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Digitale Trends in der Logistik © HHLA / Carsten Dammann

3D-Druck aus der Hamburger Metropolregion

Bionic Production in Lüneburg ist ein wichtiges Branchenunternehmen für die additive Fertigung. Kunden kommen aus Luftfahrt, Schifffahrt oder Maschinenbau

Zwei von drei deutschen Unternehmen nutzen bereits 3D-Druck für ihre Produktion, hat die Unternehmensberatung EY in diesem Herbst herausgefunden. Für die Erhebung befragte EY unter anderem 222 Firmen in Deutschland. Die Unternehmensberatung geht demnach davon aus, dass der globale Gesamtmarkt für das laufende Geschäftsführer im Vergleich zu 2018 erneut um 24 Prozent steigen und dann bei 11,2 Milliarden US-Dollar liegen wird. Für eine in der Hamburger Metropolregion ansässige Firma sind das gute Nachrichten. Die Bionic Production GmbH in Lüneburg hat sich auf die industrielle Serienherstellung von Bauteilen mit Hilfe des 3D-Druck-Verfahrens spezialisiert und bietet zudem Beratung für die additive Fertigung an.

Ehemalige Mitarbeiter der Hamburger Laser Zentrum Nord GmbH gründeten das Unternehmen im Jahr 2015. Ziel war es laut Sprecher Patrick Folkert, die Industrialisierung der additiven Fertigung, wie der 3D-Druck auch genannt wird, voranzutreiben. Bionic Production hat mittlerweile knapp 20 Mitarbeiter. Folkert zufolge soll diese Zahl bis zum Ende des kommenden Jahres auf 35 steigen.

3D-Druck spart Kosten und Zeit

3D-Druck ist deshalb so interessant für die Industrie, weil die Technik es erlaubt, bei der Fertigung sowohl Zeit als auch Kosten und Material zu sparen. Der Drucker erstellt das Produkt – das kann beispielsweise ein Teil eines Autos oder eines Flugzeugs sein – anhand einer 3D-Vorlage. Per Laser werden dünne Materialschichten miteinander verschmolzen, bis sie das gewünschte Bauteil ergeben. So können Teile entstehen, die deutlich leichter sind als in der herkömmlichen Produktion, was zum Beispiel für die Flugfahrtbranche interessant ist. „Unser Ziel ist es, komplett frei zu konstruieren“, sagt Folkert. „Wir bauen in der additiven Fertigung nur das auf, was wirklich gebraucht wird.“ Es sei völlig klar, dass 3D-Druck das Portfolio der industriellen Produktion sinnvoll erweitern könne. „Die Technik hat ihre Nische gefunden, sie greift nichts Bestehendes an.“

Bremssattel für Bugatti ist Prestigeobjekt

Das Unternehmen arbeitet mit Firmen aus unterschiedlichen Branchen zusammen. Kunden kommen beispielsweise aus der Luftfahrt, der Schifffahrt oder dem Maschinenbau. Das bisher aufsehenerregendste Projekt realisiert die Lüneburger Firma zurzeit aber gemeinsam mit der Automobilbranche. Bionic Production unterstützt seit 2018 den deutsch-französischen Autobauer Bugatti bei der Entwicklung und Serieneinführung eines Titan-Bremssattels mit Hilfe der additiven Fertigung. „Der Kunde kennt normalerweise sein Ziel, wir gestalten für ihn den Weg dorthin“, sagt Sprecher Folkert. Neben der Fertigung bietet das Unternehmen auch Schulungen für Firmen an. Unter anderem, um diesen Aspekt weiter voranzutreiben, arbeitet Bionic Production mit Instituten der Fraunhofer Gesellschaft zusammen.

Offensichtlich wurde das Potenzial dieser Technologie erkannt: Die Hamburger Hafen und Logistik AG ist seit August 2019 Mehrheitsgesellschafter der Lüneburger Bionic Production GmbH – eine gute Voraussetzung, diese neue Technologie auch in der Logistikbranche verstärkt zu nutzen.
at/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.bionicproduction.com
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