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10 Tech-Trends, die 2019 bestimmen werden

Diese Technologietrends werden das neue Jahr maßgeblich prägen. Einige Hamburger Gründer haben daraus bereits Geschäftsmodelle entwickelt

Autonome Autos, Künstliche Intelligenz, Blockchain und Smart Spaces: Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Gartner Inc. hat die zehn wichtigsten Technologietrends für 2019 identifiziert. Laut den Analysten zeichnen sich die Trends vor allem durch ein disruptives Potenzial in den kommenden fünf Jahren aus. Die Hamburg News zeigen, welche innovativen Hamburger Unternehmen und Projekte sich bereits diesen technologischen Entwicklungen widmen.

1. Autonome Gegenstände

Auf Platz 1 der Top-Trends 2019 schaffen es autonome Gegenstände, zu denen Gartner Inc. vor allem autonome Fahrzeuge, Roboter und Drohnen zählt. Diese wollen zunehmend mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) automatisiert werden, um Aufgaben zu übernehmen, die zuvor von Menschen ausgeführt wurden.

Das Handlungsfeld 'Automatisiertes und vernetztes Fahren’ ist ein wichtiger Baustein im Rahmen der Senatsstrategie für Intelligente Verkehrssysteme. Der ITS-Weltkongress wird 2021 in Hamburg stattfinden. Dazu zählen diverse Projekte, wie der Test von autonom fahrenden Lkw im Hamburger Hafen (Hamburg TruckPilot) und ein Pilotprojekt zum autonomen Parken am Airport. Seit Juni 2018 gilt Hamburg als offizielle EU-Modellregion für Drohnen.

2. Augmented Analytics

Zudem wird das Thema Machine-Learning (Maschinelles Lernen) in 2019 eine immer wichtigere Rolle spielen und klassische Analytics- und Daten-Management-Aufgaben erweitern. Dabei versteht sich Machine Learning als Teilbereich der KI. Damit ist ein System bzw. eine Maschine in der Lage, selbstständig Wissen aus Erfahrungen zu generieren. Anwendungsbereiche sind in der HR-Branche, im Vertrieb, Marketing oder Kundenservice denkbar.

Demnach versteht sich Deep Learning als Teilbereich des maschinellen Lernens. Mit der Verwendung von künstlichen neuronalen Netzen ist es möglich, besonders effiziente Lernerfolge zu erlangen. Diesen Mechanismus macht sich beispielsweise die Hamburger Firma Synergeticon zunutze, um seinen Robotern Multitasking beizubringen.

10 Technologie-Trends für 2019

3. Künstliche Intelligenz in der Entwicklung

Der Einsatz von KI wird die klassische Softwareentwicklung verändern, prognostiziert das amerikanische IT-Marktforschungsunternehmen. So werden Entwickler zukünftig mit vorentwickelten Tools arbeiten, die auf KI-Algorithmen basieren. Auch im Software-Entwicklungsprozess können KI-gestützte Funktionen helfen, um z. B. das Testing neuer Anwendungen zu automatisieren.

Die Hamburg News widmen sich derzeit mit einer Serie dem Thema Künstliche Intelligenz. Teil zwei beleuchtet das Hamburger Unternehmen jung diagnostics, das Algorithmen entwickelt hat, die Ärzten dabei helfen, MRT-Bilder zu analysieren. Darüber hinaus arbeiten zahlreiche hanseatische Startups, wie Quantilope (Agile-Insights-Technologie), Vilisto (selbstlernende Heizkörperthermostate) und Cargonexx (digitale Spedition), an KI-basierten Geschäftsmodellen.

4. Digital Twin

Ein ‚digitaler Zwilling‘ ist die digitale Kopie eines physischen Produkts. Er entsteht meistens mit der Produktidee, dient bei der Fertigung als virtuelle Vorlage, begleitet den Produktentstehungsprozess und bleibt über den gesamten Lebenszyklus mit ihm verbunden. Vom Mikrochip bis zum Luxuskreuzfahrtschiff – statt kostspieliger Prototypen und langwieriger Versuchsketten lassen sich mit Digital Twins Szenarien durchspielen und Lösungs- bzw. Verbesserungsstrategien entwickeln. Auch dieses Thema wird in 2019 zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Laut eigener Aussage hat Lufthansa Technik, mit Sitz in Hamburg, vor Kurzem den weltweit ersten Roboter für das Testing von Cockpit-Bedienelementen entwickelt. In Kombination mit einem Digital Twin wäre es vermutlich möglich, noch genauere Vorhersagen zu treffen oder Zeit-Simulationen durchzuführen.

