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3D-Drucker - © pixabay

Eppendorf Instrumente GmbH: Mut zu 3D Druck lohnt sich

Das neu gegründete 3D-Druck-Netzwerk Hamburg rät zu Test und Einsatz der Technologie. Die Eppendorf Instrumente GmbH geht es an. Ein Erfahrungsbericht.

'Der 3D Druck wird die industrielle Fertigung revolutionieren, da müssen wir dabei sein’, meinen die einen. 'Wir warten lieber noch etwas ab’, die anderen. Die technikaffine Geschäftsleitung der Eppendorf Instrumente GmbH gehört eindeutig zur ersten Fraktion. Schon 2015 befand Rainer Treptow, Head of Business Unit Instrumentation and Systems: „Wir testen das, also brauchen wir einen 3D Drucker!“ Die Auswahl überließ er Manuel Mayer, Projektleiter bei der Eppendorf Instrumente GmbH. Der Diplom-Ingenieur informierte sich über Funktionsmöglichkeiten, Preise und die verschiedenen Verfahren, wie 3D Printing, Polygrafie oder selektives Laserschmelzen. „Wir haben uns dann für das Rapid Prototyping-Verfahren FDM (Fused Deposition Modeling) entschieden, bei dem die 3D Objekte schichtweise aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) hergestellt werden. Das ist ein Kunststoff, der sich besonders für Einsatzobjekte mit hoher Beanspruchung eignet.“

Mehr als 3.800 Stunden fehlerfreier Druck

Im Mai 2016 wurde das gute Stück geliefert und druckt seitdem fehlerfrei – inzwischen mehr als 3.800 Stunden. Das Hightech-Gerät ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, immer häufiger heißt es ´druckst Du mir mal eben…`, erzählt Mayer. „Ging die ursprüngliche Idee vor allem dahin, Gehäuseteile oder innenliegende Funktionsteile zu drucken, gehen wir nun deutlich darüber hinaus und drucken beispielsweise konturgebundene Greifer für einen Roboter.“ Die Anschaffung habe sich eindeutig bewährt, ist der 44-Jährige überzeugt. „Aus gedruckten Modellen lassen sich wertvolle Informationen gewinnen und wir präsentieren und testen Prototypen beim Kunden. So lassen sich weitere Schritte gemeinsam planen und wir produzieren ganz nah am Markt.“

Druckzeit wird sich in Zukunft rasant verkürzten

Einziges Manko aus Mayers Sicht: Die Beschränkung auf ein einziges Material ABS. „Doch Geräte, die verschiedene Materialien drucken können, sind beim Maschinenhersteller erheblich teurer. Wir hätten uns dann im Bereich von 100.000 Euro und mehr bewegt.“ Die Eppendorfer Investition lag dagegen bei gut 30.000 Euro. „Wir haben unser Budget etwas überzogen, aber dafür haben wir auch eine leistungsfähigere Software mit dem Gerät erhalten. Ein gutes Gerät lässt sich mittlerweile zwischen 5.000 und 15.000 Euro bekommen“, so Mayer. Für die Zukunft plant er den Einsatz additiv hergestellter Teile in Kleinserien, sofern es wirtschaftlich sinnvoll ist. „Aktuell tut sich in der Entwicklung der Drucker einiges. Die Druckzeit wird sich in Zukunft etwa rasant verkürzten.“
ys/kk

Eppendorf Instrumente GmbH

1945 in Hamburg gegründet, beschäftigt das Life Science-Unternehmen mehr als 3.000 Mitarbeiter weltweit. Eppendorf entwickelt, produziert und vertreibt Systeme für den Einsatz in Laboren. Zum Produktangebot gehören Pipetten und Pipettierautomaten, Dispenser, Zentrifugen und Mischer sowie Verbrauchsartikel wie Reaktionsgefäße und Pipettenspitzen. Darüber hinaus bietet Eppendorf Ultra-Tiefkühlgeräte, Fermenter und Bioreaktoren, CO2-Inkubatoren, Schüttler und Systeme zur Zellmanipulation. Die Eppendorf AG ist Mitglied im 3D-Druck-Netzwerk Hamburg.

Weitere Informationen unter:
www.eppendorf.com
www.3d-druckhamburg.de

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