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Dirk Graszt und Dirk Lehmann mit HyBat Truck © Clean Logistics

Clean Logistics macht Diesel-Lkw umweltfreundlicher

Das Startup Clean Logistics aus Winsen an der Luhe rüstet Lkw mit Unterstützung des Bundes auf Wasserstoff-Hybrid-Antrieb um

Etwa drei Viertel des Güterverkehrs in Deutschlands werden laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) aktuell mit Lkw abgewickelt, Tendenz steigend. Ein Unternehmen aus der Hamburger Metropolregion will dafür sorgen, dass die Lasten in Zukunft umweltfreundlicher transportiert werden. Clean Logistics aus Winsen an der Luhe hat sich darauf spezialisiert, alternative Antriebe für die Logistikbranche zu entwickeln und zu vermarkten. Das niedersächsische Joint Venture Start-up rüstet schwere Diesel-Lkw um, sodass sie zukünftig mit Wasserstoff-Hybrid-Antrieb fahren. Das Bundesverkehrsministerium hat für die Umsetzung dieser Idee gerade einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 3,3 Millionen Euro an Clean Logistics übergeben.

Reichweiten von bis zu 500 Kilometern erwartet

Die Unternehmen Höpen, HARY und Proton Motors gründeten Clean Logistics gemeinsam mit dem Ziel, Null-Emissionen-Antriebe zu entwickeln. Die Geschäftsführer Dirk Graszt und Dirk Lehmann gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass sie die ersten umgerüsteten Lkw im dritten Quartal des kommenden Jahres auf die Straßen bringen können, durch die Unterstützung der Bundesregierung „deutlich schneller als erwartet“. Diese dürfte daran selbst großes Interesse haben: Den Güterverkehr auf der Straße deutlich umweltfreundlicher zu gestalten, ist auch entscheidend für die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens. Die Unternehmer sehen großes Potenzial in dem Geschäft: Allein in Deutschland seien rund 600.000 Lkw zugelassen, die mehr als zwölf Tonnen wiegen, in Europa mehr als zwei Millionen.

Das Unternehmen konzentriert sich derzeit auf „schwere“ Lkw von 40 Tonnen Gewicht. Mit Wasserstoff-Hybrid-Antrieb werden sie laut den Geschäftsführern zunächst eine Reichweite von 400 bis 500 Kilometern haben, die aber später deutlich gesteigert werden könne. Der Umbau einer Standard-Sattelzugmaschine inklusive einer Förderung (durch die Bundesregierung) in Höhe von 50.000 Euro kostet als Serienfahrzeug demnach ca. 260.000 Euro.

Der benötigte Wasserstoff entsteht durch Windkraft

Aus den Bestands-Lkw werden die Diesel- und Nebenaggregate demontiert, sodass die Fahrzeuge zu sogenannten HyBat-Trucks gemacht werden können, wie das Unternehmen die wasserstoffbetriebenen Lastwagen nennt. „Diese Umwandlung kann auch durch zertifizierte Kooperationspartner durchgeführt werden“, sagt Geschäftsführer Dirk Graszt. „Das versetzt uns in die Lage, künftig auch größere Stückzahlen zu bewältigen.“ Der für den Betrieb benötigte Wasserstoff soll umweltfreundlich durch Windkraft entstehen.

Dafür will Clean Logistics Windkraftanlagen anmieten und sich die Herstellung des Wasserstoffs als Betreiber abgabenfrei ermöglichen. „Schon ab Ende 2020 werden Tausende ältere Windräder aus der EEG-Förderung fallen“, sagt Geschäftsführer Dirk Lehmann. „Das sind allein in Norddeutschland potenziell 1500 bis 2500 Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff.“ Der so entstandene Wasserstoff wird in sogenannte Trailer gefüllt, die Betankung der Fahrzeuge erfolgt dann über eine mobile Tankanlage.
at/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.cleanlogistics.de

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