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Zukunftskonferenz „Innovationsstandort Norddeutschland“

Sich immer wieder neu zu erfinden, ist eine Stärke der Hamburger. Branchen-Experten warfen einen Blick auf Hamburgs Innovationskraft

Es ging um den Hafen, die Hamburger Digitalisierungsstrategie, die norddeutsche Energiewende und um Innovation und Investition. Die erste Zukunftskonferenz „Innovationsstandort Norddeutschland“, veranstaltet von Hafen Hamburg Marketing, Hamburg Invest und Partnern, bot am vergangenen Donnerstag (8. November) im Ingenieurwerk in Hamburg Wilhelmsburg eine fundierte Analyse des Ist-Zustands, verbunden mit einem vielversprechenden Ausblick auf Möglichkeiten und Zukunftspotenziale der Metropolregion.

Pioniere der technologischen Entwicklung

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher sprach in seiner Begrüßungsrede von zwei Megatrends, die Digitalisierung und die Energiewende, die uns in Zukunft vor allem beschäftigen würden. Er zeigte sich zuversichtlich, sie gemeinsam erfolgreich umzusetzen. „Wir haben das nötige Knowhow. Wir sind Pioniere der technologischen Entwicklung und das macht uns stark.“

In Hamburg macht man!

Robert Pfarrwaller, seit 2014 HamburgAmbassador in Österreich, identifizierte mit professionellem Blick von außen eine Reihe weiterer Elemente, die Hamburgs wirtschaftliche Stärke ausmachen – etwa die traditionell auf internationale Geschäfte ausgerichtete Haltung selbstbewusster Bürger – und betonte vor allem die Macher-Qualitäten der Hamburger. In Anlehnung an das Bismarck-Zitat „Politik ist die Kunst des Möglichen“ verglich der Wiener seine Heimat- mit der Hansestadt: „In Hamburg macht man, in Wien ist alles möglich.“

Der Hafen als Gravitationszentrum Hamburgs

Pfarrwaller hob die nach wie vor große Bedeutung des Hamburger Hafens hervor. In diesem Punkt waren sich auf der Zukunftskonferenz alle Referenten einig. „Der Hafen ist das Gravitationszentrum Hamburgs“, erklärte Dr. Rolf Strittmatter, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Marketing GmbH und Geschäftsführer von Hamburg Invest. Nicht nur seien 125.000 Arbeitsplätze allein in Hamburg mit dem Hafen verbunden, die fast 830-jährige Geschichte des Hafens bilde zudem ein starkes Fundament, um darauf die Zukunft aufzubauen – vor allem kombiniert mit der Tradition der Hamburger Kaufleute: „Wir wissen, wie man Geld verdient, aber auch wie man sich immer wieder neu erfindet.“

Innovationsallianz NEW 4.0

„Innovationen sind stark mit Investitionen verbunden“, fuhr Strittmatter fort und und betonte, dass hier Qualität vor Quantität gehe. Wichtig seien vor allem wissens- und technologiebasierte Investitionen. Ein Zusammenschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik soll auch das Großprojekt NEW 4.0 vorantreiben. Ziel ist es, Hamburg und Schleswig-Holstein bis 2035 zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

„Ein solches Jahrhundertprojekt ist allein nicht zu realisieren, sondern nur in einer starken Innovationsallianz“, sagte Professor Dr. Werner Beba, Koordinator und Leiter des Projektmanagements. Rund 60 Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Energiebereich haben sich deshalb in NEW 4.0 zusammengeschlossen. Aber Beba erklärte auch: „Ohne Digitalisierung wird es keine Energiewende geben.“

Reise in die Zukunft mit unbekanntem Ziel

Der Experte für Hamburgs Digitalisierungsstrategie ist Dr. Sebastian Saxe, Chief Digital Officer der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Keine leichte Aufgabe für den promovierten Mathematiker. Er soll eine Route vorgeben, für eine „Reise in die Zukunft, dessen Ziel noch unbekannt ist.“ Befürchtungen vor einer ungewissen Zukunft lassen sich am besten durch greifbare Beispiele ausräumen, die statt möglicher Risiken die Chancen von Innovation belegen. Saxe verwies deshalb auf die Plattform Future.Hamburg und den Weltkongress für Mobilität ITS 2021, der Prototypen präsentieren werde.

Das digitale Tor zur Welt

Zu den ITS-Projekten gehören etwa ´Grüne Welle durch optimales Routing`, ´Optimierte Baustellen-Koordinierung` oder ´Teststrecke Stadt für automatisiertes und vernetztes Fahren`. „Autonomes Fahren wird nicht nur auf Straßen, sondern auch auf dem Wasser stattfinden. Schlepper werden in der komplexen Hafenumgebung autonom unterwegs sein“, erklärte Saxe. Die Voraussetzung dafür ist der neue Mobilfunkstandard 5G, der aktuell im Hamburger Hafen getestet wird. Und so erweiterte Saxe Hamburgs Motto: „Wir sind das digitale Tor zur Welt.“

Große Dynamik in den Köpfen der Hamburger

Die Welt von morgen aber werde eine ganz andere sein als die heutige, ist Professor Dr. Henning Vöpel überzeugt. „Standort- und Wettbewerbsfaktoren werden sich fundamental verändern“, sagte der Direktor und Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI). Die Industriewirtschaft werde durch die Datenwirtschaft abgelöst: „Know what and when ist dann entscheidend, nicht mehr know how.“ Doch Vöpel zeigte sich auch zuversichtlich, dass die Weichen für diese Veränderung gestellt sind. „Ich beobachte seit zwei, drei Jahren eine große Dynamik in den Köpfen der Hamburger.“
ys/kk

Weitere Informationen:
www.hafen-hamburg.de/zukunftskonferenz

Metropolregion Hamburg

Die Metropolregion Hamburg ist mit 5 Millionen Einwohnern, 20 Landkreisen und kreisfreien Städten eine der interessantesten Wirtschaftsregionen Europas. Ihr Markenzeichen, der Hamburger Hafen, zählt zu den 20 größten Häfen der Welt und ist die Nummer 3 in Europa. Als eine der größten Industrieregionen Deutschlands beheimatet die Metropolregion neben klassischen Zweigen wie Grundstoff-, Schiffbau- und Maschinenbauindustrie auch den drittgrößten Flugzeugbaustandort der Welt und das größte zusammenhängende Gebiet der Chemieindustrie in Norddeutschland. Zudem arbeiten zahlreiche Hochschulen und Grundlagenforschungseinrichtungen erfolgreich mit Betrieben der Region zusammen und sind Treiber aktueller Innovationsstrategien.

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