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Hammerbrooklyn Digital Campus © Hammerbrooklyn

Digital-Campus Hammerbrooklyn: Geht los

Der Bau zeitlich im Plan, Ideen-Pitch gestartet und ab Oktober ist die neue Geschäftsführung an Bord. Das sind die Pläne

105 Meter lang und 15 Meter breit, so die ungewöhnlichen Maße des spektakulären Baus. Derzeit werden die Stahlteile des ehemaligen US-Pavillons montiert, der für die Expo 2015 in Mailand konzipiert wurde und hier in Hamburg am Stadtdeich hinter den Deichtorhallen mit Blick auf Oberhafen und HafenCity gerade wiederaufgebaut wird – um sich dann in „Hammerbrooklyn – Stadt der Zukunft zu verwandeln. Zum 1. Oktober soll das 200-Millionen-Projekt noch einmal richtig an Fahrt aufnehmen, erläutern die Gastgeber Mathias Müller-Using und Prof. Dr. Henning Vöpel in einem Gespräch mit den Hamburg News. Ein Leuchtturm für die neue Welt soll es werden und Innovationsmotor für die Region.

Indoor-Haltestelle für selbstfahrende E-Busse

In einem weithin sichtbaren grünen Container, der Hammerbrooklyn-Box, wird bereits vorläufig gearbeitet und genetzwerkt. Für Mai 2020 ist die Eröffnung des Pavillons geplant, dem „Herzstück des DigitalCampus“ – der zentrale Ort für die digitale Transformation in Hamburg.

Am Tag unseres Besuchs streiten sich ein Porsche- und ein VW-Fahrer vor der Baustelle gerade um einen Parkplatz. So etwas soll es schon bald nicht mehr geben. „E-Scooter – und City-Bikes vor der Tür, ein Hotspot für Sharing Mobility und sogar eine Indoor Haltstelle für selbstfahrende Elektrobusse sind geplant“, so Müller-Using, der gemeinsam mit HWWI Henning Vöpel und dem Digitalisierungsexperten Prof. Dr. Björn Bloching das Projekt in Hamburg initiiert hat. Ohnehin ist der Hamburger Hauptbahnhof nur knapp 10 flotte Gehminuten entfernt.

Hammerbrooklyn Digital Campus
Hammerbrooklyn Digital Campus © Hammerbrooklyn

Experimentierlabor für Futuristen

Smart City und smarte Mobilität werden denn auch thematische Schwerpunkte im Digital-Campus sein, ebenso wie Logistik und eHealth. Grundsätzlich sei man aber für alle Branchen offen, das sei ja gerade Voraussetzung für Cross-Innovation, denn darum soll es hier gehen.

Ein Leuchtturm für die neue Welt, die heute noch keiner so recht versteht. Darum soll Hammerbrooklyn auch ein Experimentierlabor für Futuristen, Visionäre und Querdenker sein. „Wir wollen Brücken bauen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, etablierten Unternehmen und Startups, Politik und Gesellschaft, Hamburg und der Welt sowie zwischen Gegenwart und Zukunft“, so Vöpel.

Ab sofort möglich: Citizen von Hammerbrooklyn werden

Digitalisierung, Innovation und grüne und nachhaltige Stadtentwicklung sind für die Gründer untrennbar. „Alle Bürgerinnen und Bürger, Experten, Unternehmen, Hochschulen und öffentliche Einrichtungen sind eingeladen mitzugestalten und Citizen von Hammerbrooklyn zu werden“, heißt es auf grasgrüner Internetseite. Eine Anmeldung ist sofort möglich.

In dem spektakulären Gebäude sollen schon bald Unternehmen aller Branchen, Organisationen, Startups und andere kluge Köpfe aus der ganzen Welt gemeinsam experimentieren, lernen und Innovationen erschaffen und umsetzen. „Wir wollen den digitalen Wandel nutzen, um Antworten auf die Fragen von morgen zu finden und um eine positive und nachhaltige Zukunft von Stadt, Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten“, so Vöpel.

Dr. Nora Cavara
Dr. Nora Cavara © Hammerbrooklyn Stiftung

Geschäftsführerin Nora Cavara ab Oktober dabei

Ab Oktober wird die Neurowissenschaftlerin Dr. Nora Cavara Geschäftsführerin der gemeinnützigen Stiftung, unter deren Dach die Aktivitäten gebündelt werden. Die 37-Jährige war zuletzt in Kanada als Director Business Development & Project Management für Evonik tätig. Sie verantwortete das Neugeschäft und die Integration eines akquirierten Startups in die Kultur und Prozesse des Großkonzerns.

Die Essenerin arbeitete außerdem für Konzerngesellschaften der Stadt Essen und als Strategie-Beraterin bei Roland Berger. Cavara absolvierte ihr Masterstudium in Biochemie an der Ruhr-Universität Bochum.

Digital-Labor auf 5 Etagen

Für die Stiftung werde sie vor allem Kooperationen mit Unternehmen und dem Startup Ecosystem der Stadt aufbauen, die Citizenship-Programme konzipieren sowie die programmatische Gestaltung des Digital-Pavillons übernehmen. „Mit der Stiftung gehen wir einen ganz neuen Weg, um die Potenziale der Digitalisierung für Hamburg auszuschöpfen. Gemeinsam möchten wir dafür sorgen, dass die ganze Stadt – Unternehmen, Bürger, Gemeinschaft – diese Potenziale nutzen kann“, so Cavara.

Ab Mai sollen dann auf 5 Etagen und 7.600 Quadratmetern Zukunftsprojekte in Form von Workshops, Kongresse und Ausstellungen angeboten werden. Es soll eine Townhall zum Netzwerken, ein Auditorium, Co-Working, Maker Space und ein Restaurant mit nachhaltigem Konzept geben.

Ideen-Wettbeerb gestartet

Der Digital-Pavillon soll nur der Anfang sein. Danach folgt ein „Solutions Building“ in Holzstapelbauweise mit etwa 9.000 Quadratmetern und in einem weiteren Bauabschnitt ab 2025 noch einmal 50.000 Quadratmeter. Für diesen dritten Abschnitt wurde gerade ein internationaler Architekten-Ideenwettbewerb gestartet.
kk

Weitere Informationen:
www.hammerbrooklyn.hamburg

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