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(v.l.n.r.): Henrik Falk (Vorstandsvorsitzender HOCHBAHN), Natalie Rodriguez (Gesamtprojektleiterin, HOCHBAHN), Senator Michael Westhagemann © HOCHBAHN

Erster Autonomer Bus startet Testbetrieb in Hamburg

Der fahrerlose Kleinbus HEAT nimmt Probebetrieb auf - Ziel ist ein vollständig autonomer Betrieb bis 2021

Er ist 5 Meter lang, knapp 3 Tonnen schwer, elektrisch angetrieben und bald autonom in der HafenCity unterwegs: Der neue Kleinbus HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) wird ab August den Probebetrieb im regulären Straßenverkehr der HafenCity aufnehmen.

In der ersten Phase wird noch ein Fahrzeugbegleiter an Bord sein, bis zum ITS-Weltkongress 2021 soll dann stufenweise der autonome Betrieb gemäß SAE Level 4 erreicht werden. Das Leuchtturmprojekt sei deutschlandweit einmalig und soll beweisen, dass selbstständig fahrende Kleinbusse vollständig in den Straßenverkehr und den ÖPNV einer Metropole integriert werden können. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit 3,7 Millionen Euro.

Safety first

Auf einer Teststrecke von 1,8 Kilometern wird der Betrieb des HEAT-Kleinbusses bewusst stufenweise erprobt, dabei habe die Sicherheit absoluten Vorrang. Die Akzeptanz bei den Menschen sei ein wesentlicher Faktor für den künftigen Einsatz von autonomen Fahrzeugen“, so Michael Westhagemann, Hamburgs Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation an diesem Mittwoch bei der Präsentation des ersten Fahrzeugs in der HafenCity.

Für den Betriebsstart war eine Straßenzulassung für ein komplett neues Fahrzeug erforderlich, das ganz andere Komponenten als bisherige Fahrzeuge aufweist. Um seinen Weg auf der Teststrecke sicher zu fahren, kommuniziert der HEAT-Kleinbus laufend mit der auf der Strecke installierten Sensorik und der zentralen Hochbahn. Zudem unterstütze eine intelligente Infrastruktur den HEAT-Bus mit einer zusätzlichen Informationsebene, die vorausschauendes Fahren ermöglicht, erklärt Markus Schlitt, Leiter Intelligent Traffic Systems der Siemens Mobility GmbH.

Bus soll im fließenden Verkehr fahren

Im Gegensatz zu bestehenden autonomen Bussystemen, die mit 15 km/h durch verkehrsberuhigte Umgebungen fahren, soll der HEAT-Bus im normalen Großstadtverkehr einmal mit bis zu 50 km/unterwegs sein. „Man muss ehrlich sein, es ist noch nicht sicher, dass autonomes Fahren sich flottenweise in Großstädten durchsetzen wird“, so Hochbahn-Chef Henrik Falk. Auch Wirtschaftssenator Michael Westhagemann verweist auf viele noch ungeklärte Fragen und technische Herausforderungen, die zu lösen seien. Man sei mit dem Projekt ein „Frontrunner“.

Stufenweises Vorgehen im Probebetrieb

Mit dem Startschuss der ersten Testphase im August wird auf einer festgelegten Strecke in der HafenCity der Betrieb ohne Fahrgäste und mit einem professionellen Fahrzeugbegleiter erprobt, der bei Bedarf eingreifen kann. Dabei wird mit dem Fahrzeug die selbständige Kreuzungsfahrt sowie die Kommunikation mit der Streckensensorik und der Leitstelle getestet.

Ab Mitte 2020 sollen dann auch erstmals bis zu zehn Fahrgäste mitgenommen werden, während weiterhin ein Fahrzeugbegleiter an Bord sein wird. Erst dann soll der komplette Rundkurs selbstfahrend gemäß SAE Level 4 bewältigt werden. Auf den Stufen sollen Erfahrungen gesammelt werden, um darauf aufbauend die Strecke zu verlängern, den Automatisierungsgrad zu erhöhen und die Geschwindigkeit auf bis zu 50 km/h zu steigern.

Hamburg als Modellstadt für intelligente Verkehrssysteme

Die Erprobung des autonomen Kleinbusses zeige Hamburgs Innovationskraft im Bereich der intelligenten Verkehrssysteme. „Beim ITS-Weltkongress 2021 werden wir mit HEAT und vielen weiteren Projekten zeigen, dass Hamburg Vorreiter bei innovativen Mobilitätslösungen ist,“ so Michael Westhagemann.
cf/ma/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de
www.hamburg.de/its/
www.hamburg.de/weltkongress
www.its2021.hamburg

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