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New Work: Dropbox in Hamburg © Dropbox

Dropbox: Was haben New Work und Cupcakes gemeinsam?

Mitarbeitertypen, Cupcake-Kultur und Innovationsbooster – die Hamburg News zu Besuch bei Dropbox

Alles fing mit einem vergessenen USB-Stick an. Der amerikanische Informatikstudent Drew Houston wollte 2006 von Boston nach New York reisen. Als er am Busbahnhof ankam, stellte er fest, dass er seinen USB-Stick samt seiner Arbeit vergessen hatte. Während der vierstündigen Busfahrt begann er ein Programm zu schreiben, mit dem er seine Dateien online von überall aus abrufen kann. Es ist heute unter dem Namen Dropbox bekannt. Das Dropbox-Headquarter befindet sich seit 2007 im Silicon Valley, auch in Deutschland ist der Cloud-Anbieter mit drei Büros vertreten – die Zentrale in Hamburg befindet sich im Coworking-Space WeWork an der Binnenalster. Die Hamburg News haben im Rahmen der Serie New Work einen Blick hinter die Kulissen des Tech-Unternehmens geworfen.

Offene Bürolandschaft trifft auf Couchecke

Das Großraumbüro der rund 20 Dropbox-Mitarbeiter befindet sich in den Räumlichkeiten von WeWork in der Europapassage. Hier im 7. Stock ist alles etwas anders. Es gibt keine Kantine und der Office Manager agiert von London aus. „Jeder packt hier mit an“, erzählt Jenny Wiethölter, PR-Managerin DACH bei Dropbox, lächelnd. Es gibt eine offene Küche, eine Couchecke und einen kuscheligen Raum für wichtige Telefonate. Die Namen der Meetingräume wurden demokratisch abgestimmt, berichtet Jenny weiter. Sie tragen Namen wie „Moin, Moin“ oder „Seute Deern“ (plattdeutsch für „süßes Mädchen“). Unternehmenssprache ist Englisch. Dropbox ist mit weit über 2.000 Mitarbeitern an 14 Standorten weltweit vertreten.

Großraumbüro x Rückzugsort
Großraumbüro x Rückzugsort © Dropbox

Kerngeschäft Dropbox Business am Standort Hamburg

„Wir sind alles alte Hasen. Unser Kerngeschäft hier in Hamburg ist Dropbox Business, also Dropbox für Unternehmen“, stellt sich Marc Paczian, Solutions Architect, vor. Er betreut den Cloud-Dienst über mehrere Softwaresysteme hinaus, engagiert sich für Dropbox in Sachen Digitalisierung in der Handelskammer und setzt sich leidenschaftlich für die Unternehmenswerte ein. Marc ist ein Mann der ersten Stunde und seit 2016 an Bord.

Das Prinzip Cupcake – einer von fünf Unternehmenswerten

Er führt aus: „Unsere Unternehmenskultur bei Dropbox zeichnet sich vor allem durch fünf Werte aus.“ Erstens: Be worthy of trust. „Sicherheit ist für uns das A und O. Das müssen wir jeden Tag leben, das ist schließlich unser Geschäftsmodell.“ Zweitens: Das Prinzip Cupcake. „Das ist mein absoluter Lieblingsunternehmenswert“, erzählt der Solutions Architect schmunzelnd. „Ein Cupcake ist eigentlich ein Muffin samt Buttercreme – mit einem i-Tüpfelchen obendrauf, z. B. einer Himbeere oder einer Zuckerperle.“ Mit anderen Worten: „Wir wollen Dinge für andere tun, die nicht selbstverständlich sind“, erklärt Marc weiter. Das müssten nicht große Geschenke sein, sondern vielmehr kleine Dinge, die den Alltag versüßen. Wenn Marc beispielsweise morgens aus dem Fahrstuhl steigt, drückt er den Knopf zum Erdgeschoss – damit der Nächste nicht unnötig warten muss.

