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Onejiru Arfmann und Jessica Louis © Karolin Köcher

eeden in Hamburg - Raum für Möglichkeiten

Der feministische Co-Creation Space ist ein ganz besonderer Ort. Für ihr Konzept wurden die Gründerinnen als Kultur- und Kreativpiloten ausgezeichnet

Alle haben mitgeholfen – Freunde, Partner und viele Menschen, die spontan von ihrem Konzept begeistert waren. Noch fehlt es an Möbeln, technischem Equipment, einer Küche und vielem mehr. Doch das szenige Hamburger Schanzenviertel ist schon jetzt um einen besonderen Ort reicher. Inmitten des Stadtteils haben die drei Gründerinnen Kübra Gümüşay, Onejiru Arfmann und Jessica Louis eeden, ein “wegweisendes soziales und feministisches Unternehmen” geschaffen. Hamburgs Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, sei sofort von der Idee überzeugt gewesen und übernahm die Schirmherrschaft. Die Behörde für Kultur und Medien fördert die Gründung von eeden mit 100.000 Euro.

Co-Working Space für Frauen

eeden wird ein innovativer Ort für visionäre feministische Zukunftsideen, ein feministischer Co-Creation und Co-Working Space, Inkubator und Veranstaltungsort in einem. Hier können Frauen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Politik, Musik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien die Welt von morgen gemeinsam gestalten, so die Idee. Die ersten Einzelbüros sind fertig und können vermietet werden, dazu gibt es einen großzügigen Kreativbereich im Obergeschoss und weitere offene, farbenfrohe Räume. “Hier am Eingang planen wir einen Wohlfühlbereich mit Kamin”, sagt Jessica.

Demnächst sollen Mitgliedschaften möglich sein, im April soll der Co-Creation-Space offiziell eröffnet werden. Die Nachfrage sei bereits jetzt groß, so Onejiru. Geplant sind Panels, Konzerte, Lesungen, Pop-Ups und vieles mehr. „Die Gründerinnen von eeden zeigen mit ihrer Initiative eindrucksvoll, wie viel sich mit einer guten Idee, Mut und Engagement erreichen lässt. Der Co-Creation Space steht für den Einsatz für die Gleichberechtigung und innovative, experimentelle Räume für das öffentliche Denken”, so Brosda.

Räume für freies Denken

„Gerade in politisch so turbulenten Zeiten braucht es Orte, an denen nicht reflexartig nach den erstbesten Antworteten gegriffen wird, sondern experimentiert und zukunftsgewandt, innovativ und kreativ an die Herausforderungen unserer Zeit herangegangen werden kann”, so Kübra Gümüşay, Mitgründerin von eeden. “Unser Ziel ist, die Zivilgesellschaft und das gemeinschaftliche Zusammenleben in der Demokratie zu stärken und Räume für öffentliches Denken zu schaffen.” Männer würden in eeden nicht grundsätzlich ausgeschlossen, so Onejiru. Auch wenn es natürlich in erster Linie ein besonderer Ort für Frauen sein solle. “Erst einmal starten und dann weitersehen.”

Gesellschaftliches Engagement und wirtschaftlicher Erfolg

Die Gründerinnen wollen verbinden, was für sie zusammengehört: gesellschaftliches Engagement und wirtschaftlichen Erfolg zum Wohle aller. Bundesweit hat eeden bereits in der Startphase auf sich aufmerksam gemacht. Im November wurden die Gründerinnen in Berlin als Kultur- und Kreativpiloten 2019 ausgezeichnet. Sie gehören damit zu 32 Unternehmerinnen und Unternehmern der Kultur- und Kreativwirtschaft, die beim diesjährigen Wettbewerb der Bundesregierung für ihre zukunftsweisenden Ideen aus 800 Bewerbern und Bewerberinnen für ihre Ideen ausgewählt wurden. Um weitere finanzielle Mittel für den Betrieb von eeden einzuwerben, haben die Gründerinnen neben weiteren Fundraisingmaßnahmen eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Onejiru Arfmann

Drei Gründerinnen mit großen Zielen

Kübra Gümüşay ist Autorin, Aktivistin, Speakerin und Politikwissenschaftlerin. Ihr erstes Buch ‚Sprache & Sein’ erscheint im Frühjahr 2020 bei Hanser Berlin. Ihre Texte erscheinen unter anderem bei Die Zeit und der taz. Zu den Initiativen, die sie gründete, gehören unter anderem die Antirassismus-Kampagne #SchauHin, das feministische Bündnis #ausnahmslos und ‚Organisierte Liebe’. Das Magazin Forbes zählt Kübra 2018 zu den Top 30 unter 30 in Europa im Bereich Media und Marketing.

Onejiru Arfmann ist Produzentin, Musikerin, Aktivistin, Consultant und Diplom Geografin. Sie berät NGOs im Bereich Interkulturalität und Empowerment, ist Gründerin und Lead der Sisters (Keepers), sowie Stiftungsbeirätin und Consultant für Viva con Agua. Zudem ist sie Board Member von Music Women Germany und Spokesperson bei musicHHwomen. Jessica Louis ist Markenstrategin, Creative Director, Beraterin, Künstlerin, Aktivistin. Für Greenpeace hat sie die Visual Identity der internationalen Kampagne ‚Make Smthng’ entwickelt. Sie ist Mitinitiatorin des Sister’s March 2017 sowie der ersten Frauen-Barcamps in Hamburg.
js/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de
www.eedenhamburg.de

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