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Tech-Ambassador beim Hamburg Copenhagen Business Forum  - © Dänisches Außenministerium

Tech-Ambassador beim Hamburg Copenhagen Business Forum

Der "erste Tech-Ambassador der Welt" Casper Klynge hat Kontakt zu allen Technologie-Giganten der Welt. Heute ist er in Hamburg. Ein Interview.

Der Marktwert und damit der Einfluss allein der „Big Five“ des Internets – Apple, Microsoft, Google, Amazon und Facebook – übersteigt inzwischen das BIP so mancher Nation. Höchste Zeit für einen Digitalbotschafter befand Dänemark. Seit August 2017 hat Casper Klynge als “erster Tech Ambassador der Welt” sein Büro in Palo Alto – auch wenn er selten dort ist. Er reist zwischen dem Silicon Valley, Kopenhagen und den Sitzen großer Technologieunternehmen in der ganzen Welt umher, um diplomatische Beziehungen 4.0 zu etablieren. Am 28. Februar kommt er zum Hamburg Copenhagen Business Forum (HCBF) nach Hamburg. Die Hamburg News fragten Klynge, was man als erster Tech Ambassador der Welt so alles auf dem Zettel hat und welches seine zentralen Themen auf der Konferenz in Hamburg sind.

Zukunftsthemen auf dem Programm

Die abwechselnd in Kopenhagen und Hamburg stattfindende Konferenz wurde 2014 von der Handelskammer Hamburg und der Deutsch-Dänischen Handelskammer initiiert, um die wirtschaftliche Vernetzung beider Metropolen unter dem Motto „Two strong partners, one competitive region“ zu begleiten. Neben zahlreichen Vertretern dänischer und deutscher Unternehmen werden auch Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, der Lord Mayor of Copenhagen, Frank Jensen, sowie die ehemalige dänische Außenministerin, Lene Espersen an der Konferenz teilnehmen. In diesem Jahr auf dem Programm: E-Health, Erneuerbare Energien, urbane Mobilität und die digitale Transformation in der Immobilienbranche.

Eine neue Sprache der Diplomatie etablieren

Klynge wird auf der bilateralen Konferenz als Keynote Speaker von seiner herausfordernden Tätigkeit als erster Digitalbotschafter der Welt berichten. Immerhin versucht er nichts weniger als die Unternehmen dazu zu bewegen, ihre globale und gesellschaftliche Verantwortung anzuerkennen. „Dazu brauchen wir eine neue Sprache der Diplomatie, die sowohl die Chancen der Digitalisierung betont als auch die Risiken ehrlich benennt.“ Der 44-Jährige sieht durchaus vielfältige Chancen in der aktuellen Entwicklung. „Ich glaube fest daran, dass Technologie viele große Herausforderungen unserer Zeit lösen kann. Beispielsweise könnte Big Data, klug genutzt, die Krebsbekämpfung revolutionieren. Aber auch generell bietet die Digitalisierung vielfältige Chancen im Gesundheitswesen, sowohl in der Prävention als auch in der Therapie.“ Genau solche innovativen digitalen Gesundheitskonzepte aus den Regionen Dänemark und Hamburg werden auch auf dem HCBF vorgestellt und diskutiert.

Neuorganisation von Gesellschaft und Unternehmen erforderlich

Und wie steht es mit den Risiken der digitalen Transformation – was erwartet der Tech Ambassador in dieser Hinsicht? „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“, lacht er und zitiert damit ein Bonmot, dessen dänische Version seinem Landsmann Niels Bohr zugeschrieben wird. Tatsächlich verfolge er einen kritischen Dialog im Kontakt mit den unterschiedlichen Technologieunternehmen. „Wir sehen den Nutzen der Technik, aber zugleich wollen wir sicherstellen, dass Datenschutz, ethische Grenzen für Biotechnologie oder künstliche Intelligenz nicht vergessen werden“, sagt Klynge im Gespräch mit den Hamburg News.

Klynge versteht sich als überzeugter Optimist, aber auch als überzeugter Realist und als solcher erwartet er tiefgreifende Veränderungen: „Wir werden mehrere Wellen der Disruption erleben, die eine Neuorganisation von Gesellschaft und Unternehmen erfordert.“ Die großen Veränderungen, unserer Zeit, könne kein Land allein lösen, ist Klynge überzeugt. „Wir müssen zusammenarbeiten und gerade Europa sollte sich an die Spitze der Bewegung setzen.“ Wie sich die Bewegung aktuell und in Zukunft entwickelt, versucht er in seiner Funktion als Digitalbotschafter Dänemarks zu erspüren. „Ich versuche Wissen zu generieren und Trends im Blick zu haben, um die Bevölkerung vorzubereiten. Das ist die klassische Rolle eines Diplomaten: Schauen, was in der Welt geschieht und Informationen nach Hause bringen.“
ys/kk

Weitere Informationen unter:
www.techamb.um.dk
Hamburg Copenhagen Business Forum

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