Cupcake-Kultur mit Marc Paczian
Cupcake-Fan Marc Paczian © Dropbox

Doch auch das Credo Sweat the details sei wichtig: Kümmere dich um die Details und mach es perfekt! Außerdem ist bei Projektvorschlägen & Co. immer noch Luft nach oben – Aim higher. Oder auf Deutsch gesagt: Da geht noch etwas! Als fünften und nicht minder wichtigen Wert stellt Marc We not I vor. „Wir arbeiten miteinander und lassen egoistisches Denken vor der Tür“, erklärt er. „Es gibt natürlich Hierarchien aber gelebt werden sie eher nicht.“ Stattdessen werde bei Dropbox vielmehr aktives Leadership praktiziert: Unabhängig vom Jobtitel sollen sich die Mitarbeiter als Leader einbringen.

Direkter Draht zum Top-Management

Dabei spiele das Thema Transparenz eine besondere Rolle, ergänzt der Solutions Architect. Als die regelmäßig stattfindenden Mitarbeiterbefragungen ergaben, dass Entscheidungen im Unternehmen zu lange dauern würden, richtete der Gründer vor etwa einem halben Jahr eine ‚unblockme’-E-Mailadresse ein. Mitarbeiter, die das Gefühl haben, dass es in ihrem Projekt nicht weitergeht, können sich so direkt an das Top Management wenden.

Workwithme-Paper für ein optimales Arbeitsklima

Das Thema Transparenz steht auch unter Kollegen auf der Tagesordnung: Alle Kalender der Mitarbeiter, auch die der Gründer, sind standardmäßig für alle einsehbar. „Außerdem haben wir das Workwithme-Paper erfunden“, ergänzt Marc. Stolz zeigt er uns ein ausführliches Dokument, in dem er allerlei Fragen rund um seine Persönlichkeit beantwortet hat. „Ich bin ein Enneagram-Typ 2. Also helfe ich Menschen gern und tue mich manchmal schwer darin, nein zu sagen. Hier steht auch, wann ich am besten zu erreichen bin und dass ich montagnachmittags keine Termine mache, weil ich das Fußballtraining von meinem Sohn leite. Wenn das mein Gegenüber von Anfang an weiß, kann er sich entsprechend darauf einstellen. Das macht die Zusammenarbeit, auch über Grenzen und Kulturen hinaus, einfacher.“

Teamsport: Dart
Beliebt unter Dropbox-Kollegen: Dart © Dropbox

Wertewandel in der neuen Arbeitswelt

Es sind die kleinen Dinge, wie Marc ausführt: „Wir haben viele internationale Projekte und jeder tickt anders. Wenn ich aber weiß, dass z. B. mein Kollege aus Dublin Wert auf Pünktlichkeit legt, dann bin ich lieber 5 Minuten zu früh als zu spät da. Das gibt gleich beiden ein gutes Gefühl.“ Da ist es also wieder, das Prinzip Cupcake. Das Ganze basiert auf Enneagramm, einem bekannten Modell aus der Typenforschung. Der New-Work-Experte Dr. Max Neufeind geht noch einen Schritt weiter und beschreibt den Wertewandel, der die neue Arbeitswelt auszeichnet: „Es kommen neue Wertehaltungen dazu. Wir leben bereits in einer heterogenen Wertewelt und diese fordert die Firmen heraus. Unternehmen müssen sich deshalb fragen: Wer passt zu uns? Wie viel dieser Pluralität können wir abbilden? Und können wir unterschiedliche Wertewelten abdecken?“

Interner Accelerator fördert innovative Ideen

Als wahren Innovationsbooster nennen uns Jenny und Marc die jährlich stattfindende Hack-Week. In dieser Woche haben nicht nur die Entwickler, sondern alle Dropbox-Mitarbeiter weltweit die Möglichkeit, an eigenen Projekten zu arbeiten. Daraus hat sich vor 1,5 Jahren ein interner Inkubator entwickelt, um die herausragenden Startup-Ideen der eigenen Mitarbeiter zu fördern. Ziel ist, das Produkt innerhalb eines Jahres zur Marktreife zu bringen.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.dropbox.com

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