5. Edge-Computing

Datenmassen, die durch eine Vielzahl an Internet-of-Things-Geräten erzeugt werden, sollen 'am Rande’ (Edge Computing) des Netzwerks verarbeitet werden – am Ort der Datenproduktion, anstatt in einem entfernten Rechenzentrum. Dies soll den konventionellen Datenverkehr entlasten. Dabei werden sich zukünftig klassische zentralisierte Cloud-Computing und lokale Edge-Computing-Ansätze ergänzen.

So bedingen sich Edge Computing und 5G, die nächste Generation des Mobilfunks, gegenseitig. Seit Herbst 2018 testen die Hamburg Port Authority, Nokia und die Deutsche Telekom 5G im Hamburger Hafen.

6. Immersive Erfahrung

Durch die Nutzung von Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR) verändert sich die Art und Weise, wie wir Menschen die Welt wahrnehmen und mit ihr interagieren. Das gilt auch für Konversationsplattformen, wie virtuelle Assistenten oder Chatbots. Gartner Inc. erwartet, das es immer mehr Connected Devices geben wird – z. B. Smartwatches, Fitnessarmbänder und Connected Cars –, die den Menschen zunehmend mit dem Internet verknüpfen.

Ein Beispiel hierfür ist die Hamburger Teststrecke mit intelligenten Ampelassistenten, die mit Autos kommunizieren können. Diese soll bis zum ITS-Weltkongress 2021 in der Innenstadt etabliert werden. Darüber hinaus startete im Herbst 2018 das VR Prototyping Lab im Kreativspeicher M28 in der Speicherstadt, welches auch das VR Headquarter beherbergt. Zudem erhielt kürzlich ein VR-Therapievorhaben mit Hamburger Beteiligung eine Förderung von rund 2 Millionen Euro.

7. Blockchain

Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die eine stetig wachsende Liste von Transaktionsdatensätzen vorhält. Die Datenbank wird chronologisch linear erweitert, vergleichbar einer Kette, der am unteren Ende ständig neue Elemente hinzugefügt werden – daher auch der Begriff ‚Blockchain‘. Jeder Block enthält eine Prüfsumme des vorhergehenden Blocks. Dies soll die Technologie vor Manipulation schützen. So hat die Blockchain-Technologie laut Gartner Inc. das Potenzial, ganze Branchen zu verändern, nicht nur im Finanz-Bereich (Stichwort Bitcoins), sondern auch im Segment Healthcare und Logistik.

Im vergangenen Jahr feierte die Blockchance Conference in Hamburg Premiere. Sie gilt als größtes Branchenevent in Norddeutschland. Im August 2019 will Initiator Fabian Friedrich in der HafenCity einen Campus eröffnen, der sich speziell an Startups mit Blockchain-Fokus richten wird.

8. Smart Spaces

Die amerikanischen IT-Experten definieren Smart Spaces als physische oder digitale Umgebungen, in denen Menschen und technikgestützte Systeme miteinander agieren. Beispiele hierfür sind Smart-City-Konzepte, Digital Workspaces oder Smart Homes, die allesamt in diesem Jahr an Bedeutung gewinnen sollen.

Im Sommer 2017 schlossen die Freie und Hansestadt Hamburg und die Deutsche Bahn eine Smart-City-Partnerschaft. Diese sieht u. a. Projekte für integrierte Mobilität, intelligent gesteuerte City-Logistik sowie die digitale Vernetzung vor. Zudem belegt eine in Hamburg durchgeführte Studie, dass Deutsche gegenüber Sprachassistenten als Smart-Home-Geräte offen gegenüberstehen.

9. Digitale Ethik und Privatsphäre

Ebenfalls eine große Rolle wird 2019 der verantwortungsvolle Umgang mit der Privatsphäre spielen. Dabei wird das Thema Datenschutz Einzelpersonen ebenso wie Unternehmen und Behörden betreffen.

So bietet z. B. die Hamburger App Bundle eine DSGVO-konforme App für die Gruppenkommunikation in Unternehmen.

10. Quantencomputer

Trend Nr. 10 umfasst die Prognose, dass herkömmliche Computer mit der Verarbeitung von Big Data schon bald an ihre Grenzen stoßen werden. Die Lösung hierfür könnte ein Quantencomputer sein. Dabei ist der Einsatz vor allem in der Automobil-, Finanz- und Versicherungsbranche, aber auch in der Forschung, denkbar.

Im vergangenen Jahr wurde zunächst die Anschaffung eines Supercomputers für die norddeutsche Forschung beschlossen, der mit einer Investition von 30 Millionen Euro verbunden ist.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.gartner.com

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