche Materialien verwenden Sie?

Lina Wassong: Bei Textilien verwende ich gerne pflegeleichte Materialien, wie z.B. Polyester oder Leder. Außerdem lassen sich diese Materialien gut mit dem Lasercutter bearbeiten. Beim 3D Druck gibt es mittlerweile sehr viel Auswahl. Wenn ich einen Test-Druck in meinem Studio anfertige, handelt es sich um Filament aus PLA, also Polylactide. Bestelle ich den Druck über einen Onlinedienst, reichen die Materialien von Kunststoff über Metall bis hin zu Porzellan. Meistens komme ich hier auf einen flexiblen Pulverdruck aus Nylon zurück.

Hamburg News: Was inspiriert Sie?

Lina Wassong: Inspirationsquellen finde ich an den verschiedensten Stellen. Manchmal ist es neue Elektronik, mit der ich gerne auseinandersetzen möchte oder interessante Maschinen, die zum Testen einladen. Im Moment finde ich generative Gestaltung für 3D Objekte sehr spannend. Hierbei handelt es sich um Algorithmen, die teils dreidimensionale Objekte entstehen lassen oder auch deren Oberfläche manipulieren.

Hamburg News: Wie sieht für Sie die Mode der Zukunft aus?

Lina Wassong: Bisher werden digitale Fertigungsverfahren in bekannten Modehäusern weniger angewandt. Jedoch wird dies im Bereich Haute Couture sicherlich in naher Zukunft zunehmen. Ob es anschließend auch für den Konsumenten im Laden erwerblich ist, wage ich zu bezweifeln. Verglichen mit traditionellen Herstellungsverfahren ist das 3D Drucken bisher noch viel zu zeitintensiv. Auf der anderen Seite wird der Bereich Customization, also kundenspezifische Anpassung, in der Bekleidungsindustrie deutlich zunehmen.

Hamburg News: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Wassong!
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.mindtheprogress.de
www.kreativgesellschaft.org

Mind the Progress am 31.5. + 1.6. im Hamburger Oberhafenquartier

Mind the Progress setzt Inhalt und Technologie, Kreativität und Digitalisierung zueinander ins Verhältnis. Bestimmt die Form den Inhalt oder der Inhalt die Form? Gegenwärtige und historische Ansätze mischen sich mit Visionen und Utopien der Zukunft. Die Keynotes, Vorträge und Panels von rund 30 lokalen, nationalen und internationalen Speaker/innen werden durch ein künstlerisch-technisches Rahmenprogramm ergänzt. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.mindtheprogress.de

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