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© HAW Pressefoto

3Dspace: HAW eröffnet zwei neue Hightech-Labore

Was zunächst den HAW-Studierenden vorbehalten ist, können künftig auch Unternehmen und Gründer nutzen

Mit international renommierten Einrichtungen wie der Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktions Technologien (IAPT), DESY oder dem ZAL (Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung), sowie forschungsstarken Unternehmen wie Airbus, Philips oder der Eppendorf AG will Hamburg den digitalen Wandel vorantreiben. Wichtige Akteure dabei sind die Hamburger Hochschulen. Im Startup Dock der TU Hamburg finden Gründer Hilfe bei der Umsetzung einer innovativen Idee in ein marktfähiges Produkt, im Di-Lab der HSBA können Unternehmen disruptive Geschäftsmodelle entwickeln und testen und 2017 eröffnete die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW Hamburg) den Creative Space for Technical Innovations (CSTI), ein Ort für innovative Ideenentwicklung und ihre agile prototypische Umsetzung.

3Dspace und virtuelles Schweißlabor eröffnet

Ende Mai hat nun Hamburgs zweitgrößte Hochschule (17.000 Studierende) zwei neue Hightech-Labore eröffnet: Im 3Dspace lassen sich abstrakte Ideen in körperliche Gestalt umwandeln und dabei Erfahrungen mit der 3D-Druck-Technologie sammeln – vom Umgang mit der nötigen Software bis zum Bau eigener 3D-Drucker. Im zweiten neuen Labor, am Institut für Werkstoffkunde und Schweißtechnik, erleben die Studierenden einerseits den laser- und roboterbasierten 3D-Druck mit Metall und trainieren andererseits Schweißen am virtuellen Simulator. So wird das traditionelle Handwerk zeit- und ressourcensparend gelehrt und (virtuelle) Schweißnähte entstehen ganz ohne gesundheitsgefährdende Gase und Dämpfe, Lärm und Funkenflug. Beide Labore stehen HAW-Studierenden unterschiedlicher Studiengänge offen, darunter etwa Flug- oder Fahrzeugbau, Mechatronik und Maschinenbau.

Klassisches Schweigen

Auch für Startups und Unternehmen

„Interdisziplinäre und experimentelle Digitalisierungsprojekte, mit ihren wirtschaftlichen und gesellschaftsrelevanten Bezügen, spielen in Studium und Lehre zunehmend eine große Rolle“, betont Professorin Olga Burkova, Vizepräsidentin für Digitalisierung (siehe Infokasten) an der HAW. „Die Digitalisierung schreitet voran und verändert unsere Arbeitswelt. Doch die Entwicklung neuer Technologien allein reicht nicht. Die Vermittlung digitaler Kompetenzen ist ebenso wichtig und wird von den Unternehmen zunehmend nachtgefragt“, fügt sie hinzu. In den neuen Laboren werde Digitalisierung nun erlebbar und greifbar. Was zunächst nur den HAW-Studierenden vorbehalten ist, soll in Zukunft auch interessierten Startups und Unternehmen zugänglich sein.

Internationales Interesse am Hamburger 3Dspace

„Das Interesse ist da“, weiß Professor Günter Gravel, Experte auf dem Gebiet des Rapid Prototyping und Initiator des 3Dspaces. Das Konzept des 3D-Druck-Labors habe bereits internationale Aufmerksamkeit erregt. „Ich hatte gerade eine Anfrage aus San Francisco.“ Aber auch die Hamburger Wirtschaft sei sehr interessiert, freut sich Gravel. „Wir sind in der digitalen Entwicklung schon weit vorangeschritten, doch wir müssen die Wirtschaft noch stärker bewegen. Und dabei sind wir – die Hochschulen – der Nukleus.“ Um den Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft zu unterstützen, ist Gravel Mitglied im 3D-Druck-Netzwerk Hamburg, das im Februar an den Start ging.

3D-Druck-Standort: Investition in die Zukunft

„Indem wir unsere Kompetenzen bündeln und die Ideen innovativer Technologien – wie den 3D-Druck – durch intensiven Austausch in die Köpfe der Menschen bringen, stärken wir auch den Standort Hamburg“, ist Gravel überzeugt. Denn der befinde sich auf einem sehr guten Weg zu einem der führenden 3D-Druck-Standorte zu werden. Somit ist der Aufbau der neuen Labore eine kluge Investition in die Zukunft. Konkret hat die HAW 300.000 Euro in den „3Dspace“ investiert – zuzüglich jährlicher Betreuungskosten von 40.000 Euro. Der Aufbau des Schweißlabors, inklusive virtueller Schweißstationen und eines roboterbasierten metallischen 3-D-Drucks, hat rund 390.000 Euro gekostet.
ys/kk

Quelle und weitere Informationen unter:
www.haw-hamburg.de
www.3d-druckhamburg.de

Amt der Vizepräsidentin für Digitalisierung

An der HAW wird das Thema Digitalisierung strategisch angegangen. Seit September 2017 gibt es ein Amt der Vizepräsidentin für Digitalisierung. Damit stellt sich die Hochschule einer der zentralen Hausforderungen der Gegenwart und der Zukunft. Die HAW Hamburg möchte sich als Kompetenzpartner für Fragestellungen und Lösungen des digitalen Wandels für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in der Metropolregion Hamburg etablieren.

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